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Formel 1, RP doch kein pinker Mercedes? Ziele bisher verfehlt

Racing Point hat 2020 die Erwartungen nur selten erfüllt. Sergio Perez & Lance Stroll hadern mit der DNA des RP20. Verbot des Party-Mode schmerzt im Quali.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Racing Point ist dem Ruf seines pinken Mercedes in der Formel 1 2020 bisher nicht gerecht geworden. Nach sieben Rennen stehen Sergio Perez und Lance Stroll ohne das angepeilte Podest da. Auf der ehemaligen Parade-Rennstrecke des Teams in Spa-Francorchamps schnitt das Duo letzten Sonntag enttäuschend ab. Die DNA des RP20 stellt das Team weiter vor Herausforderungen. Für Monza herrscht Optimismus.

"Das Auto ist natürlich ganz anders als das, was wir vorher hatten. Wir waren sonst auf Rennstrecken wie Spa über die Jahre sehr konkurrenzfähig, und auf anderen wie in Ungarn zum Beispiel nicht", so Perez, der seit 2014 für den Rennstall antritt, der bis Mitte 2018 als Force India firmierte.

In der Vergangenheit orientierten sich die Ingenieure in Silverstone am Konzept von Red Bull, versuchten den hohen Anstellwinkel der Boliden aus der Feder von Designer-Legende Adrian Newey zu imitieren. Für 2020 warf man diesen Ansatz vollständig über Bord und nahm sich mit Mercedes den neuen Klassenprimus zum Vorbild.

"Unsere Performance war in den langsamen Kurven das gesamte Rennen über nicht gut", erklärt Perez den plötzlichen Einbruch in Spa. Er und Stroll belegten die Positionen neun und zehn. Mit Renault, McLaren und AlphaTauri landeten drei Teams aus dem Mittelfeld vor den pinken Favoriten auf den Titel des Best of the Rest. "Wir haben über das Wochenende hinweg ein paar falsche Entscheidungen getroffen", räumt der Mexikaner ein.

Probleme sollen in Monza gelöst sein

"Wir hätten vielleicht etwas mehr Fokus auf die Traktion legen sollen", so Stroll. Für Monza sind das eigentlich keine guten Vorzeichen, denn ein guter Exit aus den langsamen Schikanen ist auf dem Highspeed-Kurs sowohl im Qualifying als auch im Rennen extrem wichtig. Perez ist dennoch zuversichtlich.

"Es sollte definitiv besser laufen als letztes Wochenende. Obwohl wir hier ein ähnliches Downforce-Level fahren, hoffe ich, dass wir hier etwas konkurrenzfähiger sein können", so der 30-Jährige. "Ich bin optimistisch, dass wir mit beiden Autos ordentlich in die Punkte fahren können."

Die hat Racing Point auch nach wie vor nötig. Zwar wurden im Zuge des Renault-Protests gegen die Bremsbelüftungen 15 WM-Punkte abgezogen, doch selbst mit diesen würde das Team nur 13 Zähler vor McLaren liegen. In dem 2020 noch lukrativeren Mittelfeld wäre auch das längst kein komfortables Polster mehr.

Racing Point vergibt Potential

"Ich hoffe, wir können auf unsere Konkurrenten aufholen, denn Platz drei bei den Konstrukteuren bedeutet uns sehr viel. Wir müssen dieses Wochenende gut punkten", fordert Perez. Verglichen mit den Widerständen der vergangenen Jahre, als das Team noch auf Schmalspur-Budgets operierte, sind das für Stroll wahre Luxusprobleme.

"Es ist schön, diese Probleme zu haben. Das Auto ist schnell und wir erwarten natürlich auch, mit einem schnellen Auto zu abzuschneiden", so der Kanadier, der seine zweite Saison mit dem Rennstall bestreitet. Trotzdem sind sich beide Fahrer einig, dass das Potential an den bisherigen Wochenenden nicht immer voll ausgeschöpft wurde.

"Ich habe das Gefühl, dass wir aus unterschiedlichen Gründen nicht das Maximum herausgeholt haben, als wir die Chance auf ein Podest hatten", so Perez, der mit den Mittelfeld-Teams Sauber und Force India schon acht Mal auf dem Treppchen stand. Für Stroll beschränken sich die nicht erfüllten Erwartungen auf nur ein Event: "Ungarn war eigentlich die einzige Chance, bei der wir auf das Podest hätten fahren können."

Perez fürchtet Verbot des Power Mode

Das für Monza verabschiedete Verbot des Power-Mode der Motoren macht das Unterfangen für Racing Point noch schwieriger. Der Samstag erwies sich schon häufiger als Stärke des Teams. "Ich weiß nicht, wie hart die anderen ihre Motoren im Rennen fahren können. Aber es wird uns im Qualifying sicher etwas weh tun", glaubt Perez. Dafür könnte ein neue Faktor ins Spiel kommen: "Dieser Kurs ist zu den Motoren sehr hart. Vielleicht sehen wir ein paar Motorschäden. Es wird wichtig sein, nicht auszufallen."


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