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Formel 1, Alfa Romeo bestätigt: Guanyu Zhou ersetzt Giovinazzi

Das Formel-1-Fahrerfeld für 2022 ist komplett. Alfa-Sauber fixiert Deal mit Noch-Alpine-Nachwuchspilot Guanyu Zhou, macht ihn zum ersten F1-Chinesen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Schon seit Wochen galt Guanyu Zhou als heißester Anwärter auf das zweite Cockpit im Formel-1-Team von Alfa Romeo, nun ist der Vertrag fix. Antonio Giovinazzi muss mit Saisonende sein Cockpit bei Alfa-Sauber räumen, und der 22-jährige Chinese Zhou wird 2022 Teamkollege des bereits gesetzten Valtteri Bottas.

Zhou wird so voraussichtlich der erste Chinese werden, der ein Formel-1-Rennen bestreitet. In den letzten drei Jahren war er in der Formel 2 angetreten, wo er 2019 Mick Schumacher im Kampf um den Titel 'Rookie des Jahres' schlug und 2021 um den Titel kämpft - allerdings in drei Jahren nur vier Siege feiern konnte.

"Wir sind stolz auf unsere Aufstellung für 2022 und sind zuversichtlich, dass Zhou eine sehr erfolgreiche Partnerschaft mit Valtteri formen wird", wird Alfa-Sauber-Teamchef Frederic Vasseur in der offiziellen Verkündung zitiert.

Alfa-Sauber macht Guanyu Zhou zum ersten Chinesen in der F1

Zhou gibt sich ekstatisch: "Ich habe von klein auf davon geträumt, in einem Sport, den ich liebe, so weit wie möglich nach oben zu kommen. Jetzt ist der Traum wahrgeworden. Es ist ein Privileg für mich, meine Formel-1-Karriere mit einem ikonischen Team zu beginnen - einem Team, das so viele junge Talente in der Vergangenheit in die Formel 1 gebracht hat."

Zhous Resümee in den Nachwuchsklassen ist solide, wenngleich nicht herausragend. Er begann als Teil des Ferrari-Juniorkaders, und 2015 empfahl er sich mit einem zweiten Platz in der italienischen Formel-4-Meisterschaft, kam aber in drei Jahren europäischer Formel 3 nie über den achten Platz hinaus. 2019 wechselte er in die Renault Academy (die jetzt unter Alpine firmiert), und stieg gleichzeitig in die Formel 2 auf.

Guanyu Zhou gewann 2021 in Monaco in der Formel 2 - Foto: LAT Images

Dort wurde er bester Rookie, feierte 2020 in Sotschi seinen ersten Sieg und kämpft 2021 um die Meisterschaft - allerdings gegen den deutlich jüngeren Alpine-Academy-Kollegen Oscar Piastri. Bei Alpine waren die Aufstiegs-Optionen also begrenzt, bei Alfa Romeo hingegen kam ein Deal zustande. Der bedeutet auch, dass Zhou mit Jahresende aus der Alpine Academy ausscheiden wird, wie Sauber-Teamchef Vasseur im Interview bestätigt.

Alfa-Sauber will Zukunft auf Bottas/Zhou aufbauen

Der fühlt sich mit dem Duo Zhou und Bottas für die neue Regel-Ära 2022 nun gut aufgestellt: "Jemand mit viel F1-Erfahrung ist wichtig, und dafür ist Valtteri der Mann. Für Zhou wird es auch wichtig sein, neben Valtteri Fortschritte zu machen, und von Valtteri so schnell wie möglich zu lernen." Zhou soll wohl mit einem Einjahres-Deal plus Optionen ausgestattet worden sein: "Du brauchst zwei Typen, die abliefern."

Für Antonio Giovinazzi bedeutet das zumindest für 2022 das aktive Aus. Ob er ganz aus der Formel 1 verschwindet, ist noch nicht gesetzt. Alfa-Sauber braucht schließlich sowohl einen Ersatzfahrer als auch einen Simulator-Piloten. "Wir werden Diskussionen mit ihm und seinem Management starten und schauen, ob wir einen Deal finden, um ihn zu behalten", kündigt Vasseur an.

Dass Robert Kubica, der 2021 zwei Rennen als Ersatzmann bestritt, 2022 in einer Kapazität beim Team bleibt, gilt übrigens als wahrscheinlich, ist aber noch nicht fix. Theo Pourchaire, Saubers 18-jähriger Nachwuchs-Star, bleibt natürlich als Teil des Sauber Junior Teams an Bord. Ihm steht eine weitere Formel-2-Saison ins Haus.

Nicht unwesentlich bei der Verpflichtung von Zhou dürften finanzielle Motive gewesen sein. Er soll Millionen an Mitteln zu Sauber bringen, einem Team, das auch dringend Budget braucht, um zumindest an die Kosten-Obergrenze zu kommen. Gemeinsam mit dem Namenssponsor-Deal mit Alfa Romeo und dem Potenzial, mit Zhou weitere chinesische Sponsoren anzuziehen, fühlt man sich nun aber einmal gut aufgestellt.


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