Motorsport-Magzain.com Plus
Formel 1

Formel-1-Fahrer gehen wegen Restart-Chaos auf FIA los: War klar

Das Restart-Chaos beim Formel-1-Rennen in Mugello sorgt bei den Spitzenpiloten für großen Ärger. Sie warnten die FIA sogar. Show wichtiger als Sicherheit?
von Christian Menath

Der Toskana GP war ein echter Kracher - auch im wörtlichen Sinne. Nur zwölf Autos sahen beim ersten Formel-1-Rennen in Mugello die Zielflagge. Sieben von acht Ausfällen endeten mit zerstörten Autos. Für den größten Aufreger sorgte der Safety-Car-Restart, der gleich vier Fahrer auf einmal eliminierte.

Doch wer war Schuld am Chaos, das zum teuersten Schrottplatz der Toskana führte? "Ich weise jegliche Schuld von mir", sagt Valtteri Bottas zu Motorsport-Magazin.com. Der Finne hatte das Rennen bis dahin angeführt und gab das Tempo beim Restart vor.

Bottas wartete bis zuletzt, ehe er das Tempo anzog. "Ja, ich bin spät aufs Gas. Aber ich bin immer mit konstanter Geschwindigkeit gefahren", verteidigt er sich. Dass er so extrem spät das Tempo anzog, hatte auch einen bestimmten Grund. "Das Safety Car hat die Lichter so spät ausgemacht", klagt Bottas.

Formel 1 will Show, Fahrer Sicherheit

Erst wenn die Lichter am Safety Car erlöschen, darf der Führende das Tempo selbst bestimmen. Zuvor muss er darauf achten, maximal zehn Fahrzeuglängen hinter Bernd Mayländer zurückzufallen. Gehen die Lichter spät aus, kann der Führende weniger taktieren, weil ihm weniger Zeit bleibt.

Gleichzeitig ist die Start- und Zielgerade in Mugello besonders lang. Der Safety-Car-Restart ist deshalb eine gute Überholmöglichkeit. Weil erst ab der Kontrolllinie überholt werden darf, wartete Bottas möglichst lange, um zumindest nicht die gesamte Zielgerade lang Windschatten zu geben.

Doch warum machte das Safety Car die Lichter so spät aus? "Sie wollen die Show verbessern", erklärte Bottas. Teamkollege Hamilton pflichtet seinem Teamkollegen bei: "Valtteri hat überhaupt nichts falsch gemacht. Aber sie schalten die Lichter immer später und später aus. Damit riskieren sie so etwas. Es war heute nicht besonders sicher und man konnte es kommen sehen."

Teams & Fahrer baten vor Mugello um Änderung

Auch der Drittplatzierte Alexander Albon hatte einen perfekten Blick auf die Geschehnisse an der Spitze. "Wenn die Lichter so spät ausgehen und die Kontrollinie so weit hinten ist, ist klar, dass so etwas passiert. Die Top 5 sind fast in fliegender Startformation über die Linie gefahren. Das ist gefährlich", schimpfte der Thailänder.

Tatsächlich gab es schon vor dem Rennen Bedenken. Die Teams baten darum, das Restart-Prozedere in Mugello anzupassen. "Aber sie haben gesagt, dass es so bleibt, um die Show zu verbessern", verrät Bottas.


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magzain.com Plus