Wieder verliert Lando Norris in der Formel-1-WM Boden auf Max Verstappen. In Austin auf äußerst frustrierende Art und Weise, nämlich per später Strafe im Rennen. Er hatte Verstappen abseits der Strecke überholt, so das Urteil der FIA-Stewards. Völlig daneben, findet Norris, der vergeblich das Racing-Verständnis der Schiedsrichter sucht.
Einspruch wird es gegen das Ergebnis keinen mehr geben, so viel ist klar. Das geht gegen solche im Rennen ausgesprochenen Tatsachen-Entscheidungen nicht. "Was auch dumm ist, weil sie einfach nur raten", sagt Norris nach dem Rennen. "So sollte man keine Rechtsprechung betreiben. Aber es ist ein schwieriger Job, ich beschwere mich nicht über sie. Es geht mehr darum, dass sie nicht alles so gut sehen und verstehen wie wir im Auto."
Darum dreht sich Norris' Kritik nach dem Rennen. Mit dem Fight gegen Verstappen hat er grundsätzlich kein Problem: "Es war ein guter, hat Spaß gemacht, war respektvoll." Nur gab es dann dieses Manöver in Runde 52. Norris hatte so viel DRS-Überschuss wie davor noch nie, Verstappen machte ihm innen die Tür zu. Dabei bremste er so spät, dass er bis in die Auslaufzone rutschte.
Norris-Fazit: Verstappen hatte genauso einen Vorteil
Norris hatte keinen Platz mehr. Also entschied er sich dafür, mit Verstappen gemeinsam ins Aus zu fahren. Er blieb trotzdem auf dem Gas, ging vorbei, wurde für Überholen abseits der Strecke bestraft. "Für mich ist der Punkt, dass Max sich nicht korrekt verhalten hat", hält Norris dagegen. "Dass er seinen Platz behält, indem er von der Strecke fährt. Er hat überverteidigt und einen Fehler gemacht, und daraus einen Vorteil gezogen. Ich musste deswegen von der Strecke. Daher ist es auch unmöglich für jemanden zu wissen, ob ich die Kurve bekommen hätte."
Die Stewards rechtfertigten ihre Argumentation damit, dass Verstappen am Scheitelpunkt vorne war. In diesem Fall sprechen die Straf-Richtlinien der Formel 1 dem außen angreifenden Auto kein Recht auf die Kurve zu. Dass Verstappen womöglich nur vorne war, weil er - um Norris zu zitieren - "überverteidigt" hatte, sprich zu spät bremste, wird nicht erwähnt. Die komplette Entscheidung wird in diesem Artikel erklärt:
Nichts an dieser Argumentation wird Norris freuen. "Für mich war es schlicht eine überhastete Entscheidung", bemängelt er außerdem. "Sie wollen nur eine Entscheidung treffen, damit sie nicht im Nachhinein Punkte und Podien umstellen müssen. Daher beeilen sie sich, hören mein Argument nicht, das vom Team nicht, das von Max nicht. Das ist, denke ich, nicht ganz korrekt."
Norris im harten Fight mit Verstappen: So läuft das
Was Norris wohl gerne den Stewards mal erklären würde, ist die Art und Weise, wie man gegen einen Max Verstappen Rennen fahren muss. Schon in der ersten Kurve nach dem Start hatte der ihn erbarmungslos von der Strecke gedrängelt, nachdem Norris innen eine Fahrzeugbreite Platz gelassen hatte: "Beide Male, als er von der Strecke ist, zeigte er sehr viel Einsatz, um vor mir zu bleiben."
"Das Ding mit Max ist: Du brauchst vollen Einsatz!", so Norris. "Die Leute verstehen solche Sachen nicht. Du kannst da nicht halbherzig fahren." Diesbezüglich nimmt er sich selbst aber auch in die Pflicht. Eben weil er in der ersten Kurve dieses Bisschen Platz ließ, welches Verstappen sofort für einen Angriff nutzte.
"Hätte ich besser in der ersten Kurve verteidigt, anstatt wie ein Depp zu fahren, hätte ich danach geführt, und wir würden dieses Gespräch gar nicht haben", resigniert Norris schließlich. "Momentum-Killer" nennt er in Bezug auf die WM den vierten Platz hinter Verstappen, auch wenn er sicher ist, dass er selbst mit der Führung nach der ersten Kurve irgendwann von beiden Ferrari überholt worden wäre.
Aber Platz drei war locker drin. Und: "Der einzige Typ, den ich schlagen muss, ist Max. Und das konnte ich heute nicht. Alles in allem ist das ein nicht erfolgreiches Wochenende." Mit 52 Punkten Rückstand war Norris in Austin angekommen. Mit 57 reist er ab. Bei fünf verbleibenden Wochenenden wird die WM nur schwieriger.



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