Sergio Perez macht in Baku dort weiter, wo er vor zwei Wochen in Monaco aufgehört hatte: Mit Sieg und neuem Vertrag im Rücken holte sich der Red-Bull-Pilot die Bestzeit im 1. Freien Training zum Aserbaidschan GP. Perez meisterte den 6,003 Kilometer langen Baku Street Circuit in 1:45,476 Minuten.

Gekennzeichnet war der Auftakt zum Baku-Wochenende vor allem von starken Porpoising. Fast alle Teams hatten auf der längsten Vollgas-Passage des gesamten Formel-1-Kalenders mit extremen Hüpfen zu kämpfen. "Es ist so wellig, ich kann die Linie nicht sehen", funkte Lewis Hamilton aus seinem Mercedes-Cockpit, nachdem er die Streckenbegrenzung mehrmals überfahren hatte.

Das Ergebnis: Auf den Soft-Reifen fuhr Perez 0,127 Sekunden schneller als Charles Leclerc im Ferrari. Max Verstappen reihte sich zwei weitere Zehntel dahinter auf Rang drei ein. Carlos Sainz fehlte auf Rang vier schon eine halbe Sekunde auf die Perez-Bestzeit.

Den Title Best of the Rest sicherte sich Lewis Hamilton im Mercedes. Allerdings hatte er schon fast 1,2 Sekunden Rückstand. Yuki Tsunoda und George Russell reihten sich dahinter ein, Pierre Gasly und Esteban Ocon komplettierten die Top-10. Sebastian Vettel beendete das 1. Training auf Rang 14.

Die Zwischenfälle: Wie immer in den Straßenschluchten Bakus wurden die Notausgänge zahlreich frequentiert. Kontakt mit der Mauer machte dabei nur ein Pilot: Lance Stroll touchierte die Tecpro-Barriere am Ausgang von Kurve 15 mit dem rechten Hinterrad. Der Aserbaidschan-Klassiker blieb aber ohne große Folgen für ihn. Die Mechaniker inspizierten die Hinterachse des AMR22 genauer, ehe der Kanadier zurück auf die Strecke konnte.

Max Verstappen beklagte sich nach einem Dreher in der letzten Runde über das Fahrverhalten seines RB18. In Kurve 15 drehte er sich langsam über die Strecke, konnte aber anschließend ohne Probleme weitermachen. "Immer wenn ich vor vom Gas gehe und runterschalte, schiebt der Motor weiter. Das müssen wir untersuchen", forderte der Weltmeister.

Die Technik: Wie schon in Monaco war das 1. Training für Mick Schumacher schon vorbei, bevor es richtig begonnen hatte. In seiner dritten Runde wurde er dazu angehalten, das Auto wegen Wasserdruckverlusts langsam an die Box zurückzusteuern. Ehe der Befehl ankam, strömte das Wasser schon aus dem Boliden und Schumacher musste im Notausgang parken.

Nicholas Latifi erlebte wenig später ein ähnliches Ende seiner Session. Der Mercedes-Motor im Williams-Heck schaltete sich beim Anbremsen ab. Noch während des Bremsvorgangs meldete sich der V6 wieder zurück, ehe er im Notausgang erneut ausging. Wie schon bei Schumacher war eine VSC-Phase nötig, um das Auto zu bergen.

Kleinere technische Probleme gab es am Red Bull von Max Verstappen. Bei geöffnetem DRS flatterte das obere Flügelblatt erheblich im Wind. Im Gegensatz zu Barcelona funktionierte aber der hydraulische DRS-Mechanismus.

Abgesehen von den Problemen gab es auch Neuerungen an der Technik-Front. Alle Teams rückten nach Monaco mit komplett anderen Autos aus. Auf den langen Geraden sind wenig Luftwiderstand und somit kleine Flügel gefragt. Red Bull brachte zudem ein Update am Unterboden, Mercedes und Ferrari neue Spiegelbefestigungen.

Das Wetter: Bei 26 Grad Luft- und gut 40 Grad Asphalttemperatur herrschten während des 1. Freien Trainings eigentlich perfekte und repräsentative Bedingungen für das restliche Wochenende. Baku wurde seinem Namen als 'die Stadt des Windes' aber einmal mehr gerecht. "Der Wind auf der Start- und Zielgeraden ist verrückt", funkte Verstappen mehrmals.