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Formel 1

Formel 1 Abu Dhabi, Test-Tag 2: Haas holt letzte Bestzeit

Die Formel-1-Saison 2021 endet - natürlich - mit einer Bestzeit von Haas. Robert Shwartzman schlägt 18-Zoll-Reifen-Tester in Abu Dhabi aber nur knapp.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 beendet das Jahr 2021 am Mittwoch in Abu Dhabi mit dem zweiten von zwei Test-Tagen, und der kann ein für diese Saison höchst ungewöhnliches Ergebnis vorweisen. Haas toppt die Zeitentabelle mit Ferrari-Junior Robert Shwartzman am Steuer.

Das ist aber schnell erklärt: Jedes Team durfte zwei Tage lang mit speziell umgebauten Testträgern die neuen 18-Zoll-Reifen von Pirelli testen, und zusätzlich für einen Tag ein normales 2021er-Auto mit einem Nachwuchs-Fahrer einsetzen. Neun Teams schickten den Nachwuchsfahrer am Dienstag ins Feld, und fuhren am Mittwoch nur mehr mit den Testträgern. Daher war der Haas VF-21 von Shwartzman das einzige 2021er-Auto auf der Strecke.

Haas schlägt umgebaute Test-Fahrzeuge in Abu Dhabi

Shwartzman holte sich die Bestzeit in der letzten Stunde mit einer 1:25.348 - das ist schneller als Nikita Mazepins Qualifying-Zeit vom Samstag, aber auf die Haas-Benchmark von Mick Schumacher fehlten vier Zehntel.

P. Fahrer Team Programm Zeit Rückstand Runden
1 Robert Shwartzman Haas Nachwuchs 1:25.348 130
2 Lando Norris McLaren Reifen 1:25.809 + 0.461 103
3 Sebastian Vettel Aston Martin Reifen 1:26.379 + 1.031 134
4 George Russell Mercedes Reifen 1:26.404 + 1.056 82
5 Pierre Gasly AlphaTauri Reifen 1:26.451 + 1.103 149
6 Carlos Sainz Ferrari Reifen 1:26.706 + 1.358 151
7 Fernando Alonso Alpine Reifen 1:26.940 + 1.592 148
8 Guanyu Zhou Alfa Romeo Reifen 1:27.850 + 2.502 150
9 Sergio Perez Red Bull Reifen 1:27.991 + 2.643 118
10 Pietro Fittipaldi Haas Reifen 1:28.662 + 3.274 123

Obwohl die anderen neun Autos auf der Strecke für die 18-Zoll-Tests umgebaut und bei weitem nicht performance-optimiert waren, kam Lando Norris im McLaren bis auf eine halbe Sekunde an die Haas-Zeit heran. Seine 1:25.809 war am Ende der zwei Tage die schnellste 18-Zoll-Zeit. McLaren führte damit sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch die Reifentest-Tabelle an.

An dieser Stelle sei noch einmal auf die fehlende Vergleichbarkeit der Zeiten hingewiesen. McLaren und Aston Martin fuhren mit umgebauten 2021er-Autos, Alpine mit einem umgebauten 2018er-Auto, und der Rest mit umgebauten 2019er-Autos. Hauptziel der zwei Tage war es, den Teams und Pirelli so viele Daten wie möglich zu den neuen 18-Zoll-Reifen zu liefern.

2022 kommen dann ohnehin neue Autos. Erstes Feedback aus dem Paddock zu den Reifen bleibt daher auch verhalten. Die Autos scheinen etwas schneller auszubrechen, was sich mit den Erfahrungsberichten aus der Formel 2 deckt, als dort auf 18-Zoll-Reifen gewechselt wurde. Zur allgemeinen Performance gab es bisweilen keine negativen Äußerungen.

Sebastian Vettel sorgt mit Defekt für Abbruch

Sebastian Vettel begann den letzten Test des Jahres erst mit weihnachtlichem Helmschmuck in der Box, erlitt dann noch ein letztes Mal am Vormittag einen Hydraulik-Defekt und sorgte für eine kurze rote Flagge. Nach der Bergung des Autos konnte er aber ohne Probleme durchfahren, und beendete den Tag mit 134 Runden und einer besten Zeit von 1:26.379 auf Rang drei.

Sebastian Vettel startete mit Rentier-Verkleidung in den Tag - Foto: LAT Images

Vettel hatte in den letzten Minuten noch George Russell verdrängt, der am frühen Nachmittag kurz in Führung lag. Russell, der für Mercedes beide Testtage fuhr, verbesserte sich am Mittwoch um 1.6 Sekunden und beendete den Tag auf dem vierten Rang. Insgesamt absolvierte Russell so an den beiden Tagen 204 Runden. Pierre Gasly, Carlos Sainz und Fernando Alonso folgten hinter ihm.

Alfa-Saubers Neuerwerb Guanyu Zhou fuhr ebenfalls zwei Tage, hatte aber am Dienstag noch den 2021er-Alfa pilotiert. Am Mittwoch wechselte er in den 18-Zoll-Testträger, den am Vortag noch Valtteri Bottas gefahren hatte, und holte sich Platz acht. Red Bull und Sergio Perez fuhren auf Platz neun. Haas holte neben dem ersten auch den letzten Platz, mit dem 18-Zoll-Testträger des Teams, welcher von Ersatzfahrer Pietro Fittipaldi gesteuert wurde. Der löste mit einem Dreher am Nachmittag die letzte Unterbrechung des Jahres aus.

Williams blieb dem zweiten Tag fern - das Team hatte aus Kostengründen keinen Testträger aufgebaut, und den Nachwuchs-Test schon am Dienstag gefahren. Damit ist Williams auch das einzige Team, welches ohne eigene Test-Erfahrung auf den 18-Zoll-Reifen in die Saison 2022 starten wird. Diese wird Ende Februar in Barcelona mit dem ersten Vorsaison-Test starten.


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