Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Vettel über Mick Schumacher: Hat sich Formel-1-Platz verdient

Mick Schumacher wird auf dem Nürburgring erstmals an einem Formel-1-Wochenende im Cockpit sitzen. Sebastian Vettel hofft für 2021 auf noch mehr.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Mick Schumachers nächster großer Moment als Rennfahrer steht am Nürburgring kurz bevor. Am Freitag wird der Ferrari-Junior im ersten Freien Training 90 Minuten lang für Alfa Romeo im Cockpit sitzen. Es ist sein erster Auftritt an einem echten Rennwochenende der Formel 1.

Mick Schumacher vor erstem Formel-1-Training!: (09:21 Min.)

Mit einer hervorragenden zweiten Formel-2-Saison - dort führt er zwei Rennwochenenden vor Schluss die Meisterschaft an - hat sich Schumacher das Trainings-Debüt erarbeitet, und wird den Alfa von Stammpilot Antonio Giovinazzi fahren. Das könnte ein Blick in die Zukunft sein: Alfa sucht für 2021 noch Fahrer, Schumacher gilt als aussichtsreicher Kandidat. Dem stimmen auch viele Formel-1-Piloten zu, wie Sebastian Vettel.

Vettel sieht Schumacher in der Formel 1: Richtiger Charakter

"Ich glaube, er hat sich das verdient", sagt Vettel vor dem Nürburgring-Wochenende. "Hoffentlich sehen wir ihn nicht nur morgen, sondern auch an einem weiteren Freitag dieses Jahr, und dann in einem Auto und in Rennen im nächsten Jahr. Das wünsche ich mir für ihn."

"Er fährt natürlich eine großartige Saison", lobt Vettel. "Und die Reife - ich glaube, der Charakter ist noch eindrucksvoller als die Ergebnisse. Man darf ihm jetzt nicht zu viel auflasten, aber er ist ein super Bursche. Ich glaube, mit der Einstellung, mit seiner Herangehensweise, seiner Ruhe und der Reife wird ihm in den nächsten Jahren sehr viel gelingen."

Räikkönen sieht Schumacher als Kopie des Vaters

Ein möglicher Teamkollege für Schumacher bei Alfa wäre Kimi Räikkönen, sofern der sich dazu entschließt, am Ende der aktuellen Saison noch nicht in den Ruhestand zu treten. "Mit Kimi kommt denke ich jeder aus, außer man ist ein Arsch", glaubt Vettel, selbst Ex-Kollege von Räikkönen, an das Potential dieser Partnerschaft. "Die zwei kennen sich ja schon länger, das wäre eine gute Paarung. Beide könnten in gewisser Weise voneinander profitieren und lernen."

Räikkönen selbst hätte nichts dagegen: "Wir haben vor einigen Jahren schon miteinander gesprochen, er ist ein toller Kerl. In vielerlei Hinsicht eine Kopie seines Vaters. Es ist klasse, ihn morgen im Auto zu sehen."

Schumacher vor Regen-Debüt am Nürburgring

Die Wetterprognosen versprechen allerdings, Schumachers Trainings-Debüt zu einer ziemlich nassen Herausforderung zu machen. "Hoffentlich ist zumindest das Wetter okay, damit wir normalen Fahrbetrieb sehen", sagt Räikkönen. "Wenn es so miserabel ist wie heute, wird es nicht so viel Spaß machen."

Vettel rät, sich nur nicht zu viel vorzunehmen. Es gibt schließlich nichts, dass man sich in einem einzelnen Training beweisen muss. "Wichtiger ist, dass er es genießt. Unbekanntes Auto, unbekannte Bedingungen. In der Formel 2 sind doch viele Dinge ganz anders, sich da einschießen. Wichtig ist, dass er Spaß hat, der Rest kommt von allein."

Nur eines bedauert Vettel am Schumacher-Debüt: Dass Vater Michael nicht dabei ist. "Michael ist mein Held. Wir würden alle zuallererst am liebsten ihn hier haben, dass er sieht, wie sein Sohn en nächsten Schritt macht. Dass ist das größte Ding, das wir verpassen. Aber gut, dass Mick seine Chance bekommt. Hoffentlich nächstes Jahr mit fixem Platz."


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com Plus