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Formel 1, Schumacher mit Ferrari-Test: Hilft ans Limit zu gehen

Mick Schumacher spulte in der vergangenen Woche einen Formel-1-Test auf der Ferrari-Strecke in Fiorano ab. Wie ihm die 200 Testkilometer geholfen haben.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Mick Schumacher nutzte die zweiwöchige Pause der Formel-1-Saison zwischen dem Rennen in Imola und dem Großen Preis von Portugal für eine Testfahrt mit einem drei Jahre alten Ferrari in Fiorano. Insgesamt legte er an einem Nachmittag über 200 Kilometer zurück. Doch was bringt so ein Test überhaupt wenn er in der Formel 1 wieder in seinen Haas umsteigen muss?

Schumacher auf der Suche nach der ultimativen Pace

Eine ganze Menge behauptet der Formel-2-Champion. "Es gibt verschiedene Sachen, die wir in Fiorano üben können. Zum Beispiel zu versuchen, so schnell wie möglich auf der ultimativen Pace zu sein. Das hilft einem natürlich immer und ganz speziell in der Formel 1."

Testmöglichkeiten, auch wenn sie, wie in Fiorano, mit älteren Boliden stattfinden, ergeben sich für die Formel-1-Fahrer eher selten. An den Rennwochenenden, wo den Fahrern in diesem Jahr nur noch drei Stunden Trainingszeit zur Verfügung steht, gilt es dennoch den Wagen so schnell wie möglich am Limit zu bewegen.

Wenig Zeit am Rennwochenende

Bei dem derzeitigen Wochenend-Programm müsste das Handling für den Wagen schon bis FP2 voll analysiert sein, damit vor dem dritten Training das Setup voll ausgereift ist, meint Schumacher. Außerdem sagt er: "Wenn man in den Trainings nur 95 Prozent fährt und erst im Qualifying 100 Prozent gibt, dann kann es sein, dass in einer Kurve das Hinterrad etwas mehr stehenbleibt oder der Wagen in einigen Kurven mehr übersteuert und dann ist es zu spät, irgendwelche Veränderungen vorzunehmen, um für das Qualifying bereit zu sein", erklärte Schumacher das Dilemma.

Genau deshalb sei in Schumachers erster Formel-1-Saison jeder Kilometer wichtig. "Es hört sich einfach an, aber es ist im Endeffekt Vertrauenssache, wie man sich im Auto fühlt", so Schumacher. Er persönlich habe sich aber schon an seinen Haas-Boliden, den er in diesem Jahr pilotieren darf, gewöhnt.

Schumacher befüllt Werkzeugkasten

Deshalb sei in Fiorano auch genügend Zeit geblieben, um noch weitere Abläufe einzustudieren. "Die Arbeit mit den Ingenieuren war natürlich auch interessant", sagte der Formel-1-Rookie. "Bei diesen Testfahrten lernt man viele Sachen, die man in seine Toolbox übernehmen kann und wenn man diese einmal in einem Rennen benötigt, kann man sie aus dem Werkzeugkasten herausnehmen."

Welche Werkzeuge Mick Schumacher an diesem Wochenende auspackt, werden wir spätestens am Sonntag sehen, wenn der Große Preis von Portugal über die Bühne geht. An den ersten beiden Grand-Prix-Wochenenden konnte Schumacher trotz einzelner Fahrfehler seinen Teamkollegen Nikita Mazepin klar in den Schatten stellen. Der Einzug in Q2 oder gar seine ersten Formel-1-Punkte scheinen mit dem Haas VF-21 unter normalen Umständen aber in weiter Ferne zu liegen.

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