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Formel 1

Formel 1: Die Top-Fünf Comeback-Kids

Fernando Alonso kehrte 2021 zu Alpine zurück. Motorsport-Magazin.com blickt auf die besten Fahrer-Comebacks bei ehemaligen Teams zurück.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der Artikel wurde in der 77. Ausgabe des Printmagazins von Motorsport-Magazin.com am 18. März 2021 veröffentlicht.

Fernando Alonso stürzte sich 2021 mit Alpine in sein drittes Abenteuer mit den Franzosen. Das Comeback alter Seilschaften hat in der Geschichte der Formel 1 auf unterschiedliche Weisen zum Erfolg geführt.

5. Heinz-Harald Frentzen - Sauber

An der Seite Michael Schumachers hoffte Heinz-Harald Frentzen als Mercedes-Fahrer in der Gruppe C Anfang der 1990er Jahre auf den F1-Einstieg seiner Förderer. Sein Teamkollege erhielt seine Chance 1991 ganz spontan bei Jordan und verabschiedete sich umgehend zu Benetton in die Weltspitze. Frentzen hingegen musste bis 1994 warten. Sauber hatte im Vorjahr mit mehr oder weniger geheimen Support aus Stuttgart den Schritt in die Königsklasse gemacht und dabei mit Karl Wendlinger seinen dritten Kollegen aus dem Mercedes-Nachwuchsprogramm rangelassen. Im zweiten Jahr trat der Stern offiziell als Motorenlieferant und Partner in Erscheinung, woraufhin Frentzen das Cockpit neben dem Österreicher erhielt. In seinen drei Saisons für die Schweizer verdiente er sich mit Underdog-Highlights für 1997 ein Cockpit bei Williams. Nach Abstechern zu diversen anderen Teams kehrte er 2002 überraschend zu Sauber zurück. Nach der Pleite seines Arbeitgebers Arrows ersetzte er in Indianapolis Stammfahrer Felipe Massa. Die verflossene Beziehung wurde neu entfacht und er kehrte für 2003 in Vollzeit zurück, um seine F1-Laufbahn ausklingen zu lassen.

Heinz-Harald Frentzen kehrte 2003 zu Sauber zurück - Foto: Sutton

4. Gerhard Berger – Benetton & Ferrari

Der geschickte Geschäftsmann Gerhard Berger machte in seiner F1-Karriere sogr bei zwei Teams ein Comeback klar. Ferrari und Benetton nahmen den Österreicher jeweils zweimal unter Vertrag. Nach einer erfolgreichen Saison mit Benetton samt erstem Sieg absolvierte Berger von 1987 bis 1989 eine erste Amtszeit bei Ferrari. Vier Siege waren keine schlechte Ausbeute, doch der im Streit von McLaren Honda abgewanderte Weltmeister Alain Prost verdrängte ihn nach drei Jahren aus Maranello. Berger fuhr daraufhin drei Saisons für das Weltmeisterteam aus Woking an der Seite von Ayrton Senna, nur um ab 1993 wieder für die Scuderia an den Start zu gehen. Die Reunion führte abermals zu achtbaren Einzelerfolgen wie einem Sieg beim Deutschland GP 1994, doch für die WM reichte es auch diesmal nicht. Ende 1995 wurde Berger erneut von einem Weltmeister verdrängt und wechselte im Gegenzug wieder ins Weltmeisterteam. Ferrari nahm Michael Schumacher unter Vertrag, woraufhin der 37-jährige Tiroler für den letzten Stint seiner Karriere zu Benetton zurückkehrte. In Hockenheim feierte er 1997 seinen letzten Triumph, bevor er am Ende der Saison seinen Helm an den Nagel hing.

