Sergio Perez hat sich in der Formel 1 inzwischen an Niederlagen gewöhnt. Die vergangenen Jahre und vor allem die laufende Saison waren für den Mexikaner beinahe nur eine Abfolge von Pleiten. Doch dass das Qualifying beim Mexiko-GP komplett danebenging, wird den Red-Bull-Fahrer dennoch viel mehr weh tun als andere verkorkste Sessions in diesem Formel-1-Jahr.

Denn ausgerechnet vor seinem enthusiastischen Heimpublikum zeigte Perez das zweitschlechteste Qualifying in der Saison 2024 und kam nicht über P18 hinaus – nur in Großbritannien beendete er den Samstag auf einer noch schlechteren Position. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der ein Verbleib beim Topteam der Bullen auf der Kippe steht. Entsprechend gebrochen wirkte Perez auch am Samstag, nachdem er aus seinem Red Bull RB20 ausstieg.

Sergio Perez über Bremsproblem: Können es in den Daten sehen

"Es ist enttäuschend. Denn, wenn es einen Grand Prix gibt, bei dem ich besonders gut abschneiden will, dann ist es dieser hier", ärgerte sich Perez. Nach der Qualifikation hatte er aber eine Erklärung für die Pleite parat: Die Bremsen. "Ich hatte sehr viele Probleme in der Bremsphase. Immer wenn ich versuchte in der Bremszone zu attackieren, habe ich einfach zu viel Energie in die Reifen gesteckt. Das machte es schwierig für mich, das Auto zu stoppen", begründete er seine schlechte Performance.

Ein Problem, das nicht neu ist. Im Training klagte Perez darüber und verzeichnete in FP3 einen schweren Verbremser, doch auch davor existierte es schon: "Es war schon in den letzten drei Rennen da. Ich konnte das Auto einfach nicht stoppen. Ich musste mit den Bremsen ziemlich stark herumspielen", sagte er. Eine Lösung für das Problem wurde bisher noch nicht gefunden "Es ist etwas, das wir in den Daten sehen können, aber wir sind im Moment nicht in der Lage es zu beheben", fügte er hinzu.

Red Bull-Fahrer Sergio Perez
Sergio Perez startet beim Mexiko-GP nur von Rang 18., Foto: LAT Images

Auf seinen Runden in Q1 lässt sich erkennen, dass Perez kein Vertrauen in seine Bremsen hat. In den harten Bremsphasen vor Kurve 1 und in Turn 12 steigt er jeweils deutlich früher in die Eisen als es Teamkollege Verstappen tut. Der gigantische Zeitrückstand von über acht Zehntelsekunden im ersten Qualifying-Abschnitt ergibt sich aber nicht nur aus der Bremsphase. Denn auch in den Kurvenkombinationen dazwischen lässt er viel Zeit liegen.

Startet Perez aus der Boxengasse?

Perez beschrieb, dass das Problem vor allem in den starken Bremszonen auftrete. "Ich rutsche einfach zu viel. Da es hier um starke Oberflächenempfindlichkeit geht, macht es das noch viel schwieriger", so seine Erklärung. Seine Hoffnungen auf eine gute Aufholjagd im Rennen hält sich in Grenzen, was nicht nur an der überholfeindlichen Natur der Strecke liegt, sondern auch daran, dass das Bremsproblem nicht auf den Qualifying-Run beschränkt ist: "Es ist auch im Longrun da."

Der logsiche Ausweg wäre ein Bruch des Parc-Ferme-Reglements, um das Fahrzeug umbauen zu können, und daran anschließend ein Start aus der Boxengasse. Ob Red Bull diesen Weg einschlagen wird, ist noch unklar. Perez: "Wir werden die Optionen diskutieren. Aber das Problem ist, dass auch nicht viele Teile verfügbar sind. Wir haben die Spezifikation des Unterbodens nicht hier, auf die wir gerne wechseln würden."

Was Perez wohl noch mehr Kopfzerbrechen bereiten wird, als das Rennen am Sonntag, sind die Konsequenzen darüber hinaus. Perez hat zwar einen Vertrag mit Red Bull für das kommende Jahr, aber bekanntermaßen bedeutet ein RBR-Vertrag nicht unbedingt, dass er für Red Bull Racing an den Start geht. Denn Perez könnte auch in das kleinere Schwesterteam abgeschoben werden. Teamchef Christian Horner kündigte vor dem Mexiko-Wochenende an, dass man sich am Ende der Saison zusammensetzen werde, um die Cockpitverteilung zu klären.

Auch für Oscar Piastri ging das Qualifying komplett daneben. Das hatte der McLaren-Pilot zu sagen: