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Formel 1

Hamilton nach Corona-Erkrankung: So geht es mir wirklich

Lewis Hamilton landet nach seiner Corona-Erkrankung im Abu Dhabi Qualifying auf Rang drei. Der Mercedes-Star gibt aber zu: Die Lunge bereitet Probleme.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton ist nicht nur der Pole-König der Formel 1, sondern auch der Pole-König von Abu Dhabi. Fünfmal ging er bereits von Startplatz eins aus ins Rennen. 2020 muss er sich an einen neuen Ausblick gewöhnen: Red-Bull-Pilot Max Verstappen und Teamkollege Valtteri Bottas waren schneller als Hamilton, der Weltmeister startet somit nur von Platz drei.

Gleich die erste Runde im Qualifying wurde dem Briten zum Verhängnis. Hamilton kam in der vorletzten Kurve zu weit raus. "Der Unterboden hatte dann einen kleinen Schaden. Es war das erste Mal überhaupt an diesem Wochenende, dass ich dort zu weit rauskam", ärgerte sich Hamilton.

Nicht nur der Unterboden nahm Schaden, auch das ganze Qualifying. Weil er die Strecke dabei verlassen hatte, wurde seine Rundenzeit gestrichen. Der zweite Versuch auf demselben Satz war nicht schnell genug, um sich ausruhen zu können. Deshalb musste Hamilton schon im Q1 einen zweiten Satz der Soft-Reifen nutzen, der ihm für das Einschießen für Q3 am Ende des zweiten Qualifikationsabschnittes fehlte.

Enttäuscht war der siebenmalige Formel-1-Weltmeister aber nicht: "Ich hatte keine Erwartungen, ich bin einfach nur froh, zurück zu sein." Denn unmittelbar nach dem Bahrain GP wurde Hamilton positiv auf das Coronavirus getestet. Erst in letzter Sekunde stand fest, dass er nach der Zwangspause beim Sakhir GP in Abu Dhabi wieder im Cockpit sitzen darf.

Lungenprobleme und Gewichtsverlust bei Hamilton

Während Hamilton am Freitag über seinen Gesundheitszustand weitestgehend schwieg, gab er sich nach der Qualifikation etwas auskunftsfreudiger. "Wie ich schon in Australien sagte: Dieses Virus ist ernst! Ich fühle mit allen, die davon betroffen sind oder dadurch jemanden verloren haben, dieses Virus ist ekelhaft. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, ich fühle es noch immer in meiner Lunge", so der 35-Jährige.

Vom Start hält ihn das aber nicht ab: "Wir Rennfahrer ticken so, dass wir selbst fahren würden, wenn uns ein Arm abfällt. Das ist zum Glück nicht der Fall. Es wird physisch nicht das einfachste Rennen, aber ich werde es hinbekommen, denn ich gebe alles, was ich habe."

"Mir fehlt einfach Energie", beschreibt Hamilton seinen Zustand. "Ein Symptom ist, dass es dich schlapp macht. Ich versuche daher, so viel wie möglich zu schlafen. Aber das Aufladen des Akkus ist nicht so einfach wie in der Vergangenheit. Ich habe in der letzten Woche auch gut Gewicht verloren, nur in dieser einen Woche. Ich bin nicht zu 100 Prozent da, wo ich zuletzt war." Dass Hamilton körperlich noch nicht ganz der Alte ist, war in der Pressekonferenz spürbar. Die Stimme des Weltmeisters war deutlich angeschlagen.


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