Das Qualifying ist vorbei, und noch immer ist Mercedes 2024 in Las Vegas in der Formel 1 ungeschlagen. Bestzeiten in allen Trainings und in allen Qualifying-Segmenten. Pole und damit alle Lorbeeren gingen letztendlich aber an George Russell. Lewis Hamilton lieferte ein uncharakteristisch desaströses Q3 ab.
Bis vor Q3 hatte sich das Mercedes-Duo die Bestzeiten fast gleichmäßig aufgeteilt. Hamilton gewann zwei Trainings, Russell eines. Russell führte in Q1, Hamilton in Q2. Es schien alles angerichtet für einen teaminternen Kampf um die Pole. Doch während Russell schon im ersten Q3-Versuch mit zwei Zehnteln Vorsprung auf den Rest der Welt die Pace weiter untermauerte, stand Hamilton im Notausgang.
Er hatte sich in Kurve 12 am Eingang verschätzt, die Reifen hatten blockiert. Damit blieb ihm nur mehr eine letzte Chance im zweiten Versuch. Die endete noch früher. Schon durch die Kurven drei und vier brach das Mercedes-Heck aus. Hamilton fuhr die Runde zwar noch fertig, aber mit überhitzenden Hinterreifen streute er mehrere weitere kleine Quersteher ein. Die Runde war wertlos, Startplatz zehn besiegelt.
Hamilton nach Qualifying bedient: Ich hab's nicht geschafft
"Es war bis zu Q3 gut, dann war das Auto anders", so ein kurz angebundener Hamilton nach dem Qualifying. Er kann sich nicht so recht erklären, warum das Heck plötzlich nicht mehr stabil war: "Bis dahin war es richtig gut. Ihr habt die Pace gesehen. Sobald es in Q3 ging, konntet ihr es dann ausbrechen sehen."
"Aber ich hatte es in allen anderen Sessions, und letztendlich habe ich die Runden nicht geschafft", nimmt Hamilton die Hauptschuld auf sich. Beste Vermutung bisher ist, dass er sich bei der Reifenvorbereitung auf der 14 Grad kühlen Strecke von Las Vegas verschätzt haben. Wohl lösten falsche Entscheidungen bei der Reifenvorbereitung im ersten Q3-Versuch eine Art Schneeball-Effekt aus.
Löste noch ein Fehler die Hamilton-Misere im Qualifying erst aus?
Russell fuhr raus aus der Box und ging direkt in die schnelle Runde. Hamilton versuchte das auch - hatte aber schon beim Einlenken in der ersten Kurve einen kleinen Rutscher. Sofort brach er ab und wollten es in eine zusätzliche Vorbereitungs-Runde konvertieren, um den ersten Reifensatz nicht jetzt schon abschreiben zu müssen.
"Ich denke, das war die falsche Entscheidung meinerseits, ab da kam es zu einer Art Domino-Effekt", meint Hamilton. Eigentlich braucht der kühlen Bedingungen liebende Mercedes keine Vorbereitungs-Runde, wie Russell zeigte. Aus dem Rhythmus gekommen streute Hamilton nun den Verbremser ein. Auf dem zweiten Reifensatz war das Gefühl für das richtige Anwärmen der Reifen schließlich komplett weg, der Quersteher folgte.
Startplatz zehn sorgt für einen äußerst deprimierenden Ausblick auf das Rennen: "Das ist praktisch erledigt. Mal schauen, wie weit wir kommen." Zwar kann man in Las Vegas überholen, aber sechs Top-Autos und drei Mittelfeld-Piloten stehen vor Hamilton. In der verwirbelten Luft und bei den kühlen Bedingungen wird es für ihn schwierig werden, die Reifen am Leben zu halten.
Dennoch will Hamilton den Tag nicht deprimierend sehen und der Pole nachtrauern: "Nicht wirklich. Ich fühle mich toll. George steht auf Pole. Für das Team ist das toll. Immerhin ist die Pace gut."



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