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Formel 1 - Pierre Gasly: Ich will um die WM kämpfen

Pierre Gasly hatte in der Formel 1 eine lange Odyssee hinter sich. Der AlphaTauri-Pilot hofft nach zwei starken Jahren aber auf mehr. WM-Titel im Visier.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly hatte 2021 die beste Formel-1-Saison seiner Karriere. Auf dem Weg zum neunten Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft sicherte er sich ein Podium und hielt seinen Rennstall quasi im Alleingang im Kampf gegen Alpine um den fünften Rang in der Konstrukteurs-WM. Regelmäßig war er bei Grands Prix im Kampf mit McLaren und Ferrari unterwegs.

Gasly will nicht nur um Best of the Rest fahren

Doch Gasly will in den nächsten Jahren mehr erreichen als nur um die Position als "Best of the Rest" hinter den Topteams zu fahren. Der Franzose vertraut darauf irgendwann seine Chance zu bekommen. "Meine Ambitionen als Fahrer sind sehr hoch. Ich will um die Weltmeisterschaft kämpfen", kündigte der Franzose im Interview mit Motorsport-Magazin.com an.

Gasly selbst ist sich allerdings nicht sicher, inwiefern ihm diese Tür offensteht. Denn klar ist: Bei AlphaTauri kann er auf absehbare Zeit nicht mit einer Titelchance rechnen. Dass ausgerechnet das kleine Red-Bull-Team aus Faenza im nächsten Jahr den Regelumbruch am besten meistern kann, ist unwahrscheinlich.

Red-Bull-Chance? Eine Frage der Möglichkeiten

In der Vergangenheit deutete Gasly mehrfach an, dass er sich für einen Aufstieg zu Red Bull bereitfühle und das trotz seiner glanzlosen halben Saison 2019, als er gegen Max Verstappen klar unterging und teilweise von ihm sogar überrundet wurde. Zu seiner Beziehung mit Red Bull meinte Gasly: "Es ist eine Frage der Möglichkeiten. Können wir für mehr zusammenwachsen und die Ziele, die wir zusammen haben, gemeinsam erreichen oder nicht?".

"Im Moment ist es auf ihrer Seit nicht klar. Denn sie haben natürlich Max. Er ist die Nummer eins im Unternehmen, das ist normal. Er liefert extrem und macht seit fünf Jahren dort einen unglaublichen Job", schätzte Gasly. Und auch der zweite Fahrerposten neben dem Weltmeister wird in absehbarer Zukunft nicht frei. "Sie haben Checo, der neben Max einen ordentlichen Job macht und ihm in der Meisterschaft hilft. Das funktioniert im Moment ganz gut", analysierte Gasly.

Kein Top-Cockpit frei?

Wenn man dieser Analyse Glauben schenkt, dann müsste Gasly seine einzige Chance eigentlich darin sehen, die Red-Bull-Familie zu verlassen. Denn auch bei den anderen Topteams und bei den Mannschaften, die Ambitionen auf einen Platz an der Spitze des Feldes anmelden, sind die Plätze derzeit klar besetzt.

Ferrari ist mit der Fahrerpaarung Sainz und Leclerc mehr als zufrieden, McLaren und Mercedes haben mit Lando Norris beziehungsweise George Russell auch für die Zukunft vorgesorgt und bei Alpine befindet sich neben dem arrivierten Fahrerduo Alonso/Ocon der Formel-2-Überflieger Oscar Piastri in der Warteschlange.

Bis 2023 ist Pierre Gasly aber noch im Red-Bull-Fahrerprogramm unter Vertrag. Ob er sich anschließend über Optionen außerhalb des Bullen-Lagers Gedanken macht, wird die Zukunft weisen. Gasly ist aber überzeugt davon, dass er nach zwei starken Jahren im Nachwuchs-Team so gut ist, wie noch nie zuvor. "Ich bin wahrscheinlich in der besten Verfassung, in der ich in der Formel 1 je war", bewertete er. Ob diese Verfassung ausreicht, um eines Tages um die WM kämpfen zu können, sei dahingestellt.

Gasly-Interview im Print-Magazin

Wenn ihr noch mehr von dem lesen wollt, was Pierre Gasly im Interview bei Motorsport-Magazin.com erzählt hat, könnt ihr in das in der neuesten Ausgabe (#82) unseres Print-Magazins machen. Dort findet ihr auch weitere Interviews unter anderem mit Mercedes-Aufsteiger George Russell und F1-Boss Stefano Domenicali, sowie zahlreiche Hintergrund-Berichte und Analysen aus der gesamten Welt des Motorsports.


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