Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Tsunoda-Enttäuschung im Ungarn-Training: Zu ungestüm

Yuki Tsunoda kollidierte im FP1 des Ungarn GP in Budapest mit der Streckenbegrenzung. Ein daraus resultierender Getriebeschaden kostete viel Trainingszeit.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Yuki Tsunoda erlebte auf dem Hungaroring einen gebrauchten Freitag. 20 Minuten vor Ende des ersten Freien Trainings verlor Tsunoda in der schnellen Kurve vier sein Heck und rutschte Rückwärts in die Streckenbegrenzung, wodurch die Session für Tsunoda auf Position 12 liegend beendet war. Durch diese Kollison verpasste Tsunoda zudem weite Teile des FP2 - nur kurz vor Schluss kam der Japaner noch für ein paar Runden auf die Strecke.

Grund hierfür war, dass durch den Crash auch das Freitags-Getriebe im AT02 des Japaners beschädigt wurde war. Damit folgt auf den zuletzt erkennbaren Aufwärtstrend ein kleiner Rückschlag. Red-Bull-Motorsport-Bertater Dr. Helmut Marko macht sich jedoch noch keine Sorgen über seinen Schützling.

Yuki Tsunoda: Ich sollte sowas nicht machen

Die erste Saisonhälfte lief für Yuki Tsunoda bisher noch nicht ganz nach Plan. Immer wieder wurde der junge Rookie durch Schnitzer auf der Strecke zurückgeworfen: "Es hat sich so angefühlt, als hätte ich nicht die Kontrolle über die Situation und das Auto", erklärte Tsunoda am Donnerstag vor dem Ungarn GP.

Tsunoda änderte als Reaktion darauf jedoch seine Herangehensweise - vor allem im Qualifying, was zuletzt in durchaus besseren Ergebnissen fruchtete: "Ich versuche, beim Fahren das Vertrauen aufzubauen. Was ich jetzt brauche, ist Konstanz." Doch davon war im ersten Freien Trainings des Ungarn GP wenig zu erkennen. Der AlphaTauri-Pilot nimmt den Fehler auf seine Kappe.

"Das Heck des Autos hat sich sehr nervös angefühlt. Vor allem in den Hochgeschwindigkeitskurven. Ich habe dort im Vergleich zu Pierre viel Zeit verloren." Der Japaner versuchte dieses Defizit gutzumachen, was jedoch ins Auge ging. "Ich habe versucht, mich in diesen Bereich zu verbessern, habe aber die Kontrolle über das Auto verloren und bin in die Wand gefahren. Ich sollte sowas nicht machen", blickt Tsunoda zurück.

Seine schnellet Runde im FP1 reichte für Position 12 in der Zeitentabelle - Foto: LAT Images

Getriebeschaden kostet viel Trainingszeit

Die Kollision blieb aber nicht ohne Folgen. Das Freitags-Getriebe des Boliden wurde nämlich in Mitleidenschaft gezogen, erklärt Tsunoda: "Unglücklicherweise wurde das Getriebe beschädigt und so musste das Team sehr hart arbeiten, um das Auto für den Nachmittag wieder zu fertig zu bekommen." Die Reparaturarbeiten dauerten an, wodurch das FP2 für Tsunoda größtenteils verstrich.

Wenige Minuten vor Schluss der Nachmittagssession konnte er in Budapest letztlich aber doch noch ein paar Runden drehen. Auch eine schnelle Runde auf den Softs war noch drinnen: "Die Mechaniker haben einen wirklich guten Job dabei gemacht, das Auto für das Ende der Session zu reparieren. Ich habe dadurch noch eine Push-Lap drehen können. Die ist ziemlich hilfreich für beide Ingenieure und auch für mich. Wir können uns das heute Nacht also noch genauer ansehen." Der erwähnte Versuch reichte für Position 17.

Wirklich entscheidend sind die durch die schnelle Runde gewonnene Informationen laut AlphaTauri-Chef-Renningenieur Jonathan Eddolls allerdings nicht: "Er hat seine Runde auf den Softs absolviert. Er hat sie jedoch zwischen Autos beendet, die auf Longruns unterwegs waren. Seine Zeit ist also nicht wirklich repräsentativ für die wahre Perfomacne."

Dr. Helmut Marko zu Tsunoda: Zu ungestüm

Die Kollsion im FP1 gehörte jedoch nicht zu Tsunodas einzigen Schnitzern in der bisherigen Saison. Zuletzt setzte de Rookie seinen AT02 in der ersten Qualifyingsession des Frankreich GP in die Wand. Beim zweiten Wochenende in Imola ereilte dem Japaner dasselbe Schicksal.

Nach Red Bull Protest: Von FIA & Mercedes abgewatscht!: (09:16 Min.)

Das ist auch Red-Bull-Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko aufgefallen. "Er war wieder mal zu ungestüm, der Knabe." Dr. Marko betont allerdings, dass er gegenüber dem erst 21-jährigen noch keine Bedenken hat. Auf die Frage, ob er sich über seine Schützling bereits Sorgen macht, antwortete er mit einem deutlichen "Nein".