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Formel 1, Ferrari lässt Vettel & Leclerc leiden: Schwer fahrbar

Sebastian Vettel und Charles Leclerc fallen im Training der Formel 1 zum Ferrari-Heimrennen in Monza mit einem nervösen SF1000 auf. Vettel ohne Wehmut.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Hohe Erwartungen an Ferrari beim eigenen Heimrennen in Monza stellte nach der desaströsen Performance beim Belgien GP nicht einmal mehr die italienische Presse. Im Gegenteil: Nicht wenige Experten und Beobachter gingen eher von einem noch schlimmeren Gesamtbild aus. Immerhin betont das kompromisslose Highspeed-Layout des Autodromo Nazionale di Monza die Motor-Schwäche der Scuderia noch mehr als Spa-Francorchamps.

Der Trainingsauftakt gestaltete sich zunächst dementsprechend. In der ersten Einheit des Italien GP landete Sebastian Vettel auf dem vorletzten Platz, noch hinter Williams-Freitagsfahrer Roy Nissany. Charles Leclerc zog sich Elfter immerhin noch halbwegs achtbar aus der Affäre. Am Nachmittag lief es besser. Während Vettel sich im Ergebnis auf P12 katapultierte, schob sich Leclerc mit P9 in die Top-10.

Formel 1 Monza: Vettel-Dreher, Leclerc im Kies

„Wir haben vom ersten bis zum zweiten Freien Training das Auto ein bisschen verbessern können, aber es wartet noch viel Arbeit auf uns“, kommentiert Vettel das in der gegenwärtigen Situation fast noch unerwartet solide Resultat. "Von der Qualifying-Pace waren wir positiv überrascht", bestätigt Leclerc. Wohl fühlten sich allerdings weder der Deutsche noch sein monegassischer Teamkollege im Cockpit des SF1000.

Im zweiten Training verlor Vettel am Ausgang der ersten Lesmo das Heck, drehte sich und schlug leicht mit dem Heck in die Bande. Wenig später erwischte es an derselben Stelle Leclerc. Der Youngster rodelte wild durch das Kiesbett. „Das Auto ist schwierig zu fahren“, berichtet Vettel. Schwieriger als sonst allerdings nicht. „Das ist nicht das erste Mal“, sagt Vettel. "Es war ein schwieriger Tag. Wir haben uns mit viel Sprit an Bord besser erwartet", ergänzt Leclerc. "Das Auto war im Renntrimm sehr schwer zu fahren."

Sebastian Vettel: Ferrari SF1000 schwer zu fahren

Ansonsten verlor Ferrari einmal mehr auf den Geraden seine Zeit - und davon gibt es in Monza bekanntlich viele. „Das haben wir erwartet“, sagt Vettel. Deshalb interessiert sich der vierfache Formel-1-Welmeister sehr viel mehr für das Handling. „Wir wollen ein Auto haben, das man besser fahren kann. Uns fehlt es am Kurveneingang an Grip, so ziemlich auf allen vier Rädern. Das Auto rutscht jede Menge“, kritisiert Vettel. „Es ist sehr schwierig, alles richtig hinzubekommen und eine Runde zusammenzubekommen.“

Formel 1: Wiederholt sich die Qualifying-Farce in Monza?: (09:33 Min.)

Noch stimmt das Paket also weiter mitnichten. Die Hoffnung gibt Vettel allerdings nicht auf - wie immer. „Morgen ist das spannendste Thema sicher, wie die Windschattenschlacht ausfällt“, hofft der Ferrari-Pilot auf einen Vorteil. „Ansonsten haben wir jetzt nochmal eine Nacht Zeit zum Nachdenken und versuchen, was noch drin ist herauszuquetschen aus dem Auto. Das ist dann unsere beste Chance, die Top-10 anzuvisieren.“

Ferrari-Probleme im Rennen noch größer?

Das Problem: Im Rennen dürften sich die Ferrari-Probleme das Gegenteil von legen. Mit mehr Benzin leiden die Reifen mehr, das Rutschen wird noch schlimmer. „Aber das gilt auch für alle anderen“, relativiert Vettel zumindest. Die derzeit hohen Reifendrücke seien da keine Hilfe. „Ballon-Drücke“, sagt Vettel. „Das ist weit davon entfernt, wo die Reifen sein wollen. Aber wir müssen uns an die Regeln halten.“

Hinzu kommt im Rennen Verkehr, Dirty Air also. Vettel: „Es wird ein kniffliges Rennen. Wir werden im Pulk stecken und gegen andere Autos kämpfen. Das ist nicht wie in sauberer Luft zu fahren und ein gutes Auto zu haben.“

Vettels letztes Ferrari-Monza: Wehmut? "Nicht viel"

Rosig sehen die Aussichten für Vettels letztes Rennen mit Ferrari in Monza also nicht aus. Sonderlich viel Anlass, beim Ferrari-Heimrennen unbedingt noch einmal glänzen zu wollen, sieht Vettel nach seiner zu Jahresbeginn verkündeten Ausbootung in Maranello ohnehin nicht. Wehmut? „Nicht viel“, winkt Vettel auf Nachfrage ab. „Der Fokus liegt immer auf der Aufgabe und die Aufgabe ist im Moment ziemlich schwer. Deswegen herrscht viel Ablenkung. Die Umstände sind dieses Jahr auch anders ... Sonst wäre es wahrscheinlich schwerer gefallen.“


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