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Formel 1

Formel 1, Platzwechsler & Rookies: Russell tanzt aus der Reihe

In der Woche vor dem Sakhir GP in Bahrain gab es drei Veränderungen im Fahrerfeld der Formel 1. George Russell sticht aus dem Trio deutlich hervor.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Für drei Piloten der Formel-1-Saison 2020 ging es in den vergangenen Tagen auf der Karriereleiter nach oben: Pietro Fittipaldi (Haas) und Jack Aitken (Williams) erhielten aus dem Nichts die Möglichkeit, erstmals an einem Grand Prix teilzunehmen und George Russell wechselte von Williams in ein Top-Team, zu Mercedes. Die Freien Trainings zum Sakhir GP auf dem Bahrain International Circuit hätte für das Trio kaum unterschiedlicher verlaufen können.

Russell, der 2019 im Williams-Duell gegen Robert Kubica glänzte, und in der laufenden Saison auch Rookie Nicholas Latifi im Griff hat, überzeugte in beiden Trainings: Er setzte sich nicht nur gegen seinen neuen Teamkollegen Valtteri Bottas durch, sondern sicherte sich in beiden Sessions sogar die Bestzeit. Der Brite hatte offenbar keine Probleme mit dem Wechsel und knüpfte an die Leistung Lewis Hamiltons an. Der Weltmeister kann wegen einer Corona-Infektion nicht am zweiten Rennen in Bahrain teilnehmen.

Nach dem Trainingsfreitag sagte Russell: "Ich glaube, dass meine Rundenzeiten derzeit etwas täuschen und nicht die wahre Pace darstellen. Im zweiten Training hatte ich mit viel Benzin an Bord etwas zu kämpfen und das wird am Sonntag entscheidend sein. Red Bull war auf den Long Runs schnell und Valtteri war der Schnellste im zweiten Training, aber seine Rundenzeit wurde gestrichen."

Während Russell vor dem Wochenende von einigen Fahrerkollegen sogar als Sieganwärter bezeichnet wurde, müssen sich Fittipaldi und Aitken mit weniger zufriedengeben: Das Rennen auf den vorderen Rängen zu beenden, ist angesichts der Fahrzeugperformance utopisch. Auch im Duell gegen ihre jeweiligen Teamkollegen haben sie aufgrund des Erfahrungsrückstands schlechte Karten. Das zeigte sich am Freitag, als beide die Trainings auf den letzten Plätzen belegten.

Fittipaldi nach acht Monaten wieder auf der Strecke

Für Fittipaldi verlief die erste Teilnahme an einem Formel-1-Training nicht problemlos: "Den einzigen Rückschlag hatten wir im 1. Freien Training. Ich habe mir einen Bremsplatten eingefahren und dabei meine Reifen beschädigt, sodass ich keinen Run mehr fahren konnte. Im zweiten Training bin ich es ruhig angegangen und habe mein Programm abgespult."

Fittipaldi hat mit Ausnahme der asiatischen Formel 3, deren Saison im Februar endete, im Jahr 2020 keine Rennen bestritten. "Es ist ein Jahr her, dass ich zuletzt ein Formel-1-Auto bewegt habe und acht Monate, seitdem ich zuletzt mit irgendwas auf einer Strecke war. Deswegen bin ich es heute Schritt für Schritt angegangen."

Wegen der Schwierigkeiten fehlte dem 24-Jährigen in der ersten Session rund eine Sekunde auf seinen Teamkollegen Kevin Magnussen. Im zweiten Training war er etwa drei Zehntelsekunden langsamer als der Däne.

Aitken hat Glück bei Dreher

Aitkens Start in den Freitag zeigte einige Parallelen zu Fittipaldis Training. Auch er beschädigte in der ersten Session einen Reifensatz. Allerdings konnte er weiterfahren und weitere Erfahrungen auf der kurzen Variante des Bahrain International Circuit sammeln. "Ich war etwas beschäftigt, das Auto von der Wand wegzuhalten", gab er schließlich nach seinem Dreher in der zweiten Kurve zu. "Ich war zu falschen Zeit etwas zu sicher. Glücklicherweise hatte ich keinen Schaden, sodass es uns nur ein paar Runden gekostet hat."

Der Brite bestritt beim Steiermark GP auf dem Red Bull Ring im Juli bereits einen Trainingseinsatz für Williams. "Wir haben in den ersten Runden im ersten Training das wiederholt, was ich bereits in Österreich gemacht habe. Also war es mir recht vertraut und ich habe schnell Geschwindigkeit aufgebaut."

Sein Rückstand auf Teamkollege Nicholas Latifi lag im ersten Training bei knapp vier und im zweiten Training bei etwa fünf Zehntelsekunden.

Für alle drei Fahrer könnte es beim Saisonfinale in einer Woche wieder zurück zu ihren angestammten Positionen gehen. Sollte Lewis Hamilton dann wieder genesen sein und für Mercedes an den Start gehen können, würde Russell zu Williams zurückkehren und seinen Ersatzmann verdrängen. Bei Haas arbeitet der verletzte Romain Grosjean ebenfalls an einem Comeback in der kommenden Woche.


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