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Formel 1, virtueller GP: Fittipaldi besiegt Leclerc & Vandoorne

Der Auftakt-Sieg in der virtuellen Formel 1 geht an Enzo Fittipaldi. Der für Haas startende F3-Pilot schlug Arthur Leclerc in einem Tracklimit-Chaos.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Der Auftakt zur virtuellen GP-Saison der Formel 1 2021 in Österreich wurde wieder einmal zu einem Track-Limit-Chaos. An der Spitze aber sorgten Enzo Fittipaldi und Arthur Leclerc für ein hartes Duell um den Sieg, welches Fittipaldi für sich entschied.

Formel 1 - Starterliste virtueller Österreich GP: Russell muss absagen

Gemäß dem neuen Format muss jedes Team jetzt vier Fahrer für den virtuellen GP nominieren. Die zwei Esports-Profis der Teams fahren in einem Qualifying-Sprintrennen die Startaufstellung aus, bevor die Stars dann im Hauptrennen um die Punkte kämpfen. Nach drei Rennen wird entsprechend der Teamwertung ein Preisgeld-Topf auf die von den Teams nominierten Wohltätigkeitseinrichtungen verteilt.

Team Stars Esports-Profis
Mercedes Stoffel Vandoorne / Anthony Davidson Jarno Opmeer / Dani Moreno
Red Bull Alex Albon / Jeffrey Herlings Marcel Kiefer / Frede Rasmussen
McLaren Jimmy Broadbent / Tiametmarduk James Baldwin / Josh Idowu
Alpine Christian Lundgaard / Oscar Piastri Nicolas Longuet / Fabrizio Donoso
Ferrari Arthur Leclerc / Marcus Armstrong David Tonizza / Brendon Leigh
AlphaTauri Tonio Liuzzi / Luca Salvadori Joni Tormala / Manuel Biancolilla
Alfa Romeo Thibaut Courtois / PieFace23 Dani Bereznay / Thijmen Schutte
Haas Pietro Fittipaldi / Enzo Fittipaldi Cedric Thome / Samuel Libeert
Williams Nicholas Latifi / Flowstreet Alvaro Carreton / Alessio di Capua

Die meisten F1-Piloten blieben zumindest dem virtuellen Saisonauftakt fern. Williams übermittelte erst 30 Minuten vor dem Start die Absage von George Russell, sein Platz im Hauptrennen wurde vom Youtuber Flowstreet übernommen. Aston Martin sparte sich die Teilnahme.

Virtueller Formel-1-GP von Österreich: So liefen die Rennen

Qualifying-Rennen: Ferrari-Profi und Ex-Champ David Tonizza startete den fünf Runden langen Sprint nach einem kurzen Zeittraining von Pole, vor Mercedes-Neuzugang Dani Moreno und Red-Bull-Mann Marcel Kiefer. Tonizza setzte sich am Start durch und kontrollierte das Rennen bis ins Ziel. Moreno sah sich lange starkem Druck von Kiefer ausgesetzt, hielt dem aber Stand.

In der letzten Runde verlor Kiefer den dritten Platz dann noch an den Ferrari-Piloten Brendon Leigh. Kiefer kam auf P5 ins Ziel, vor McLaren-Pilot Josh Idowu, der sich in einem späten Kampf noch gegen Alfa-Fahrer Dani Bereznay durchsetzte.

Hauptrennen: Tonizzas Sieg bedeutete Pole für Ferraris F2-Junioren Marcus Armstrong, vor Anthony Davidson und Arthur Leclerc. Armstrong behielt beim Start kühlen Kopf und blieb locker vorne, während sich Leclerc gleich einmal Davidson schnappte. Die Ferraris zogen gleich vom Feld weg, während es hinten rund ging. Davidson rutschte in Kurve vier von der Strecke, McLaren-Fahrer Jimmy Broadbent übernahm P3 vor den Fittipaldi-Brüdern Enzo und Pietro, dahinter folgten Vandoorne und Courtois.

