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Formel 1

Mick Schumacher hofft auf Sprint-Chaos: Wenn es vorne knallt...

Mick Schumacher freut sich auf das Sprint-Experiment der Formel 1 in Großbritannien. Mehr Action bedeutet mehr Chancen für den Haas-Piloten.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Beim Formel-1-Wochenende in Silverstone wird erstmals die Startaufstellung über einen sogenannten Sprint entschieden. Anstelle einer Qualifikation tritt beim Großen Preis von Großbritannien am Samstag ein 17-ründiges Rennen. Die Startaufstellung dafür wird am Freitag ausgefahren. Weiter hinten im Feld hofft man auf zusätzliche Action. Mick Schumacher glaubt, dass ihm das Wochenend-Format entgegenkommt.

Schumachers Hoffnung: Aus Formel 2 gewohnt

Die Einführung des Sprints zieht aber noch weitergehende Konsequenzen nach sich. So wird am Freitag die Qualifikation gefahren, stattdessen entfällt eine Trainings-Session, dafür haben die Fahrer nur noch eine Session, um sich auf die Qualifikation vorzubereiten. Mick Schumacher sieht an dieser Stelle eine größere Umstellung für die Teams. "Es ist für alle neu, denn es ist sicherlich für viele schwierig jetzt auf nur ein Training umzusteigen."

Schumacher erwartet einen Vorteil für die Formel-1-Neulinge, da diese eine geringere Trainingszeit aus den Nachwuchsklassen gewohnt seien. "Für uns Rookies ist es wahrscheinlich einfacher, weil wir in der F2 nur ein Training hatten. Von daher freue ich mich darauf", sagte der Formel-2-Champion.

Doch nicht nur aus dieser Perspektive rechnet sich Schumacher Chancen auf eine gute Platzierung in Silverstone aus. Denn zwei Rennen bringen es natürlich mit sich, dass eine höhere Wahrscheinlichkeit für Zwischenfälle gibt. Haas könnte dadurch im Feld nach vorne gespült werden. "Ich glaube dass es interessant wird, denn wenn es vorne knallt würden wir natürlich profitieren", sagte Schumacher gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Steiner: Größere Chance, dass etwas kaputtgeht

Auch Haas-Teamchef Günther Steiner geht davon aus, dass das neue Wochenendformat zu mehr Unfällen führen könnte. "Es besteht eine größere Chance, dass etwas kaputtgeht. Da wir nur eine halbe Stunde Fahrtzeit von Silverstone entfernt sind, nehmen gehen wir es normal an. Ansonsten würden wir mehr [Teile] mitnehmen."

Bei Ferrari sorgen hingegen die neuen Reifen für Kopfzerbrechen. Scuderia-Teamchef Mattia Binotto sagte: "Man muss sich erinnern, dass wir in Silverstone neue Reifen benutzen, die wir hier in Österreich getestet haben. Aber die meisten Teams brauchen mehr Erfahrung, weil wir nur den Freitagvormittag haben und dann in das Qualifying gehen."

Dadurch, dass die Boliden bereits am Freitag nach dem Zeitentraining in Parc-Ferme-Bedingungen gehen, bleibt den Teams kaum Zeit eventuelle Setup-Probleme noch zu korrigieren. Die Wageneinstellungen müssen also beinahe von Beginn an passen. "Es könnte ein ziemliches Durcheinander geben, wenn das Setup nicht optimiert ist", befürchtete Binotto.


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