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Formel 1

Formel 1 Frankreich: Sebastian Vettel erklärt Trainingsunfall

Aston Martin macht in Frankreich bisher keine gute Figur. Sebastian Vettel im Training mit Crash und Balanceproblemen. Nachholbedarf bei Auto und Fahrer.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel landete nach seinem Podium in Baku bei den Formel-1-Trainings für den Frankreich GP wieder auf dem harten Boden der Realität. Der Aston-Martin-Pilot und Teamkollege Lance Stroll beendeten den Freitag lediglich auf den Positionen 15 und 16. Ein Unfall des Heppenheimers im FP1 unterstrich die Probleme mit dem AMR21. Der richtige Ansatz ist vorhanden, doch Grip und Pace noch weit entfernt.

"Heute Morgen haben wir ein bisschen Zeit verloren wegen meinem Fehler in Kurve elf. Die Jungs und Mädels haben gut geschraubt und waren schnell, dass ich nochmal ein bisschen raus [auf die Strecke] konnte", erklärt Vettel. Er hatte in der langen 180-Grad-Rechtskurve Le Beausset das Heck verloren und war rücklings in die Streckenbegrenzung gerutscht.

Er machte den Wind für den Abflug verantwortlich. Dieser ist auf der auf einem Plateau nahe der Mittelmeerküste gelegenen Circuit Paul Ricard traditionell ein Problem. Das offene Areal der Rennstrecke verstärkt den Effekt. "Er hat mich erwischt, schätze ich", so Vettel über den Wind. "Du kannst ja nicht sehen, was er macht. Du kannst ein Gefühl dafür bekommen, aber sehen kannst du es nicht."

Nach einer halben Stunde Reparaturpause nahm er das Training wieder auf. Mehr als 16 Runden und Rang 15 waren aufgrund des Malheurs für ihn nicht drin. Am Nachmittag blieb er fehlerfrei, doch die Position blieb dieselbe. Während die Konkurrenz zu Beginn des zweiten Trainings auf dem Medium-Reifen loslegte, fuhren Vettel und Stroll den Soft-Compound.

Aston Martin fehlt die Pace: Da geht mehr

Bei den Performance-Runs folgte das umgekehrte Spiel. Auf dem Medium-Reifen erzielte Vettel eine persönliche Bestzeit von 1:34.447 Minuten. Damit war er zwei Zehntelsekunden schneller als Stroll, aber auch anderthalb Sekunden langsamer als die Spitze. "Meine Runde war nicht so besonders. Ich hatte einen Fehler drin", sagt Vettel über seine Qualifying-Simulation.

Auf dem Zeitenmonitor noch weiter vorne zu stehen, hätte ihm aber ohnehin nichts bedeutet. "Es sah im Klassement nicht gut aus, aber es ist Freitag, da ist das egal", sagt er. Doch selbst wenn alles gepasst hätte, wäre der Rückstand für sein Empfinden noch deutlich zu groß gewesen.

"Es war kein guter Tag. Es gibt viele Dinge, die wir besser machen können. Ich fühle, dass mit dem Auto mehr geht aber es liegt an uns, das zu entfesseln", sagt er. Dafür sieht er sich genauso in der Verantwortung wie die Balance des Autos: "Ich glaube, die Pace sollte ein bisschen besser sein. Wir müssen noch etwas am Auto arbeiten und ich auch an mir selbst."

Vettel klagt über schlechte Balance bei hohen Temperaturen

"Wir haben noch keine gute Balance gefunden. Beide Fahrer klagen über erhebliches Untersteuern", so Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer. Die Balanceprobleme sieht Vettel auch in den Wetterbedingungen begründet. Am Freitag herrschten Asphalttemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius.

"Es rutscht noch ein bisschen zu viel. Natürlich ist es auch heiß und das ist den Temperaturen geschuldet, aber das ist für alle gleich. Wir müssen schauen, dass wir damit besser zurechtkommen", so der viermalige Weltmeister. Besonders auf eine schnelle Runde bereiten die Reifen Probleme.

Aston Martin hofft auf Anschluss ans Mittelfeld

"Wir hatten zwischen Soft- und Medium-Reifen einen ziemlich großen Umschwung. Das ist für eine Runde vielleicht nicht ideal", erklärt Vettel. Szafnauer ist optimistisch, den Anschluss an das vordere Mittelfeld noch herstellen zu können: "Es ist ein enges Mittelfeld. Wir werden sehen, was wir machen können und wie viel wir über Nacht finden können."

Zieht man den im FP2 viertplatzierten Fernando Alonso als Benchmark im Mittelfeld heran, fehlte Vettel allerdings schon auf den Spanier über eine Sekunde. Zumindest einen positiven Aspekt konnte der 33-Jährige ausmachen. "Im Longrun war es etwas besser. Es war gut, einige aufeinanderfolgende Runden zu fahren", sagt er.


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