Die Ferraris zeigten in der Startphase keine Anzeichen von Teamorder, Leclerc übernahm in Runde zwei die Führung. Armstrong konnte aber den Anschluss halten, und gemeinsam bauten sie den Vorsprung zügig auf über drei Sekunden aus. Broadbent verlor in schneller Abfolge zwei Plätze an die Fittipaldi-Brüder. Alex Albon kämpfte währenddessen mit Verbindungs-Problemen, musste von ganz hinten losfahren und kam nur langsam nach vorne.

Aber bald wurden Track Limits ein Faktor. Nach zehn Runden hatte mehr als das halbe Feld mindestens eine Drei-Sekunden-Strafe stehen, bald auch der Führende Leclerc. Vitantonio Liuzzi sammelte Strafen wie kein anderer und wurde in Runde 15 schließlich disqualifiziert.

In Runde 13 begannen die ersten, auf Soft gestarteten Fahrer den Boxenstopp-Zyklus. Aus der Spitzengruppe kamen zuerst Pietro, dann Enzo Fittipaldi an die Box. In Runde 15 folgte Leclerc, in 16 Armstrong - aber er war zu schnell in der Boxengasse, bekam eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die Ferraris kamen daher im Mittelfeld wieder auf die Strecke - dort kämpften die McLaren von Broadbent und Ben Daly gegen Thibaut Courtois und Alex Albon.

Stoffel Vandoorne rotierte in Runde 17 von 36, noch ohne Boxenstopp und auf Medium-Reifen unterwegs, an die Spitze. In Runde 23 stoppte er erst, und kam wieder auf P5 zurück auf die Strecke. Leclerc hatte den Verkehr nach dem Stopp am besten bewältigt, aber jetzt kam er unter Druck von Enzo Fittipaldi, der Armstrong und Pietro Fittipaldi hinter sich gelassen hatte.

Zu dem Zeitpunkt hatten sowohl Leclerc als auch Fittipaldi 3 Strafsekunden, Armstrong folgte mit 8, dann Fittipaldi mit 6, Vandoorne mit 3, und dann Albon - dessen Aufholjagd endlich in Gang kam - mit 6. Vandoorne machte in den nächsten Runden das meiste aus dem Reifenvorteil, und schnappte sich Fittipaldi und Armstrong. In Vandoornes Kielwasser folgte Albon.

In Runde 28 wurde das Duell Leclerc gegen Fittipaldi heiß - Fittipaldi fuhr Leclerc beim Anbremsen ins Heck, und drückte sich beim Rausbeschleunigen vorbei. Leclerc brauchte zwei Runden, aber fünf vor Schluss holte er sich P1 wieder. Fittipaldi schlug zwei Runden vor Schluss zurück - und dann kassierte Leclerc eine weitere 3-Sekunden-Strafe, damit war Fittipaldi klar im Vorteil.

Leclerc versuchte in der letzten Runde eine verzweifelte Attacke in Kurve drei, rutschte von der Strecke und bekam noch einmal drei Strafsekunden. Damit war Enzo Fittipaldis Sieg in trockenen Tüchern - und Stoffel Vandoorne rutschte dank der Strafen vor auf P2. Dahinter folgte Leclerc, und dank eines starken Schluss-Stints Alex Albon. An der Strafenfront "gewann" Nicholas Latifi. Der Williams-Pilot häufte in 36 Runden 21 Strafsekunden an. Renault-Junior Oscar Piastri beendete das Rennen als einziger Pilot ohne Strafe.

P. Fahrer Team
1 Enzo Fittipaldi Haas
2 Stoffel Vandoorne Mercedes
3 Arthur Leclerc Ferrari
4 Alex Albon Red Bull
5 Pietro Fittipaldi Haas
6 Marcus Armstrong Ferrari
7 Oscar Piastri Renault
8 Anthony Davidson Mercedes
9 Luca Salvadori AlphaTauri
10 Thibaut Courtois Alfa Romeo