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Formel 1

Formel 1, Vettel verbockt Top-Ergebnis am Start: Das tut weh

Sebastian Vettel kann sich in Katar über eine starke Pace bei Aston Martin freuen. Schlechter Start zeichnet sein Rennen - Comeback endet in Top-10.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel hat es beim Großen Preis von Katar zurück in die Punkteränge geschafft. Vom zehnten Platz ins Rennen gestartet, belegte der viermalige Formel-1-Weltmeister auch nach für ihn 56 Rennrunden auf dem Losail International Circuit den zehnten Rang. So konstant wie die Ausgangslage und das Ergebnis es erscheinen lassen, verlief Vettels Rennen allerdings längst nicht.

Nach einem katastrophalen Start kam der Aston-Martin-Pilot gerade einmal auf P17 zurück aus der ersten Runde - und kämpfte sich dank einer Einstopp-Strategie im erstaunlich schnellen AMR21 zurück in die Top-10. Die Qualitäten des Autos unterstrich auch Teamkollege Lance Stroll. Der Kanadier erwischte einen besseren Start und ein tadelloses Rennen und wurde dafür mit dem sechsten Rang belohnt.

Vettel verschätzt sich: Wüstensand stört Sicht

"Ich wurde etwas weggedrückt, weil Valtteri einen schlechten Start hatte und ich nirgends mehr hinkonnte", schildert Vettel nach dem Rennen bei Motorsport-Magazin.com die im TV-Bild nur am Rand zu sehende Szene. Während die Konkurrenz links und rechts am Mercedes vorbeizog, war für Vettel dahinter kein Platz mehr. "Ich konnte nirgends hin, weil die Autos vor mir an ihm vorbeikamen, aber ich in der Reihe dann der Erste war, der vom Gas musste. So habe ich dann mein Momentum verloren", sagt Vettel.

Über die Außenbahn versuchte sich Vettel dann zurückzukämpfen. "Aber da war so viel Sand und Staub, sodass ich nur sehr wenig gesehen habe und mich dann verschätzt habe. Ich bin dann leicht von der Strecke gekommen, habe in Kurve eins rein das Auto etwas verloren, bin weit gegangen und dann waren eigentlich alle Autos durch", berichtet der Deutsche.

Vettel: Start kostete Potential für mehr Punkte

So war das gute Qualifying nach nur einer Kurve ruiniert. Von weit hinten musste Vettel sich wieder zurückkämpfen. "Wir hätten da heute auch als Achtzehnter starten können", klagt Vettel. Umso größer ist der Ärger, weil diesen Sonntag mehr Potential im Aston Martin steckte als zuletzt. "Das Auto war heute schneller. Sobald wir freie Fahrt hatten, hatten wir auf den Softs dieselbe Pace wie die Autos vorne. Die Pace war da sehr gut, aber zu dem Zeitpunkt war es schon zu spät", sagt Vettel. "Irgendwie sind wir von P18 ja zurück auf P10 gekommen, was ein anständiges Comeback ist."

Das zeigte auch Lance Stroll, der von knapp außerhalb der Top-10 auf Platz sechs fuhr. "Beide Autos in die Punkte zu kriegen, war das Ziel. Die Pace war stark", sagt Vettel. "Schade, dass ich am Start das Potential für mehr Punkte verloren habe", hadert der Deutsche. "Aber wir haben die AlphaTauri abgewehrt und einen McLaren überholt. Es war ein starkes Rennen. Aber es tut weh, wenn du im Hintertreffen beginnst."

Einstopp-Strategie bringt Vettel zurück in Top-10

Den Großteil seines Comebacks stemmte Vettel strategisch. Erst nach 26 Runden wechselte er von Soft auf Hard. Es sollte Vettels einziger Stopp bleiben. "Ich habe versucht, so lang wie möglich draußen zu bleiben", schildert Vettel. "Als wir dann gemerkt haben, dass wir auf den weichen Reifen die halbe Distanz schaffen können, war der Einstopp die Konsequenz." Eine klare Erklärung für den plötzlichen Aston-Aufschwung vermag Vettel nicht ganz abzugeben. "Es müssen die Bedingungen sein", sagt der Deutsche.

Speziell das Reifenmanagement des AMR21 überzeugte dabei offenbar. Das belegte Lance Stroll, der ebenfalls mit nur einem Boxenstopp über die Runden kam. Der Kanadier fühlte sich dabei allerdings nicht immer wohl - speziell nachdem es bei der Konkurrenz zu Reifenschäden kam. "Ich hatte in Baku und Mugello letztes Jahr schon Plattfüße", erinnert Stroll. "Aber deshalb weiß ich auch, wie es sich anfühlt, bevor es passiert. Und heute war wieder so ein Tag mit dieser Strecke. Viel Energie, hohe Geschwindigkeiten - da leiden die Reifen vor allem auf der linken Seite."

Lance Stroll holt P6: Um Reifen gezittert

Deshalb habe er sich frühzeitig von den Kerbs ferngehalten. "Da waren wir vernünftig und haben im Team auch gut kommuniziert", sagt Stroll. "So hat es zum Glück geklappt." Eine Erklärung für die bessere Pace hat auch der Kanadier nicht. "Nein, das Auto hat sich einfach von der ersten Runde an gut angefühlt", sagt Stroll zu Motorsport-Magazin.com. "Und ich hatte einen guten Start, habe Tsunoda gleich am Anfang überholt und war dann an der Gruppe mit Sainz und Ocon dran. Sainz hatte am Start auf den Medium, aber wir hatten eine gute Pace und haben ihn undercuttet!"


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