Die jüngsten Rennen der Formel 1 sind für Lando Norris schwere Kost. Das Glück des ersten Sieges scheint er 2024 teuer zu bezahlen. In Österreich erlitt er im Sprint die nächste frustrierende Niederlage. Diese heute im Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg im nächsten großen Kampf gegen Max Verstappen wettzumachen, dürfte sich jedoch als schwierig herausstellen. Der Favoritencheck.
Denn Verstappen schickt sich heute an, vor tausenden nach Österreich-GP gereisten Fans aus den Niederlanden endlich wieder die Verhältnisse zurückzustellen. Das Qualifying gestern war starker Tobak für die wieder von Norris angeführte Konkurrenz: 0,404 Sekunden lag der McLaren diesmal zurück. Am Freitag im Sprint-Qualifying war es noch ein Hundertstelkrimi gewesen.
"Der Pace-Vorteil, den Max heute hatte, der wird wohl zum Teil auch ins Rennen übernommen werden", fürchtet Norris. Nüchtern betrachtet zweifelt McLaren sowieso dran, dass sie im Sprint wirklich so schnell wie Verstappen waren. Nur weil Norris nah genug dran war, um in der Startphase eine Attacke zu reiten, muss das noch nichts heißen.
Norris von nächstem Fehler im Österreich-Sprint mitgenommen
Aber zuerst einmal lag der größte Fokus von Norris auf seiner halbherzigen Defensive in diesem Sprint-Kampf mit Verstappen. Er hatte die Führung schon übernommen, verpasste dann jedoch die Chance, komplett innen abzudecken, und ermöglichte dadurch den Konter. Obendrauf wurde er von Oscar Piastri auf den dritten Platz verdrängt.
Norris ging hart mit sich ins Gericht und benötigt dringend eine Revanche. Zu oft ging in den letzten Wochen bei ihm und bei McLaren etwas schief: "Wir sagen das jetzt jedes Wochenende. Ich darf das nicht mehr machen. Ich muss einfach einen besseren Job machen. Ich habe etwas ziemlich Dummes getan, das war nicht sehr smart von mir."
Spielberg ist jedoch ein schwieriger Ort für Norris, um diese Revanche zu schaffen. Er ist bereits das ganze Wochenende gesundheitlich angeschlagen. Auch wenn er schwört, dass es seine Performance nicht beeinflusst. Und die Formel 1 befindet sich mitten in einem Triple-Header. Gute Bedingungen für den Reset sind das nicht. Dazu kommen Fragezeichen um die McLaren-Pace.
Piastri riss hintenraus im Sprint deutlich von Verstappen ab, der einen recht komfortablen Sieg feierte. Allerdings mit Einschränkung: Während Piastri Probleme bekam, war Norris in der Schlussphase der schnellere McLaren, kam nur nicht vorbei. "Es ist ein enger Kampf", lautete Verstappens Fazit danach. Obwohl die drei zu Beginn ohne Rücksicht auf ihre Medium-Reifen ein höllisches Tempo gingen und Norris das ganze Rennen in verwirbelter Luft fuhr, hatte er am Ende noch gute Pace.
Verstappen legt nach: Jetzt zu viel für Norris & McLaren?
Das unterstreicht, dass McLarens starke Rennpace der letzten Wochenenden nach wie vor vorhanden ist. Worüber sich Red Bull da deutlich mehr freut, ist der erfolgreiche Setup-Prozess. Nach mehreren durchwachsenen Wochenenden feiert Verstappen in Spielberg, dass der RB20 hier als gute Basis begann. Und dank der Änderungen am Sprint-Format konnte Red Bull in der samstäglichen Mittagspause noch einmal nachbessern.
Die Konsequenz war ein auf der unter 65 Sekunden kurzen Runde gigantischer Vorsprung von über vier Zehntel. "Gestern bin ich vielleicht eine bessere Runde gefahren und habe etwas Zeit gut gemacht, und heute waren mindestens ein, zwei Zehntel nur mit einer guten Runde von mir drin, aber definitiv nicht genug für mich, um Max zu knacken", bilanziert Norris.
Verstappen lobte nach dem Qualifying eine weiter verbesserte RB20-Balance. Das sind für ihn auch gute Aussichten auf das Rennen. Je besser die Balance, desto leichter das Reifenmanagement. An einem Tag, an dem erneut hohe Temperaturen erwartet werden.
Für Pirelli ist die schnellste Strategie eindeutig eine Zweistopp-Kombination mit einem Medium und zwei Hard. Hier ist wichtig festzuhalten: Vorne setzte Red Bull darauf, sich zwei Hard-Reifen für den Sonntag aufzusparen. McLaren, und der Rest der Spitzengruppe, entschloss sich lieber mehr Medium zu behalten.
Verstappen & Norris dem Rest der F! zu weit enteilt?
Ultimativ sind Verstappen und Norris aus der ersten Reihe die haushohen Favoriten auf dem Rennen. Die Konkurrenz von Ferrari und Mercedes rechnet stark damit, nur untereinander zu kämpfen. Beide Teams lagen im Sprint eng beieinander. Beide setzen nach Setup-Änderungen auf erneut verbesserte Rennpace.
In diesem Vierkampf sind Oscar Piastri und Sergio Perez in der vierten Reihe - der letzten der Spitzengruppe - die Wildcards. Perez lieferte einen enttäuschenden Samstag mit großem Defizit zu Verstappen ab. Piastri hingegen scheiterte nur am Reifenmanagement. Sich durch beide Ferrari und beide Mercedes zu kämpfen wird schwer.



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