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Formel 1, Marko feiert Verstappen: Fernab von Gut und Böse!

Red Bull und Max Verstappen legten in Mexiko einen perfekten GP hin. Dr. Helmut Marko feiert. Beim Start noch Angst, dann alles klar. WM-Vorentscheidung?
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Herr Dr. Marko, Glückwunsch! Der Start war wahrscheinlich das Wichtigste - mit dem späten Bremsen von Max Verstappen?
Dr. Helmut Marko: Ja, wir haben uns die Statistik angeschaut, und es hat nie einer von der Pole Position gewonnen, glaube ich. Und dieses Manöver in der ersten Kurve, wo der Max gebremst hat, das war fernab von Gut und Böse. Und der ist um die Kurve gekommen!

Hatten Sie schon ein bisschen Angst?
Dr. Marko: Beim Anschauen hat das schon so ausgeschaut, dass sich das womöglich nicht ausgeht. Aber es war souverän, und genauso souverän ist der Max das ganze Rennen gefahren.

War das, was gestern im Qualifying passiert ist, im Nachhinein vielleicht sogar ganz gut?
Dr. Marko: Ja, das Starten aus der zweiten Reihe mit dem Windschatten, das hat optimal zusammengespielt.

Red Bull nach Qualifying-Schlappe noch beunruhigt

Also gab es gestern eher den Red-Bull-Bluff?
Dr. Marko: Dieser Rückstand war schon ein bisschen beunruhigend, oder sagen wir unser Vorsprung - plötzlich waren die vier Zehntel weg. Aber wir haben im Rennen gesehen, der Hamilton konnte in keiner Weise folgen. Perez - ein, zwei Runden noch, dann hätte er ihn gehabt. Seine Hinterreifen waren schon ziemlich herunten.

Haben Sie eine Erklärung, warum es im Rennen wieder so viel besser war?
Dr. Marko: Wir haben ein gutes Auto, und Temperatur, Reifendruck, das sind so Kleinigkeiten. Wenn du da nicht im Fenster bist, dann klappt es eben manchmal nicht. Aber generell sind wir dabei.

Am Ende gab es noch eine haarige Situation mit Valtteri Bottas und Max Verstappen im Kampf um die schnellste Runde. Deja vu mit Brasilien 2019?
Dr. Marko: Wir haben dem Max gesagt, halt dich da raus, der eine Punkt macht es nicht aus. Obwohl ihn der Bottas eh nicht kriegt, der nimmt ihn nur uns weg.

Verstappen behindert Bottas! War das Manöver legal?: (16:37 Min.)

Aber ein bisschen Angst hatten Sie schon?
Dr. Marko: Nein, nein, wir haben dem Max gesagt, halt dich aus allem raus. Wir hätten das mit Perez ja auch machen können, aber wir wollten nichts riskieren.

Also mit Perez den Kampf um P2 aufgeben und ihn für die schnellste Runde reinholen?
Dr. Marko: Es war ja die Chance, dass er den Hamilton kriegt. Da ist das viel wichtiger als der eine Punkt.

Bei Überrundungsmanövern - hat George Russell für Lewis Hamilton vielleicht ein bisschen schöner Platz gemacht als für Perez?
Dr. Marko: Mercedes-Style.

War das Absicht?
Dr. Marko: Ich denke schon.

Die Strategie bei Perez war dann auf den Reifenvorteil am Schluss ausgerichtet?
Dr. Marko: Ja, zum Schluss dann für die Pace. Wie gesagt, ein oder zwei Runden, und wir hätten ihn gehabt.

Hamilton ist nach seinem Stopp direkt hinter Charles Leclerc rausgekommen. Wäre es dann nicht einen Versuch wert gewesen, Perez auch gleich zu stoppen?
Dr. Marko: Na, wir hatten das genau im Griff, wann er rausgeht. Unsere Strategie war super.

Auch Pierre Gasly sorgte im Red-Bull-Lager in Mexiko für gute Stimmung - Foto: LAT Images

Und Pierre Gasly - sensationell wieder?
Dr. Marko: Sensationell. Vierter Platz, am Start super verhalten. Es funktioniert.

Und in der Konstrukteurs-WM auch ordentlich Boden gut gemacht.
Dr. Marko: Ein Punkt hinten. Brasilien. 1-2. Das ist das Ziel.

Wird Brasilien dann eine kleine Vorentscheidung, zumindest beim Fahrertitel, oder ist das zu früh?
Dr. Marko: Es ist ein angenehmes Polster, aber für eine Vorentscheidung ist es zu früh.


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