Lange zierte sich die Formel 1 mit einer Entscheidung zu den Sprintrennen für die Formel-1-Saison 2022. Jetzt steht es fest: Auch im kommenden Jahr werden drei Sprints ausgetragen werden. Außerdem kam die F1-Kommission auch zu einer Entscheidung wie man in Zukunft Rennen wie den Belgien-GP 2021 in die Wertung nehmen wird.

Sprints in Imola, Österreich und Brasilien

Die Strecken auf denen diese Kurzrennen am Samstag ausgetragen werden, um die Startaufstellung für den Grand Prix zu bestimmen, stehen auch schon fest. Der erste Sprint wird beim Wochenende des Emilia-Romagna-GPs am 23. April in Imola über die Bühne gehen. Das zweite Sprintrennen findet anschließend beim Österreich-GP am 9. Juli in Spielberg statt. Für beide GPs ist es eine Premiere dieses Formats. Gleichzeitig wird auch der verwirrende Name "Sprint-Qualifying" in Rente geschickt, von nun an heißt die Session auch offiziell nur noch Sprint.

Auf der dritten Strecke, die einen Sprint austragen wird, wurde hingegen schon im Vorjahr dieses Format erprobt. Die Rede ist vom Autodromo Jose Carlos Pace in Sao Paulo, wo am Wochenende des 13. November der vorletzte GP der Saison ausgetragen wird. 2021 lieferte hier Lewis Hamilton vom letzten Startplatz eine Aufholjagd ab und raste am Samstag bis auf Platz 5 nach vorne. Im vergangenen Jahr waren neben Brasilien noch Silverstone und Monza als Austragungsorte auserkoren worden.

Kompromissentscheidung für Sprints

Die Sprintrennen wurden einstimmig in der F1-Kommission einstimmig angenommen. Ursprünglich wurde geplant bei mehr als nur bei drei Events das im letzten Jahr ausgetestete Format zum Einsatz zu bringen. Doch die großen Teams sträubten sich gegen diesen Vorschlag. Ferrari, Red Bull und Mercedes forderten eine Erhöhung des Budget Caps bei mehr zu absolvierenden Sprint-Events.

Gleichzeitig gibt es 2022 mehr Punkte für die Sprintrennen. Hier einigten sich die Regelmacher auf acht Punkte für den Sieger und dann absteigend jeweils ein Punkte weniger für die weiteren Plätze. P8 wird demnach noch mit einem Zähler belohnt. Alle Piloten von P9 abwärts gehen leer aus.

Neuer Punkteschlüssel für Abbruch-Rennen

Ein weiterer Punkt, der auf der Agenda stand, war eine Neuregelung von Rennabbrüchen in Hinblick auf das Regendebakel beim Großen Preis von Belgien. In Spa-Francorchamps war 2021 an einem verregneten Sonntag kein repräsentatives Rennen möglich gewesen. Obwohl das Feld am Ende lediglich zwei Runden lang hinter dem Safety Car auf der Strecke war, ging der kürzeste GP der Geschichte mit halben Punkten in die Wertung ein.

Belgien GP 2021: In Zukunft werden unter diesen Umständen keine Punkte mehr verteilt -
Belgien GP 2021: In Zukunft werden unter diesen Umständen keine Punkte mehr verteilt -Foto: LAT Images

In Zukunft wird das nicht mehr möglich sein. Die F1-Kommission fasste den Beschluss, dass ein Rennen erst dann offiziell gewertet und mit Punkten belohnt werden wird, wenn mindestens zwei Rennrunden ohne die Intervention eines Safety Cars und ohne die Neutralisation des Rennens durch eine virtuelle Safety-Car-Phase absolviert werden.

Gleichzeitig wird der Punkteschlüssel für Abbruch-Rennen überarbeitet. Falls ein Rennen bei einer Distanz von weniger als 25 Prozent abgebrochen wird, erhalten nur die Top 5 Punkte. Platz 1 wird mit sechs Zähler belohnt, P2 mit vier Punkten, anschließend wird jeweils absteigend ein Punkt weniger verteilt.

Bei einer Renndistanz zwischen 25 und 50 Prozent kann sich der Sieger über 13 Punkte freuen, anschließend wird von P2 abwärts in folgendem Punkteschlüssel weiter verfahren: 10/8/6/5/4/3/2/1. Somit erhalten die Top 9 Punkte. Bei einer Distanz von mindestens 50 bis 75 Prozent erhalten die Top-10 nach folgendem Punkteschlüssel Zähler: 19/14/12/9/8/6/5/3/2/1. Wie gehabt wird bei einem Abbruch im letzten Rennviertel der normale FIA-Punkteschlüssel angewendet.

Formel 1 2022: Punkte bei Rennabbruch - Übersicht

Platz 2 Runden* - weniger als 25% 25% - weniger als 50% 50% - weniger als 75% 75% - 100%
1 6 13 19 25
2 4 10 14 18
3 3 8 12 15
4 2 6 9 12
5 1 5 8 10
6 0 4 6 8
7 0 3 5 6
8 0 2 3 4
9 0 1 2 2
10 0 0 1 1

* = Zwei Runden ohne Safety Car/VSC

Offiziell sind diese Regeländerungen allerdings noch nicht. Der Motorsport-Weltrat (WMSC) muss noch die Abänderung des sportlichen Reglements bestätigen. Normalerweise ist dieser Schritt allerdings eine Formalität.

Keine Neuigkeiten zu Abu Dhabi-Untersuchung

Der letzte Tagesordnungspunkt, die Untersuchung zu den Vorgängen beim GP von Abu Dhabi, führte noch zu keiner Verlautbarung. Die FIA teilte aber mit, dass Rückmeldungen von Seiten der Kommission eingeholt wurden. "Die Rückmeldungen der Kommission zu den aufgeworfenen Fragen werden in die Analyse des (FIA-) Präsidenten einfließen, der in den kommenden Tagen Neuigkeiten zu strukturellen Änderungen und zum Aktionsplan öffentlich vorstellen wird", heißt es in der Veröffentlichung.