In seinem Wohnzimmer war auf dem Red Bull Ring war Max Verstappen mal wieder unantastbar. War es am Freitag Sprint-Qualifying und teilweise auch im Sprint noch eine Geschichte zwischen ihm und Rivale Lando Norris, dominierte der Weltmeister das Qualifying für den Österreich GP nach Belieben. 0,404 Sekunden brummte er Norris auf, der im Rennen morgen seine Chance bekommt, sich für die Sprint zu revanchieren. Es ist die 41. Pole Position in Max Verstappens Karriere.
Red Bull zaubert im Setup: So ein Gefühl hatte ich lange nicht mehr im Auto
Der Schlüssel zum Erfolg lag für Verstappen im verbesserten Setup gegenüber zum Sprint-Qualifying und Sprint, wo er dennoch die Pole und den Sieg einfahren konnte. "Das Auto war in einem besseren Fenster. Ich konnte ein bisschen mehr pushen und mich auf den Grip des Autos verlassen wegen der besseren Balance. Das habe ich sehr genossen", schwärmte der Red-Bull-Pilot. Dr. Helmut Marko fügte hinzu: "Wir sind auch überrascht, aber das ganze Team hat hervorragend gearbeitet. Vier Zehntel auf dieser Strecke sind unglaublich. Das war eine Machtdemonstration."
Aus den Erfahrungen des Sprint-Qualifyings und des Sprints scheint Red Bull beim Setup die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Mit dem 2024 neu eingeführten Sprint-Format sind diese nach dem Sprint erlaubt, da das Parc-fermé noch einmal geöffnet wird. "Wir haben versucht, hier und da die Balance feiner abzustimmen, aber jede Runde, die ich gefahren bin, war sehr gut", erklärte Verstappen. "Dann geht es nur noch darum, jede Kurve gut zu treffen. Es ist eine Weile her, dass ich dieses Gefühl im Auto hatte."
Die erfolgreiche Setup-Änderung von Red Bull schlägt sich auch in der Analyse wieder. Im Vergleich zum Sprint-Qualifying verbesserte sich Verstappen am Samstag vor allem in den DRS-Bereichen. Red Bull optimierte also das Setup mehr auf den Top-Speed auf den Geraden. Gleichzeitig musste Verstappen allerdings keinen Verlust in den langsameren Kurven in Kauf nehmen. Die Zeiten in den restlichen Kurven sind im Vergleich zum SQ3 auf einem ähnlichen Niveau.
Fast eine Sekunde Rückstand: Sergio Perez enttäuscht erneut
Wie dominant die Leistung Verstappens war, zeigt mal wieder die Lücke zu seinem Teamkollegen Sergio Perez. 0,888 Sekunden fehlten dem Mexikaner auf die Pole Position. Auf dem nur 4,318 km langen Red Bull Ring entspricht dieser Rückstand Welten. Immerhin gelang Perez zum zweiten Mal in Folge der Einzug in das Q3, auch wenn es alle frischen Soft-Reifen erforderte. Im letzten Lauf hatten nur er und Esteban Ocon keinen unbenutzten Reifensatz zur Verfügung. Der Rest hatte sich vorher mindestens einen Satz aufsparen können.
"Wir hatten leider nicht genug Vorsprung früh im Qualifying. Es war alles so eng, deswegen mussten wir leider mehr Reifen benutzen als wir wollten", sprach Perez. "Mir haben nur vier Zehntel auf P2 gefehlt und ich war auf einem benutzten Reifen, also denke ich, dass wir heute mehr herausholen hätten können."
Verstappen in Österreich der klare Favorit: Nur etwas Außergewöhnliches kann ihn stoppen
Nach der Machtdemonstration geht Verstappen vor seinen zahlreichen Fans wieder als der klare Favorit in das Rennen. Ein nicht neues, aber mit Sicherheit etwas ungewohntes Gefühl in Anbetracht des McLaren-Aufschwungs der letzten Wochen. "Die letzten Rennen waren alle ziemlich eng, deswegen war das heute sehr positiv für das Team", erkannte auch Verstappen an.
Der Weltmeister hofft, dass sich die Lücke aus dem Qualifying auch auf die Longrun-Pace im Rennen überträgt. Ein Bereich, in dem Red Bull zuletzt das Nachsehen gegenüber McLaren hatte. "Ich habe das Gefühl, dass sich das Auto bei der Balance verbessert hat, was hoffentlich mit den Reifen morgen hilft, denn es wird ein heißes und langes Rennen", erklärte der Weltmeister. "Man muss enorm auf die Reifen aufpassen und das werden wir morgen versuchen."

Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko ging, wie gewohnt, etwas offensiver und selbstbewusster mit den Erwartungen an den Grand Prix um, auch wenn Norris im Vergleich zum Sprint einen kleinen Vorteil genießen wird. "Norris kann sich im Rennen auf Max konzentrieren und hat keinen Teamkollegen im Nacken", erklärte Marko. "Aber mit dem Vorsprung, den wir haben, mit unseren zwei frischen harten Reifensätzen bei den Temperaturen und so wie Max unterwegs ist kann ihn nur etwas Außergewöhnliches stoppen."
Auf der Strecke läuft es für Red Bull beim Heimrennen wieder hervorragend. Doch daneben wollen die Brandherde einfach nicht abkühlen. Jüngst eskalierte der Streit zwischen Red-Bull-Teamchef Christian Horner und Max Verstappens Vater Jos, der daraufhin seine Teilnahme an der Legends Parade von Red Bull absagte. Was Max Verstappen über die Thematik denkt, könnt ihr hier lesen:



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