Lando Norris lieferte sich in der Formel-1-Saison 2024 einen harten Kampf mit Max Verstappen. Obwohl der McLaren-Pilot klar zurücklag, machte ihm die überlegene Performance seines Boliden viel Hoffnung, dass er Verstappen den Titel im Endspurt noch abjagen könnte. Auch die beiden Teams waren schon längst im WM-Modus unterwegs und versuchten sich gegenseitig mit allen möglichen Debatten neben der Strecke anzuschwärzen.
Doch innerhalb nur eines Rennens war dieser Titelkampf Geschichte. Verstappen lief in Brasilien bei einer Aufholjagd, die er mit dem Sieg krönte, zur Topform auf, während Norris zurückfiel. Der Brite gab vor dem Las-Vegas-GP zu, dass die WM nun wohl gelaufen sei. „Es war ein entscheidender Moment für die Weltmeisterschaft. Die Tür ist fast geschlossen“, ist er sich sicher.
Lando Norris: War eine Woche lang sehr niedergeschlagen
Mathematisch hat Norris zwar noch die Möglichkeit, Verstappen zu überholen, aber realistisch ist diese wohl kaum. Dabei schien er in Brasilien mit dem Start von der Pole Position noch selbst Big Points gegen den dreifachen Weltmeister sammeln zu können, der nur Startposition 17 verbucht hatte. Doch stattdessen kam es anders.
Der Gedanke, dass die WM nun gelaufen ist, erwischte Norris hart: „Die Woche nach Brasilien war schwierig für mich. Denn es war der erste Moment, in dem ich realisierte, dass es hart wird, die erste Position zu erreichen.“ Später in der Pressekonferenz wurde er deutlicher: „Ich war eine Woche lang sehr niedergeschlagen. Denn ich realisierte, dass die Dinge nun praktisch nicht mehr in meiner Hand sind und nicht mehr unbedingt in Reichweite.“
“Das ist eine harte Erkenntnis, wenn die Hoffnungen und der Glauben daran so hoch sind und sie dann plötzlich so sehr erschüttert werden. Das war sehr demoralisierend und nicht das beste Gefühl“, erklärte Norris und fügte hinzu: „Aber man lernt das zu akzeptieren. So ist das Leben.“
In der WM trennen ihn 62 Punkte von Verstappen bei noch 86 zu vergebenden Zählern. Das bedeutet: Falls der Red-Bull-Fahrer auch nur in einem Rennen vor Norris landet, ist die WM sowieso gelaufen.
Das gilt auch in Las Vegas. Hier findet ihr alle Szenarien für die WM-Entscheidung in Sin City:
Obwohl der WM-Zweite zugibt, dass er sich im Laufe des Jahres einige Fehler geleistet hatte, will er sich selbst nichts vorwerfen: „Ich werde meine Herangehensweise nicht ändern. Meine Herangehensweise war richtig in den letzten paar Wochenenden. Ich performte sehr gut und ich habe einen guten Job erledigt. Von meiner Seite muss ich nichts verändern. Aber ich kann nun wahrscheinlich rausgehen und es ein bisschen mehr genießen.“

Norris blick nach vorne: Jetzt gerüstet für den WM-Kampf 2025
Mit der Weltmeisterschaft wird es wohl nichts werden, aber Norris hat aus 2024 eine ähnlich wichtige Erkenntnis mitgenommen. „Das Wichtigste, was ich mitnehmen kann, ist, dass ich daran glaube, dass ich das Zeug dazu habe, um eine Meisterschaft zu kämpfen“, sagte er. Diese Sicherheit habe er vor der derzeitigen Saison noch nicht gehabt.
Doch das sei noch nicht ausreichend: „Max ist wahrscheinlich einer der besten Fahrer aller Zeiten in der Formel 1 und ich denke nicht, dass man einen viel besseren Fahrer als Max jemals in der Formel 1 sehen wird. Und für mich, um gegen diese Person zu kämpfen, von der ich weiß, wie gut sie ist. Da benötigt es ein bisschen mehr als das, was ich in dieser Saison geleistet habe.“
2025 soll das anders sein. „Ich denke, was ich seit der Sommerpause geleistet habe, damit war ich näher an dem dran, was ich leisten muss, und ich denke, damit bin ich nah genug dran, um nächstes Jahr um den Titel zu kämpfen“, ist Norris überzeugt. Falls die Pace-Verhältnisse so bleiben, wie sie derzeit sind, dann wird sich Norris 2025 wohl tatsächlich im WM-Kampf befinden. Denn im letzten halben Jahr war der McLaren das tonangebende Auto. Diesmal hätte Verstappen also keinen Start-Vorsprung wie noch 2024.



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