Die Formel 1 ist zurück aus ihrer Herbstpause und Red Bull steht vor einem richtungsweisenden Wochenende. Einerseits befindet man sich sowohl im Kampf um die Fahrer-WM in Person von Max Verstappen, andererseits gilt es für den amtierenden Weltmeister, den Anschluss an McLaren in der Konstrukteurs-WM zu verlieren. Derzeit beträgt der Rückstand 41 Punkte. Um den Bock umzustoßen, startet Red Bull daher in Austin die letzte große Update-Offensive dieser Saison. Es dürfte sich um eins der wichtigeren Updates der jüngeren Vergangenheit für den Meister handeln.

Austin-Update wichtigstes Update in Red Bulls F1-Geschichte?

Ziel des Austin-Paketes soll vor allem eine verbesserte Fahrbarkeit sein. Ein Problem, dass Verstappen schon länger moniert. Es handelt sich dabei um einen Teufelskreis. Je schlechter die Fahrbarkeit, desto mehr muss der Fahrer die Reifen beanspruchen, um eine Kurve sauber zu erwischen und desto schneller gehen die Reifen ein. Dabei war die reifenschonende DNA einst das Steckenpferd von Red Bull. Aber Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko gibt im exklusiven Interview mit Motorsport-Magazin.com zu: Bei den Updates sei "irgendwann im Verlaufe der Zeit falsch abgebogen worden."

Red Bull Absturz! Wie konnte das passieren? Dr. Helmut Marko (39:31 Min.)

"Das ist eine Zeit lang durch die außerordentlichen Fahrkünste von Verstappen kaschiert worden. Aber irgendwann ging das nicht mehr und das Auto hat sich zugespitzt mit einer ganz, ganz geringen Fahrbarkeitsbreite", so der Grazer weiter. "Es ist ganz entscheidend, dass wir die Richtung und vor allem dort, wo wir falsch abgebogen sind, korrigiert wird und dass die Techniker die Komplexität, die mit den Ground-Effekt-Autos einhergeht, verstanden wird. "

2024 keine Flexi-Wings bei Red Bull: McLaren nun in der Grenzgänger-Rolle

Kein Teil des Austin-Updates sollen, zumindest vorerst, die bei McLaren und Mercedes beobachteten flexiblen Frontflügel werden. "Das ist etwas, was sich für dieses Jahr glaube ich nicht realisieren lässt", bestätigte Marko. Während McLaren seinen in Baku kontrovers diskutierten Heckflügel, der eine Art 'Mini-DRS' generierte, mehr oder weniger freiwillig nicht mehr verwenden wird, darf der biegsame Frontflügel weiterhin verwendet werden. Für viele ist dieser sogar noch effektiver als der Heckflügel. Eigentlich soll aktive Aerodynamik am Frontflügel erst ab 2026 Teil des Formel-1-Regelwerks sein. Mehr dazu hier:

Neue Regeln 2026: Mehr Top-Speed für Formel-1-Boliden! (15:50 Min.)

Umso mehr stört es die Konkurrenz, dass die Frontflügel trotz sichtbarer Veränderungen auf der Strecke alle Tests der FIA bestanden haben. "Es muss von der FIA eine bessere Auslegung geben. Es kann nicht sein, dass du den Test bestehst, aber wenn dann aufgrund von Kamerabildern bewiesen wird, dass sich im Rennen etwas ganz anderes abspielt. Da muss man einfach bessere Messmethoden finden", fordert Marko. Dass nun ausgerechnet Red Bull als Regelhüter auftritt, kommentierte der Grazer daraufhin mit einem Schmunzeln. "Da war Rob Marshall noch bei uns." Der Ingenieur ist seit dem Januar 2024, wie sollte es anders sein, bei McLaren angestellt.