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Formel 1, Mercedes fürchtet Red Bull: In Ungarn wieder stärker

Mercedes erwartet in beim Ungarn GP in Budapest wieder ein deutlich stärkeres Red Bull. 2021 könnten bei Mercedes offenbar noch weitere Updates folgen.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Mercedes ist zurück. Mit dem Sieg von Lewis Hamilton beim Großbritannien GP konnte das Werksteam konnte in Silverstone nach einigen schwierigen Wochen zurückschlagen und den Rückstand auf Red Bull deutlich verringern.

In Ungarn möchte Mercedes kommende Woche genau dort ansetzen. Sowohl Lewis Hamilton als auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff erwarten in Ungarn jedoch ein schwieriges Wochenende. Wolff glaubt dennoch, dass das Momentum wieder auf der Seite von Mercedes ist. In Sachen Updates hat Mercedes scheinbar noch etwas in der Hinterhand.

Ungarn-Nachteil durch Mercedes-Philosophie

Lewis Hamilton gelang in Silverstone der heiß ersehnte Befreiungsschlag. Zu dominant traten Verstappen und Red Bull in den vorangegangenen Rennen auf. Die WM drohte zu entgleiten. "Ich denke, das war ein deutliche Schritt nach vorne für uns", blickt Hamilton auf Silverstone zurück.

In Ungarn wartet allerdings wieder ein völlig anderes Pflaster auf Mercedes. Viele Highspeed-Kurven wie in Silverstone sucht man hier vergebens. Dem ist sich auch Hamilton bewusst: "Ich denke, diese Strecke war oft gut für Red Bull. Vielleicht haben sie mehr Downforce. Dieses Jahr haben sie durch die neuen Regeln und den neuen Unterboden weniger Downforce verloren als wir. Ich schätze, dass es sehr hart sein wird, sie hier zu schlagen", spricht Hamilton auch die viel diskutierten Regeländerungen für die 2021er Saison an.

Dieser Vermutung schließt sich auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff an und zieht einen Vergleich zu 2020. "Es ist schwierig zu sagen. Letztes Jahr waren wir in Silverstone eine Sekunde vorne, in Ungarn eher drei Zehntel. Ungarn war in der Vergangenheit eine High-Downforce-Strecke. Das hat den Red Bull begünstigt", erklärt Wolff gegenüber 'Rtl'.

Mercedes mit Rückenwind nach Ungarn

Dennoch reist Mercedes mit viel Rückenwind nach Silverstone. Die erfolglosen Wochen haben am Weltmeister-Team spürbar gerüttelt. Die Formel 1 ist allerdings ein schnelllebiger Sport. Vor dem Rennen in Silverstone war es schließlich Rivale Red Bull, der das Momentum auf seiner Seite hatten.

"In unserem Umfeld in der Formel 1 neigt man dazu, zwischen Manie und Verzweiflung zu oszillieren. Und wenn du mal ein schlechtes Rennen oder einen schlechten Lauf hast, wie wir ihn vor Silverstone hatten, dann schreibt man einen schnell ab. Dann gewinnst du in Silverstone und plötzlich hast du wieder das Momentum", so Toto Wolff.

Toto Wolff: Müssen Auto weiterentwickeln

In Hinblick auf die kommenden Herausforderungen hat Wolff allerdings bereits einen klaren Plan, der aber auch einige Fragen aufwirft. "Ich glaube, wir müssen als Team einfach stabil bleiben, wir müssen uns unseren Stärken bewusst sein, das Auto weiterentwickeln und fehlerfrei bleiben."

Dabei hatte der gebürtige Wiener beim Steiermark GP in Österreich erklärt, dass Mercedes den W12 nicht mehr weiterentwickeln möchte. "Es wird keinen Sinn machen, eine oder zwei Wochen zurück zum alten Auto zu switchen, weil du da lange nicht so viel gewinnst [wie für 2022]", so Wolff vor einigen Wochen. Hat Mercedes nach dem Update in Silverstone gegen Red Bull also noch weitere Upgrades im Köcher?

Mercedes konnte in Silverstone zurückschlagen - Foto: LAT Images

Zumindest mental scheint Mercedes wieder in die Spur gefunden zu haben: "Wir haben jetzt ein bisschen mehr verstanden, dass man auf dem Papier nicht davon ausgehen kann, dass wir in Ungarn zu den Favoriten zählen. Wir werden uns aber strecken, wo wir können, um die Weltmeisterschaft offen zu halten oder einen Vorteil herauszuholen."

Ungarn-Qualifying - Schlüssel zum Erfolg

Wichtig wird in Ungarn vor allem das Qualifying sein. Auf dem Hungaroring ergeben sich für die Piloten kaum Überholmöglichkeiten. Auch aufgrund des durch die sogenannte 'Dirty Air' bedingten Abtriebsverlustes beim Hinterherfahren, der es den Fahrern erschwert, auf der ohnehin kurzen Start-Ziel-Gerade in Ungarn nah genug an den Vordermann heranzukommen.

Das Qualifying des Ungarn Grand Prix gilt also als Schlüssel-Session. "Das ist keine Strecke, auf der du wirklich überholen kannst. Es sei denn, du wählst eine abweichende Strategie. Ich hoffe aber, dass es dieses Wochenende zwischen uns und Red Bull eng bleibt", erklärt Hamilton.


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