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Formel 1

Formel-1-Boss: Deutschland kann sich Grand Prix nicht leisten

Formel-1-Chef Stefano Domenicali bedauert, dass die Königsklasse nicht mehr in Deutschland fährt. Grund: Strecken kommt ein Grand Prix zu teuer.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 baut ihren Kalender immer weiter aus. Nachdem in diesem Jahr 22 Grands Prix über die Bühne gingen, sind für 2023 insgesamt 23 Rennen geplant. Doch in dem ausufernden Kalender findet ein Grand Prix überhaupt keine Beachtung mehr. Die Rede ist von Deutschland.

Kein Geld für Deutschland-GP

Der Nürburgring und der Hockenheimring waren über Jahrzehnte ein Fix-Bestandteil einer jeden Formel-1-Saison, zu den Hochzeiten der Schumacher-Ära machte die F1 sogar zweimal im Jahr in der Bundesrepublik Station.

Doch seit 2019 ist das Rennen Geschichte. Wie Formel-1-Boss Stefano Domenicali im Exklusiv-Interview bei Motorsport-Magazin.com bestätigte, sind die Gründe dafür wenig überraschend: Es fehlt am Geld. "Deutschland befindet sich in einer Situation, in der die Veranstalter sagen, dass sie es sich nicht leisten können, einen Grand Prix zu veranstalten", sagte der Italiener.

Domenicali erinnert sich an Schumi-Ära

"Das muss ich respektieren, auch wenn es mir schwerfällt", bedauerte der ehemalige Ferrari-Mann und erinnert sich zurück an seine Zeit mit Michael Schumacher, als die Königsklasse in Deutschland noch regelrecht boomte.

"Ich habe mit Michael bei Ferrari zusammengearbeitet und ich kann mich an Zeiten erinnern, da waren Hockenheim und der Nürburgring voll mit Leuten, die unser Shirt getragen oder Michaels Flagge gehisst haben", so Domenicali.

2019: Letzter Deutschland-GP in Hockenheim

Der letzte Deutschland-GP fand 2019 in Hockenheim statt. Das Rennen mutierte damals zu einem Chaos-Grand-Prix, da über die gesamte Renndistanz Regenschauer aufkamen und wieder abflachten. Am Ende sicherte sich Max Verstappen den Sieg vor Sebastian Vettel und Daniil Kvyat, während Mercedes eine Blamage kassierte und nur einen Punkt einsammeln konnte.

Ganz hat Domenicali die Hoffnung auf eine Deutschland-Rückkehr in den Kalender allerdings noch nicht aufgegeben. "Ich werde weiter daran arbeiten. Aber es ist wie in einer Ehe, es braucht immer zwei Parteien", sagte der F1-Boss. Er bestätigte, dass Domenicali selbst in der Vergangenheit nach Sponsoren gesucht hatte, um einen GP auf die Beine zu stellen. Allerdings ohne Erfolg.

Domenicali-Interview im Print-Magazin

Im Interview mit Motorsport-Magazin.com sprach Domenicali auch über den möglichen Einstieg von VW in die Königsklasse und darüber, wo er die Formel 1 in zehn Jahren sieht. Das komplette Gespräch mit Stefano Domenicali findet ihr neben zahlreichen anderen Themen in der neuesten Print-Ausgabe von Motorsport-Magazin.com.