Das Fahrverhalten von Max Verstappen sorgte infolge des Formel-1-Rennens in Austin wieder einmal für Gesprächsstoff. Viele Fans und auch zahlreiche Personen im F1-Paddock machten den Niederländer für das Manöver mit Lando Norris verantwortlich, das letztendlich den Kampf um Platz 3 zu seinen Gunsten entschied. Die Stewards bestraften nämlich Norris.

Einer, der die Fahrweise von Verstappen gut kennt, ist Charles Leclerc. Der Monegasse hatte sich schon im Kartsport mit Verstappen duelliert und war seit 2019 in der Formel 1 regelmäßig in Zweikämpfe mit dem inzwischen dreifachen Weltmeister verstrickt. Er erklärte vor dem Mexiko-GP, warum der Fahrstil von Verstappen so kontrovers ist: "Max ist immer am Limit des Reglements. Das macht die Zweikämpfe mit ihm so aufregend."

Charles Leclerc über Max Verstappen: Er wird dir nie Platz lassen

Was das heißt, das musste Leclerc 2019 beim Österreich-GP schmerzhaft erfahren. Damals nahm ihm Verstappen mit einem umstrittenen Manöver die Führung ab und Leclerc verlor so seinen potenziellen ersten Grand-Prix-Sieg. Eine wichtige Lektion für ihn, denn dadurch wurde dem Ferrari-Pilot erst richtig klar, wie weit er gehen kann. Eine Lektion, die er nur ein Rennen später in Silverstone in einem harten Zweikampf gegen Verstappen einsetzte.

"Das ist der Grund, warum ich diese Kämpfe gegen ihn so gerne habe. Denn du weißt, er wird dir nie Platz lassen und wird sich immer am Rande des im Reglement erlaubten bewegen", betont Leclerc. "Manchmal geht er ein bisschen darüber hinaus", merkte er später auch kritisch an.

War das in Austin der Fall? Dazu äußerte sich der Sieger des USA-GPs nicht. Leclerc findet jedenfalls unabhängig davon, dass in Austin die Stewards danebenlagen "Ich habe einige Dinge gesehen, die wir mit der FIA besprechen müssen. Denn ich habe das Gefühl, einige Strafen waren zu streng."

Leclerc kritisiert Stewards: Piastri-Strafe falsch

Damit spielte er auf eine Bestrafung gegen McLaren an. Allerdings nicht auf jene von Norris im Kampf gegen Verstappen: "Es geht mehr um das Überholmanöver von Oscar am Samstag, denn meiner Meinung nach hat er dafür keine Strafe verdient", so Leclerc. Piastri hatte im Sprint eine 5-Sekunden-Strafe erhalten, da er bei einem Überholmanöver gegen Pierre Gasly den Franzosen von der Strecke gedrückt hatte.

"Wir versuchen immer die Zusammenarbeit mit der FIA zu optimieren und wir werden dazu eine Diskussion führen", kündigte Leclerc an. Im Laufe derselben Pressekonferenz nahm er die Stewards aber auch in Schutz, denn die Beurteilung vieler Situationen sei ein "sehr komplexes" Thema. "Das Regelbuch ist eine Sache, aber es wird nie genug Regeln für jede spezifische Situation, die sich auf der Strecke ereignen kann, geben."

Etwas versteckte Kritik gegen Verstappen teilte er dann aber doch aus. "Ich denke es muss in manchen Situationen ein bisschen Hausverstand angewendet werden, wenn ein Fahrer das [später Bremsen, um am Scheitelpunkt vorne zu sein; d. Red] mehrmals in der gleichen Art und Weise tut. Wir müssen Überholmöglichkeiten erschaffen, aber, was wir in Austin gesehen haben, ist vielleicht ein bisschen extrem." Den Namen 'Verstappen' nahm er dabei nicht in den Mund, aber gegen den Red-Bull-Fahrer wurden schon mehrmals Vorwürfe laut, dass er genau diesen Aspekt der Fahr-Richtlinien missbrauche.

Ging Verstappen in Austin zu weit? Christian Danner nahm Lando Norris in die Verantwortung.

Fährt Norris zu vorsichtig? Danner: Er muss brutaler fahren! (33:37 Min.)