Die Pole war für Max Verstappen in Mexiko-GP außer Reichweite. Seinen Red Bull RB20 vermochte er dennoch mit 0,225 Sekunden Rückstand auf Carlos Sainz auf den zweiten Startplatz zu stellen. Eine große Erleichterung für Verstappen nach einem Formel-1-Wochenende, das bisweilen ein frustrierendes war. Was der Fahrer selbst beinahe in Q3 noch verschlimmerte.
Der Samstag war für Verstappen von vornherein eine von hohem Druck bestimmte Angelegenheit. Am Freitag hatte kurz vor Ende des 1. Trainings ein Problem an seinem Motor den Tag durcheinandergebracht. Im 2. Training fuhr Verstappen nur vier Runden. Das Problem wurde man erst los, nachdem man über Nacht die Power Units wechselte. Dabei handelt es sich aber um eine, die bereits Rennen hinter sich hat, keine neue. Damit gibt es keine Strafe.
Die verlorene Fahrtzeit war aber schon schlimm genug. Das bisschen Arbeit vom Freitag war mehr oder weniger komplett abgeschrieben worden, hatte kaum Erkenntnisse gebracht: "Ich war kaum gefahren, also konnte es eigentlich nur besser werden." Positiv war für Verstappen nun, dass er am Samstag im 3. Training endlich defektfrei fahren konnte. "Wir waren massiv im Hintertreffen. Diesbezüglich war es ein echt schreckliches Wochenende."
Verstappen spürt in Mexiko den Druck: Fehler in Q3
Das 3. Training war so eher der Startpunkt von Verstappens Bemühungen, das Auto abzustimmen. "FP3 war nicht wirklich gut", unterstreicht er. "Alles war einfach schwierig. Ich wusste, es würde ein hartes Qualifying werden." Am Funk beklagte er sich über keinen Grip an beiden Enden des Autos.
Bis zum Qualifying justierten Verstappen und Red Bull das Setup: "Dann begann es sich besser anzufühlen, aber in der ersten Startreihe zu stehen ist ein unglaubliches Ergebnis für uns." Unter diesen Gesichtspunkten spürte auch ein Max Verstappen zu Beginn des Qualifyings den Druck, jetzt abzuliefern.

Da beging er im ersten Versuch von Q3 dann tatsächlich auch einen Fehler: "Ich stand schon unter viel Druck, ein gutes Qualifying zu haben, und dann wurde mir die Rundenzeit weggenommen, das hat noch ein bisschen Druck addiert." Auf seiner ersten Q3-Runde fuhr er innen in der ersten Schikane zu aggressiv über die Kerbs und mit allen vier Rädern hinter die weiße Linie. Ein klarer Track-Limit-Verstoß, die Runde war ungültig.
"Auf dem zweiten Versuch war ich wohl etwas vorsichtiger in den Kurven eins und drei, also war es nicht so perfekt wie ich es gerne gehabt hätte", analysiert Verstappen. So hätte er die 0,225 Sekunden große Lücke zu Polesetter Carlos Sainz wohl noch verkleinern können. Ob er Sainz die Pole jedoch streitig machen hätte können ist zweifelhaft.
Verstappen ohne Plan fürs Rennen: Keine Wunder erwarten
"Aber nach den Problemen in der ersten Reihe zu stehen ist für uns ein unglaubliches Ergebnis", unterstreicht Verstappen. "Es zeigt, dass wir ruhig geblieben sind, einfach die Daten angesehen haben und verstanden haben wie, wir das Auto einfach ein bisschen wettbewerbsfähiger machen."
Ob das auch für das Rennen gilt? Hier fehlen Verstappen, der in FP3 noch das Basis-Setup suchte, erst recht die Referenzen aus den Trainings: "Ich erwarte keine Wunder. In Austin war Ferrari richtig, richtig schnell. McLaren war da vielleicht nicht so schnell, aber im Rennen waren sie auch wettbewerbsfähig."
Verstappens zweiter Startplatz ist für das Rennen auch mittelmäßig ideal. Wer in Mexiko-GP aus der ersten Reihe startet, leistet jenen dahinter auf dem langen Weg zur ersten Kurve zwangsweise viel Windschatten-Hilfe. Verstappen nimmt es gelassen: "Es ist ein langer Weg, da kann viel passieren, aber ich denke nicht zu sehr darüber nach."



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