Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1: Pirelli entdeckt Ursache für Katar-Reifenplatzer

Beim Formel-1-Rennen in Katar kam es zu zahlreichen Reifenschäden. Nach ersten Untersuchungen nennt Pirelli einen Grund für die Defekte. Analyse läuft noch.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Der Formel-1-Reifenhersteller gab am Freitag des Saudi Arabien GPs kurz nach dem Ende des ersten Freien Trainings in einer Pressemitteilung die ersten Untersuchungsergebnisse zu den Reifenschäden beim vergangenen Rennen in Katar bekannt. Laut diesen wurden die Defekte von den aggressiven Kerbs auf dem Losail International Circuit ausgelöst.

Kerbs Schuld an Reifenschäden

Pirelli teilte in der Aussendung mit: "Nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen ist die Ursache des Problems hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Reifen häufig mit hoher Geschwindigkeit und erheblichen seitlichen und vertikalen Belastungen auf die Kerbs gefahren wurden: Ein Umstand, der auf der Strecke in Losail einzigartig ist."

Der Kurs auf dem vor circa zwei Wochen der drittletzte GP der F1-Saison abgehalten wurde, verfügt über zahlreiche schnelle und mittelschnelle Kurven. Außerdem wurde die Strecke ursprünglich vor allem für Motorrad-Rennen konstruiert und verfügt so über breite asphaltierte Auslaufflächen. Um dennoch natürliche Track Limits zu schaffen installierte die FIA an zahlreichen Stellen Kerbs.

"Die starke Beanspruchung durch das Überfahren dieser Kerbs, die sich anhand der vor dem Rennen verfügbaren Daten nicht messen lässt, beschädigte die Reifenkonstruktion und führte zu einem Druckverlust an der inneren Seitenwand, der nach einigen Sekunden zum Zusammenbruch der Struktur führte", wurde in dem kurzen Schreiben detaillierter ausgeführt.

Kein Produktionsfehler

Demnach ist kein Fehler an der Konstruktion der Pneus für die Zwischenfälle verantwortlich. Allerdings sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. "Die noch laufenden Analysen, die Pirelli an den Reifen der Autos durchführt, haben erste Schlussfolgerungen ergeben, die einen Produktionsfehler ausschließen", so die Reifenentwickler.

In Katar war es der Reifen von Mercedes-Pilot Valtteri Bottas, der als erster versagte. Sein 35 Runden alter Medium-Pneus knickte im ersten Sektor ein und kostete dem Finnen und seinem Team in der Folge ein mögliches Podium und wichtige WM-Punkte. McLaren-Pilot Lando Norris hatte hingegen Glück, da sein Reifen im letzten Sektor den Geist aufgab und er es somit noch an die Box zurück schaffte. Gegen Rennende fielen auch die beiden Williams nach Reifenschäden aus beziehungsweise weit zurück.


Weitere Inhalte: