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Formel 1

Lewis Hamilton hört nicht auf! Neuer Formel 1-Vertrag ab 2022

Rekordweltmeister Lewis Hamilton und Mercedes haben sich auf eine Fortsetzung ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit in der Formel 1 geeinigt.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Die erfolgreichste Fahrer- und Teampaarung in der Geschichte der Formel 1 geht auch über die F1-Saison 2021 hinaus weiter gemeinsam an den Start. Im Rahmen des Großen Preises von Österreich gaben Mercedes und Lewis Hamilton eine Vertragsverlängerung um zwei weitere Jahre bis zum Ende der Saison 2023 bekannt. Damit gehen der siebenmalige Formel 1-Champion und der siebenmalige Konstrukteurs-Weltmeister in ihre zehnte und elfte gemeinsame Saison.

Lewis Hamilton: Neue Herausforderung in neuer Formel-1-Ära

"Ich kann es kaum glauben, dass ich schon seit fast neun Jahren mit diesem fantastischen Team zusammenarbeite und freue mich sehr, dass wir unsere Partnerschaft auch in den kommenden beiden Jahren fortsetzen werden", sagte Hamilton. "Wir haben gemeinsam sehr viel erreicht, aber wir können noch viel mehr erreichen, sowohl auf als auch neben der Strecke."

Im kommenden Jahr erwartet die Formel 1 ein umfangreicher Regelumbruch mit komplett neuen Rennwagen. "Wir stehen am Anfang einer neuen Fahrzeug-Ära, die gleichzeitig herausfordernd und aufregend sein wird, und ich kann es kaum erwarten, herauszufinden, was wir noch alles gemeinsam erreichen werden", kündigte Hamilton an.

"Zum Beginn der neuen Formel 1-Ära ab der Saison 2022 kann ich mir keinen besseren Fahrer im Team wünschen als Lewis", fügte Teamchef Toto Wolff hinzu. "Seine Erfolge in diesem Sport sprechen für sich selbst und mit seiner Erfahrung, seinem Speed und seiner Rennintelligenz erreicht er den Gipfel seiner Leistungsfähigkeit."

Formel 1: Lewis Hamilton verlängert frühzeitig bis 2023

Anders als im Vorjahr konnten sich Wolff und Hamilton schon früh auf die Vertragsverlängerung einigen. Fun Fact: Damit unterschrieb Hamilton nach seiner einjährigen Verlängerung für 2021 im Februar schon seinen zweiten neuen Vertrag in diesem Jahr.

"Wir genießen den Zweikampf in diesem Jahr sehr und deshalb wollten wir die Vertragsgespräche auch so früh abschließen, damit dadurch keine Ablenkung vom Wettkampf auf der Rennstrecke entsteht", erklärte Wolff. "Ich habe Lewis gesagt, dass er immer bei uns fahren kann, solange dieses unglaubliche Feuer für den Rennsport in ihm brennt." Der neue Kontrakt gilt für die kommenden beiden Saisons 2022 und 2023.

Hamilton und Mercedes: Engagement abseits der Rennstrecke

Lewis Hamilton begann seine Karriere mit Unterstützung von McLaren und Mercedes und fuhr bislang in allen seinen 274 Grands Prix mit Mercedes-Power - zunächst ab seinem F1-Debüt im Jahr 2007 bei McLaren-Mercedes und danach ab 2013 beim Werksteam aus Brackley. Seit er im Jahr 2013 zum Mercedes-Werksteam hinzugestoßen ist, erzielte Hamilton sechs Fahrer-Weltmeistertitel (zuvor einen mit McLaren), 77 Rennsiege (98 insgesamt) und 74 Pole Positions (100 insgesamt).

Für den 36-jährigen Briten kommt es bei seiner Partnerschaft mit dem deutschen Hersteller nicht nur auf die sportlichen Erfolge an. Seit dem vergangenen Jahr engagieren sich Hamilton und Mercedes auch gemeinsam sozial für mehr Vielfalt und Gleichberechtigung im Team und der Formel 1 im Allgemeinen. So tritt das Team seit 2020 mit einer schwarzen Basislackierung in der Königsklasse des Motorsports an, um auf die Thematik hinzuweisen.

"Ich bin wahnsinnig stolz darauf und unheimlich dankbar dafür, wie Mercedes mich bei meinem Engagement für mehr Vielfalt und Gleichberechtigung in unserem Sport unterstützt hat", betonte Hamilton. "Sie haben selbst Rechenschaft abgelegt und wichtige Schritte unternommen, um ein vielfältigeres Team und ein inklusives Umfeld zu schaffen."

"Lewis ist nicht nur ein sehr talentierter Rennfahrer, sondern auch ein sozial engagierter und fürsorglicher Mensch, der in der Gesellschaft einen Unterschied ausmachen möchte", betonte Markus Schäfer, seines Zeichens Aufsichtsratsvorsitzender des Teams und Vorstandsmitglied der Daimler AG. "Sein Ehrgeiz, seine Hingabe für den Erfolg und sein beständiges Streben nach Verbesserungen spielten eine wichtige Rolle für unser Team und unsere Marke, um so erfolgreich zu werden wie wir es heute sind. Zusammen haben wir uns vorgenommen, unsere gemeinsamen Erfolge in Zukunft fortzusetzen."

Redaktionskommentar: Wer wird Hamiltons Teamkollege?

Motorsport-Magazin.com meint: Mit der Vertragsverlängerung von Lewis Hamilton bei Mercedes ist der erste große Stein auf dem Fahrermarkt gefallen. Dass es dazu kam, war keine besonders große Überraschung. Der frühe Zeitpunkt noch vor Saisonmitte schon eher. Die interessantere Frage ist nun jedoch, wer 2022 an der Seite von Hamilton im zweiten Boliden des Teams um Punkte kämpfen wird?

Mit Valtteri Bottas und George Russell gibt es zwei Kandidaten. Hamilton sprach sich zuletzt für seinen langjährigen Teamkollegen aus Finnland aus. Hamilton und Bottas bilden seit 2017 ein Fahrergespann bei den Silbernen. Zuletzt stand Bottas immer wieder in der Kritik und wurde mit Gerüchten konfrontiert, dass sich Mercedes bereits gegen ihn entschieden habe. Toto Wolff dementierte das und verwies auf eine Entscheidung später in diesem Jahr.

Mit Russell hat Mercedes eine heiße Aktie auf dem Fahrermarkt unter Vertrag. Nicht erst seine starken Leistungen bei den letzten Qualifyings und Rennen zeigten, dass Russell deutlich mehr Potenzial besitzt, als er mit dem Williams zeigen kann. Nach drei Jahren in einem weniger konkurrenzfähigen Boliden ist es an der Zeit, den Junior ins Werksteam zu befördern. Die Vernunft und Konstanz mag zwar auch eine Weiterarbeit mit dem bestehenden Duo logisch erscheinen lassen, aber die Gefahr, das Toptalent Russell in Zukunft an ein anderes Team zu verlieren, dürfte zu groß sein.

Das Zünglein an der Waage könnte Red Bull sein. Nein, nicht etwa, weil sie sich Russell angeln könnten, sondern weil sie mit Max Verstappen und Sergio Perez in dieser Saison erstmals seit langer Zeit wieder ein schlagkräftiges Duo besitzen, sodass sie mit beiden Fahrern an der Spitze kämpfen können. Das ergibt neue Möglichkeiten bei der Strategie und um den Gegner unter Druck zu setzen.

Bitte nicht falsch verstehen: Bottas zeigt durchaus gute Leistungen und wird (teilweise) zu Unrecht kritisiert, aber die britische Paarung Hamilton/Russell könnte angesichts des bereits aufblitzenden Potenzials im Junior eine noch stärkere Fahrerpaarung mit sich bringen. Die perfekte Symbiose aus Erfahrung und Jugend. Die Gefahr dabei ist, dass sich Hamilton und sein potenzieller junger Thronfolger ins Gehege kommen, wie einst er bei seinem Debüt mit Platzhirsch Fernando Alonso.


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