Gerhard Berger, 1994 im Ferrari - Foto: Sutton

3. Kimi Räikkönen - Ferrari & Sauber

Der Iceman wird 2021 seinen Rekord von 329. Starts weiter ausbauen und eines Tages, sofern es keine sehr überraschende Wendung gibt, seine Laufbahn bei dem Team beenden, wo sie 2001 begann. Seit 2019 ist Kimi Räikkönen wieder für Sauber unter dem Banner von Alfa Romeo am Start. Der Traditionsrennstall hatte ihm 2001 nach nur 23 Rennen im Formelsport seine erste Chance in der F1 gegeben. Die Leistungen des Finnen machten die erste Sauber-Ehe zu einem kurzen Intermezzo. Dank einer beeindruckenden Debütsaison sprang er für 2002 zu McLaren ab. Nach fünf Jahren für die Briten klopfte Ferrari an. Im ersten gemeinsamen Jahr feierte die Kombination 2007 den WM-Titel. Zwei Jahre später verlor Räikkönen die Motivation. Ferrari hatte kein konkurrenzfähiges Auto gebaut und die Italiener liebäugelten mit Alonso. Der lustlose Räikkönen wurde für rund 20 Millionen Euro ausgezahlt, um Platz zu machen. All das, nur um 2014 erneut bei den Roten unter Vertrag genommen zu werden. Wieder hieß der Grund Alonso. Der hatte zwei Mal knapp die WM verpasst und sollte mit dem einstigen Champion unter Druck gesetzt werden. Der Plan ging zwar nicht auf, doch Räikkönen blieb noch einmal für fünf Jahre in Maranello an Bord.

Kimi Räikkönen startete seinen Karriere 2001 bei Sauber - Foto: Sutton

2. Nigel Mansell - Williams

Anders als Fernando Alonso und Renault hatten Nigel Mansell und Williams bei ihrer Wiedervereinigung im Jahr 1991 noch eine Rechnung offen. Der Brite war von 1985 bis 1988 für das Team von Frank Williams angetreten und zweimal knapp am WM-Titel gescheitert. Mansell folgte daraufhin dem Ruf von Ferrari, doch nach zwei turbulenten Jahren bei der Scuderia gab es für ihn keine Vertragsverlängerung. Der 37-Jährige freundete sich mit dem Gedanken an einen Rücktritt an, als Williams anrief. Für fürstliche 4,6 Millionen britische Pfund pro Jahr ließ sich Mansell noch einmal überreden. Diese Entscheidung sollte er nicht bereuen. Durch die Ehe mit Renault und das Genie von Konstrukteur Adrian Newey, begann Williams 1991 Seriensieger McLaren Honda den Rang abzulaufen. Mit dem FW14B pilotierte Mansell 1992 eines der dominantesten Autos der Geschichte und krönte sich mit neun Siegen zum Champion. Eine Fortsetzung der Partnerschaft scheiterte an Mansells Gehaltsvorstellungen. 1994 kehrte er trotzdem ein drittes Mal nach Grove zurück. Williams setzte im WM-Kampf von Damon Hill gegen Michael Schumacher auf Mansell als Edelhelfer. Der alte Haudegen ließ sich diese Rolle mit 900.000 britischen Pfund pro Einsatz entlohnen und siegte im dramatischen Finale von Adelaide.

Nigel Mansell krönte sich 1992 mit Williams zum Formel-1-Weltmeister - Foto: Sutton

1. Alain Prost - McLaren

Alain Prost feierte drei seiner vier WM-Titel in den Farben von McLaren, doch es brauchte zwei Anläufe, um mit dem britischen Top-Team den großen Coup zu schaffen. In Folge des Titelgewinns in der französischen sowie der europäischen Formel 3 erhielt Alain Prost Ende 1979 einen Vertrag bei McLaren. Das Team wollte ihn schon beim Finale in Watkins Glen einsetzen, doch der 24-Jährige fühlte sich nicht bereit und verschob seinen Einstand auf den Auftakt im Folgejahr. Die Debütsaison verlief für das vielversprechende Talent alles andere als glänzend. Defekte und Unfälle gepaart mit einer Ausbeute von nur fünf WM-Punkten führten dazu, dass der Zweijahresvertrag aufgelöst wurde. Prost dockte stattdessen beim Werksteam von Renault an. Bei seinen Landsleuten reifte er zum Top-Fahrer heran und verpasste den Titel 1983 nur knapp. Unter neuer Führung von Ron Dennis kehrte er im Folgejahr zu McLaren zurück. Der Deal wurde mit WM-Titeln in den Jahren 1985, 1986 und 1989 ein großer Erfolg. Nach einem nervenraubenden Machtkampf mit Teamkollege Ayrton Senna sprang Prost schlussendlich als amtierender Champion zu Ferrari ab.

Alain Prost feierte gleich drei WM-Titel mit Mclaren - Foto: Sutton

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