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Formel 1

Formel 1, Imola: Hamilton wollte mit Platz drei zufrieden sein

Trotz starker Konkurrenz holte Lewis Hamilton in der Imola-Qualifikation die Pole Position. Eigentlich wollte er sich mit Platz drei zufriedengeben.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Nach einem schwierigen Auftakt zur Formel-1-Saison 2021 vor drei Wochen hat sich Lewis Hamilton am Samstag in der Qualifikation zum Emilia Romagna GP zurückgekämpft. Auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola fuhr der Mercedes-Pilot die schnellste Rundenzeit und wird damit am Sonntag zum 99. Mal von der Pole Position in ein F1-Rennen starten.

Imola-Pole verschenkt: Setzt der WM-Druck Verstappen zu?: (09:20 Min.)

"Es ist toll gelaufen. Ich habe überhaupt nicht erwartet, dass wir hier vor zwei Red Bulls stehen. Sie waren so schnell dieses Wochenende, teilweise sechs Zehntel vor uns", sagte Hamilton im Anschluss an das Qualifying. Nachdem Mercedes am Freitag den Ton angegeben hatte, legte Max Verstappen im 3. Freien Training nach und fuhr eine deutliche Bestzeit. "Ich wusste nicht, wo wir stehen würden, aber das Auto hat sich hier schon viel besser angefühlt. Mein Respekt geht an das Team für die harte Arbeit und dafür, dass es den Rückstand verringert hat", erklärte der siebenfache Weltmeister.

Auf die Pole Position spekulierte Hamilton nach dem Abschneiden im Freien Training am Samstagmittag nicht. "Ehrlich gesagt wollten wir auf Platz drei landen. Wir hatten den Rückstand zu den Red Bulls. Und mir war klar, dass ich nicht sechs Zehntelsekunden schneller sein kann. Wir haben das Auto ans Qualifying angepasst und uns voll konzentriert. Aber wir hatten eine großartige Strategie", sagte er. "Ich konnte in 'clean Air' fahren. Ich wusste, dass ich mehr als eine perfekte Runde brauchte, um Red Bull zu schlagen."

Die ist ihm dann aber nicht ganz gelungen. Zunächst leistete sich Hamilton in seinem ersten Q3-Run einen Fahrfehler. "Nach den ersten beiden Kurven war ich eine Zehntelsekunde vorne. Da wusste ich schon, dass es eine gute Runde werden würde. Dann habe ich in Kurve zwölf etwas Zeit verloren", berichtete der Vorjahressieger des Rennens in der Emilia Romagna. Am Ende stand eine Zeit von 1:14.411 Minuten, mit der er den ersten Platz einnahm.

Hamilton gelingt nicht die perfekte Runde

Bei seinem zweiten Run schaffte es Hamilton nicht mehr, sich zu verbessern. Seine Rundenzeit war 0.022 Sekunden langsamer als die vorherige. Danach war Zittern angesagt. Denn sein Teamkollege Valtteri Bottas und er waren die ersten Piloten, die ihre Runden abschlossen. Die Konkurrenz folgte also noch. Sergio Perez und Max Verstappen verdrängten in aber nicht mehr. Sie werden von den Verfolgerplätzen starten. "Nach der zweiten Kurve hatte ich schon eine Zehntel Rückstand. Das konnte ich im zweiten und im dritten Sektor aufholen. Eine Kombination aus meinen beiden Runden wäre die perfekte Runde gewesen" resümierte der Pole-Setter.

Beim Saisonauftakt in Bahrain, den Hamilton trotz der stärkeren Konkurrenten mit einer gewagten Strategie gewann, herrschten andere Bedingungen vor als an diesem Wochenende in Italien. Sie sind für den Briten ein Faktor für die aufsteigende Qualifying-Performance. "In Bahrain waren die Temperaturen und die Streckenbeschaffenheit ganz anders. Wir haben mit Überhitzung und mit starken Seitenwinden gekämpft, was wir hier nicht haben", berichtete Hamilton. "Es ist viel kühler. Wir sind nur knapp über den Temperaturen, die die Reifen benötigen. Wir haben uns darauf konzentriert, die Balance zu finden. Das ist ein sehr enges Fenster."

Taktischer Vorteil für Red Bull

Die Ausgangslage für das Rennen ist für Hamilton ungewohnt. Teamkollege Bottas wird am Sonntag als Achter losfahren. Für das Mercedes-Team wird es damit schwierig werden, ihn als zusätzliches strategisches Element im Kampf um den Sieg zu platzieren, während dem WM-Spitzenreiter gleich zwei Red-Bull-Konkurrenten im Nacken sitzen.

Lewis Hamilton sagte zu Motorsport-Magazin.com: "Ich kann mich nicht erinnern, wann die Red Bulls das letzte Mal so nah an mir dran waren. Wenn wir morgen in derselben Reihenfolge im Rennen fahren, haben sie eine bessere Ausgangslage, was die Strategie angeht. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht etwas anders machen können. Ich weiß nicht, was mit Valtteri passiert ist. Hier wird es für ihn schwer sein, zu überholen. Aber wir werden über uns hinauswachsen, um die Jungs hinter uns zu halten."

Bei der Rückkehr der Formel 1 nach Imola im vergangenen Jahr feierte Mercedes einen Doppelsieg mit Hamilton und Bottas. Hamilton startete als Zweiter und übernahm durch einen späten ersten Reifenwechsel in einer Virtual-Safety-Car-Phase die Führung.


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