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Formel 1, Vettel kritisiert nach Chaos-Aus: Einfache Mathematik

Sebastian Vettel scheitert in einem chaotischen Formel-1-Qualifying in Monza schon in Q1. Ferrari-Pilot kritisiert Scuderia-Strategie und Fahrerkollegen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Prominentes erstes Opfer des erwarteten Chaos-Qualifyings der Formel 1 zum Großen Preis von Italien 2020: Sebastian Vettel scheidet bereits im Q1, dem ersten Abschnitt des Zeittrainings, vorzeitig aus. Damit steht Vettel in der Startaufstellung für das Rennen morgen in Monza auf Platz 17 - vorausgesetzt es folgen keine Strafen für seine Fahrerkollegen wegen Behinderungen in der Qualifikation. Erste Ermittlungen laufen bereits.

An der Performance des SF1000 lag Vettels frühes Aus nicht - Teamkollege Charles Leclerc erreichte zumindest das Q2, schied dort auf P13 aus. Vielmehr fiel Vettel dem üblichen Monza-Bummelzug zum Opfer, der bereits im Q1 Szenen wie im Rennen lieferte. „Was ein Chaos, warum mussten die Alfas alle überholen“, zeterte Vettel am Boxenfunk, gefolgt von weggepieptem Fluchen.

Sebastian Vettel kritisiert Fahrerkollegen: Einfache Mathematik ...

In seiner ersten Reaktion nach dem Qualifying mildert Vettel seine Kritik zunächst. „Ich glaube, da man nicht spezifisch auf jemanden sauer sein“, korrigiert Vettel seinen Funkspruch in der Hitze des Gefechts. "Es waren einfach zu viele Autos auf dem gleichen Fleck. Da viele sich gegenseitig überholt haben, gab es keine saubere Runde und es war ein Chaos."

Nachvollziehen kann Vettel das Verhalten seiner Kollegen allerdings nicht. "Aus Fahrersicht weiß ich nicht, warum Leute da so ein Chaos anrichten und anfangen zu überholen. Es ist einfache Mathematik. Wenn alle da bleiben, wo sie sind und eine Lücke aufmachen, dann kommst du klar", meint der Ferrari-Fahrer.

Vettel: Ferrari hätte mich später rausschicken sollen

Eine Partei hätte für Vettel das Problem jedoch von vornherein umschiffen können: Ferrari. „Das ist von uns einfach nicht gut getimt gewesen in dem Moment. Wir waren mitten im Pack und ich konnte nicht so viel besser machen“, kritisiert der Deutsche. "Schon in den Moment, in dem die Runde losging, wusste ich, dass es nicht funktionieren würde. Sobald wir heute aus der Box waren, waren wir gefangen."

Warum das Timing nicht besser gewesen sei? Das würde Vettel auch gerne wissen. „Tja … Ich warte, bis ich das Okay bekomme und ja … Man weiß natürlich nie, was passiert, aber es war schon vorhersehbar, dass es zum Schluss eine Stresssituation geben würde. Das hat uns dann getroffen. Ich konnte nicht viel besser machen, wir hätten einfach später rausfahren sollen“, hadert Vettel. "Es war die falsche Zeit, das Auto rauszuschicken. Hinterher ist man immer schlauer. Wir hätten vielleicht etwas schlauer sein können."

Unter dem Strich bleibt eine Konstante. Das Qualifying in Monza und Sebastian Vettel werden keine Freunde mehr. Vettel: "Ich bin daran gewöhnt. Schon die letzten Jahre hier waren für mich im Qualifying wegen Verkehr beschissen!"

Rennen in Monza: Vettel & Leclerc erwarten kein Wunder

Für das Rennen erwartet Vettel keine Wunder. „Heute ist gar nix gewesen, aber morgen ist ein neuer Tag“, sagt Vettel zwar mit einer großen Portion Zweckoptimismus. Aber: „Wir sind ein bisschen schneller als die Autos um uns herum, aber es wird schwer, Boden gutzumachen.“

Ähnlich sieht es Leclerc. "Ich erwarte auch morgen keine Wunder. Vielleicht können wir im Rennen noch Punkte holen, ich werde mein Bestes geben", sagt der Monegasse. Das letztlich auch bei ihm nicht berauschende Qualifying-Ergebnis habe er ohnehin erwartet. "Es ist momentan nicht leicht, aber da stehen wir gerade. Wir wussten schon vorher, dass Spa und Monza für uns schwierig werden. Das zeigt sich nun einfach", sagt Leclerc.

Charles Leclerc: Vettel-Vorfall kein Problem

Ein kurzer Ärger am Boxenfunk über ein Überholmanöver Sebastian Vettels zu Beginn des Q1 tut der Ferrari-Pilot als Missverständnis ab. "Seb ist einfach nur vor mir rausgefahren, das war aber im Grunde kein Problem. Da habe ich vielleicht auch meinerseits etwas falsch verstanden", sagt Leclerc.

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