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Formel 1, Hamilton ernüchtert: Mercedes schrecklich zu fahren

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat nach dem Trainingsfreitag zum Portugal GP schlechte Laune. Auch Valtteri Bottas trotz Bestzeit wenig angetan.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Trotz erneuter Bestzeiten in beiden Freien Trainings zum Großen Preis von Portugal der Formel-1-Saison 2020 herrschte bei Mercedes nach einem Freitag schon einmal bessere Stimmung. Vor allem Lewis Hamilton - nur Platz acht in einem allerdings chaotischen zweiten Training - zeigte sich in Portimao alles andere als zufrieden mit der Performance seines Mercedes. Selbst Valtteri Bottas gab sich trotz zweimal P1 nicht begeistert.

„Das erste Training war noch die bessere Session für mich, obwohl sich das Auto da noch nicht so toll anfühlte“, sagte Hamilton. „Wir haben dann ein paar Änderungen vorgenommen, aber damit fühlte es sich im zweiten Training ziemlich schrecklich an, sodass wir wieder ein paar Schritte zurückgehen mussten, die wir mit dem Setup falsch gegangen waren.“

Lewis Hamilton verrennt sich beim Setup

Die Probleme offenbarten sich mitunter durch einen Verbremser auf den Prototyp-Reifen Pirellis für 2021, mit dem Hamilton seinen Satz ruinierte und den Italienern kaum verwertbare Daten liefern konnte - und sich selbst schon gar nicht. „Wir sind am Nachmittag viele Runden gefahren, aber viele davon waren für den Pirelli-Reifentest, der keine nützlichen Informationen für uns lieferte“, haderte Mercedes’ leitender Ingenieur an der Strecke, Andrew Shovlin.

Das mit Platz acht ungewohnt dürftige Ergebnis Hamiltons war jedoch auch einem insgesamt chaotischen Training geschuldet. Nicht nur die 30 Minuten Pirelli-Test - deshalb fuhr Mercedes am Freitag übrigens ohne das 2021 verbotene DAS-System - verhinderten Arbeiten am Setup für dieses Wochenende, durch zwei längere Rotphasen blieb auch von der restlichen Stunde nicht mehr allzu viel übrig.

Pirelli-Test & zweimal Rot: Kaum Zeit für Korrektur

So kam Mercedes kaum noch dazu, mit Hamilton wieder auf den rechten Weg zu gelangen. „Die Bergungen liefen heute sehr langsam“, kritisierte Hamilton. „Deshalb saßen wir sehr lang nur in der Garage und sind in der zweiten Session nicht wirklich auf Touren gekommen. Es war echt schwierig heute.“ Jetzt müsse Mercedes eben über Nacht durch umfangreiche Analysen und Vergleiche mit den Daten Bottas’ eine Lösung finden.

Auch der Finne war jedoch mitnichten rundum glücklich. „Valtteri ist zwar die schnellste Zeit gefahren, aber er fand das Auto nicht toll“, berichtete Motorsportchef Toto Wolff. „Das konnten wir auch in den Daten sehen - und Lewis fand es ganz und gar nicht klasse.“

Mercedes grübelt: Normalerweise ist Balance schnell da

Shovlin zeigte sich angesichts dieser ungewohnten Probleme überrascht. „Normalerweise haben wir ein Auto, bei dem sich die Balance einfach finden lässt. Aktuell befinden wir uns nicht in dieser Position, aber wir werden hart daran arbeiten, um einige dieser Punkte bis morgen zu lösen“, sagte der Brite.

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Überdramatisieren will unterdessen Bottas selbst die Lage nicht. „Allzu schlecht war es jetzt nicht, aber in den langsamen Kurven hatte ich etwas mit dem Heck zu kämpfen“, klagte der Finne zwar. „Aber so viel fehlt auch wieder nicht. Das zeigt ja die Rundenzeit. Aber Arbeit zu tun haben wir schon noch.“

Portimao: Strecke einziger Hamilton-Lichtblick

Selbst Hamilton gab letztlich nicht nur den Schwarzmaler. Zumindest das anspruchsvolle Autódromo Internacional do Algarve taugte dem Briten. „Die Wellen waren unglaublich“, schwärmte Hamilton von der neuen Formel-1-Strecke. „Es gibt viele Stellen, wo du einfach nicht sehen kannst, wo du hinfährst. Am Ausgang von Kurve acht schaust du eine Weile in den Himmel und hast keine Ahnung, was hinter dem Hügel kommt. Auch in Kurve elf, da gehst du rein und weißt einfach nicht, wo du bist. Du kommst plötzlich aus dem Nirgendwo irgendwo an. Sehr herausfordernd!“


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