Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1 Bahrain, 1. Training: Mercedes deklassiert Konkurrenz

Lewis Hamilton und Mercedes dominieren beim Auftakt in Bahrain. Red Bull noch weit weg, Sebastian Vettel und Ferrari wieder in der Realität angekommen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Der frischgebackene siebenfache Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton macht in Bahrain dort weiter, wo er vor zwei Wochen in der Türkei aufgehört hat: Platz eins. Der Mercedes-Pilot umrundete die Strecke im Wüstenstaat Bahrain im 1. Freien Training in 1:29,033 Minuten deutlich schneller als die versammelte Konkurrenz.

Nach zuletzt außergewöhnlichen Destinationen geht es für die Formel 1 beim Bahrain GP zurück auf bekanntes Terrain. Aufgrund leichter Regenschauer erwartete die Königsklasse aber eine eigenartige Trainingssitzung, auch wenn die Strecke zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd feucht wurde.

Weil das 1. Training im Gegensatz zu Qualifying und Rennen bei Tageslicht stattfindet, gilt die Trainingssitzung eigentlich als irrelevant, weil die Bedingungen nicht repräsentativ sind. Durch den bewölkten Himmel und die leichten Tropfen erhitzte sich der Asphalt aber auf lediglich 28 Grad Celsius.

Das Ergebnis: Fast eine halbe Sekunde brummte Hamilton Teamkollege Valtteri Bottas auf. Sergio Perez auf Rang drei hatte schon eine knappe Sekunde Rückstand auf die Bestzeit von Hamilton. Dahinter ging es gewohnt eng zu: Carlos Sainz landete im McLaren nur wenige Tausendstel hinter dem Racing Point von Perez auf Rang vier.

Pierre Gasly beendete das 1. Training auf Rang fünf noch vor Max Verstappen im Red Bull. Alexander Albon sortierte sich direkt hinter seinem Teamkollegen auf Rang sieben ein. Esteban Ocon, Lance Stroll und Daniel Ricciardo komplettierten die Top-10.

Nach dem starken Ergebnis in der Türkei findet sich Ferrari zum Auftakt in Bahrain nur im Mittelfeld wieder. Charles Leclerc wurde mit gut 1,5 Sekunden Rückstand Elfter, Sebastian Vettel landete eine halbe Zehntelsekunde dahinter auf Rang zwölf.

Die Zwischenfälle: Wie üblich in Bahrain gab es zahlreiche Verbremser zu sehen. Am exzessivsten ließ Valtteri Bottas das linke Vorderrad beim Anbremsen auf Kurve zehn stehen. Der Mercedes-Pilot wiederholte die Übung gleich mehrfach.

Mehrfach musste sich Romain Grosjean nicht drehen, um seine Reifen gänzlich zu ruinieren. Der Franzose verlor in Kurve sechs die Kontrolle über seinen Haas. Beim Einlenken in die Linkskurve brach das Heck aus und Grosjean drehte sich quer durch die asphaltierte Auslaufzone und den kleinen Streifen Kiesbett. Weil die Reifen komplett durchgebremst waren, musste er im Schneckentempo zurück an die Box fahren.

Auch Max Verstappen sorgte für Action: Er drehte sich beim Herausbeschleunigen aus der Zielkurve. Der Red-Bull-Pilot forderte offenbar etwas zu viel Drehmoment vom Honda-Motor. Nach einer 360-Grad-Drehung stand er wieder in Fahrtrichtung. Allerdings waren auch seine Reifen etwas eckig gebremst. Bitter: Er hatte auf diesem Satz der 2021er Pneus erst drei Runden abgespult.

Die Technik: Weil die Bedingungen unter normalen Umständen nicht repräsentativ gewesen wären, probierten die Teams viel aus. Vor allem zu Beginn des Trainings waren viele Aerodynamik-Testinstrumente und jede Menge Flow-viz zu sehen.

Auch für Pirelli gab es etwas zu testen: Die Italiener haben die 2021er Reifen mit in Bahrain. Jeder Fahrer erhält zwei Sätze der mittleren Mischung. Schon im 1. Training probierten die meisten Piloten die neuen Pneus - und zeigten sich wenig erfreut. "Nur eine Runde mit diesen Reifen auf dieser Strecke und wir wissen, wie schlecht sie sind", klagte Charles Leclerc.

Die Freitagsfahrer: George Russell musste sein Cockpit für die erste Trainingssession räumen. Stattdessen durfte Roy Nissany, der wenige Minuten zuvor noch 18. im Training der Formel 2 wurde, in den Williams klettern. Der Israeli landete rund 0,3 Sekunden hinter Nicholas Latifi auf dem letzten Rang.

Auch Kimi Räikkönen musste sein Cockpit räumen. Für ihn griff Robert Kubica im 1. Freien Training ins Lenkrad. Der Pole landete auf Rang 13 direkt hinter den beiden Ferrari-Piloten. Teamkollege Antonio Giovinazzi wurde 16.


Weitere Inhalte: