Alfa Romeos kurzes Intermezzo als Titelsponsor von Sauber ist Geschichte. Jetzt befindet sich das Schweizer Traditionsteam, welches seit 1993 ununterbrochen in der Formel 1 am Start steht, in einem Namensvakuum. Am 15. Dezember wird offiziell ein Name verkündet.

Es sind zwei Partner, die beide schon in der Saison 2023 dabei waren. Die Online-Glücksspielplattform Stake bleibt Titelsponsor, wie schon im Vorjahr. Die Streaming-Plattform Kick hat die Namensrechte am Chassis erworben. Laut der offiziellen Starterliste der FIA, die am gleichen Tag veröffentlicht wurde, nennt sich das Team jetzt "Stake F1 Team KICK Sauber". Auf "KICK Sauber C44" wird das Auto hören.

Der Name bleibt eine Übergangslösung. Audis neuer Formel-1-Motor wird schließlich erst 2026, mit dem Beginn des neuen Reglements, fertig. Dementsprechend liefert Ferrari für die nächsten zwei Jahre weiterhin Power Units ins schweizerische Hinwil. Und daher muss für diese zwei Jahre eine Übergangslösung her.

Damit feiert Sauber als Name nach einer Abwesenheit von fünf Jahren sein Comeback, nachdem er von 2019 bis 2023 im Rahmen der Alfa-Partnerschaft von fast allen offiziellen Stellen getilgt wurde und nur als Logo auf dem Auto präsent war.

Die Geschichts-Wirren des Sauber-Namens

Dementsprechend führten auch die meisten F1-Statistiker Sauber zwischen 2019 und 2023 nur als "Alfa Romeo" - was nun die Historie des Teams stark verwässert hat. Beginnend mit den Jahren 2006 bis 2009 als BMW-Werksteam. In diesen Jahren war der Sauber-Name zwar präsent, aber das Team gehörte BMW. In den Alfa-Jahren war Alfa nur ein Sponsor, aber der Sauber-Name glänzte nun durch Abwesenheit.

Auf dem Alfa-Sauber war deutlich mehr Alfa als Sauber (klein auf der Airbox), Foto: Motorsport-Magazin.com
Auf dem Alfa-Sauber war deutlich mehr Alfa als Sauber (klein auf der Airbox), Foto: Motorsport-Magazin.com

Obwohl Sauber seit 1993 durchgehend am Start steht, klaffen deshalb in vielen Statistiken zwei große Lücken auf. Auch der Chassis-Name wurde von den Wirren nicht verschont. Immerhin bleibt auch 2023 das Format von C plus Ordnungszahl vorhanden. Es ist älter als das F1-Programm, sogar älter als die Sauber-Sportprototypen, die in den 80ern um die Sportwagen-WM kämpften.

Der "C1" war ein Auto für die Schweizer Sportwagenweltmeisterschaft von Firmengründer Peter Sauber. Das C steht für den Vornamen seiner Frau Christiane. Auch nachdem Peter Sauber das Team 2016 verkaufte, blieb das C. Nur in den BMW-Jahren wurde es ausgesetzt. Michael Schumacher fuhr etwa in Le Mans in einem C - mehr dazu hier:

Sauber nicht in bester Position für Formel-1-Sponsoren

Die Erfolge der Vergangenheit halfen Sauber nur bedingt bei der Sponsorsuche. Die Ausgangsposition ist schwierig. Natürlich ist die Leistung ein Problem, das Team war im Vorjahr nur WM-Neunter. Der Audi-Einstieg macht es nicht leichter, eben weil jede Partnerschaft nur eine zweijährige Übergangslösung ist.

Mit den Vorjahrespartnern Stake und Kick ist das Team aber zufrieden. Im Vorjahr hatten sich die beiden Unternehmen auch als Titelsponsor abgewechselt. Beide sind über die gleichen Gründer verbunden.

"Durch das Erweitern von Kicks Verbindung mit dem Team von Major Partner zum Chassis-Namensrechtepartner steht diese Partnerschaft davor, die Grenzen von Fan-Engagement neu zu definieren und eine beispiellose Erfahrung für Motorsport-Enthusiasten weltweit abzuliefern", wird Kicks Chief Marketing Officer Akhil Sarin in der Presseaussendung zitiert.