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Formel 1: Wieder Spa! Giovinazzi erklärt Highspeed-Crash

Antonio Giovinazzi wirft beim Belgien GP die Chance auf Punkte weg: Zweiter Highspeed-Crash in Spa binnen eines Jahres. Kimi Räikkönen schlägt Ferrari.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Antonio Giovinazzi und der Circuit de Spa-Francorchamps werden offenbar keine Freunde mehr. Nachdem der Italiener seinen Alfa Romeo 2019 gegen Rennende in Pouhon in die Reifenstapel geschmettert hatte, wiederholte sich die Geschichte ein Jahr später nur weniger 100 Meter weiter. Diesmal war es die schnelle Linkskurve Fagnes, in der alle Hoffnungen Giovinazzis durch einen Unfall zerschellten.

Was war passiert? Zunächst einmal war es früher passiert als im Vorjahr - schon in Runde neun. Am Scheitelpunkt der Linkskurve geriet Giovinazzi allenfalls minimal auf den Innenkerb, beim Herausbeschleunigen verlor er das Heck seines C39 sofort und drehte sich in die äußere Streckenbegrenzung. Dort prallte der zertrümmerte Bolide ab, zurück über die Strecke, wobei ein abgerissenes Rad den Williams von George Russell gleich mit ins Verderben riss.

Antonio Giovinazzi: Habe einfach zu sehr gepusht

„Ich hatte am Kurvenausgang plötzliches Übersteuern. Ich habe etwas zu sehr gepusht, um hinter Sebastian [Vettel] im DRS zu bleiben. Es war einfach zu sehr am Limit und wenn du am Limit bist, dann passiert es eben manchmal“, erklärt Giovinazzi seinen neuerlichen Crash in Spa.

„Es tut mir leid für das Team, denn sie haben dieses Wochenende ein gutes Ergebnis verdient - und auch für George, weil sein Rennen ebenfalls zerstört wurde, auch wenn ich daran nichts ändern konnte“, entschuldigte sich Giovinazzi.

Alfa Romeo: Kimi Räikkönen schlägt Ferrari

Bis zu diesem Punkt sei sein Rennen noch ideal verlaufen. Giovinazzi: „Ich kann auch Positives mitnehmen. Ich hatte wieder einen echt guten Start, habe ein paar Plätze gewonnen und konnte mit den Ferrari kämpfen. Darauf können wir aufbauen.“

Tatsächlich war ein Kampf mit dem Werksteam für Motorenkunde Alfa Romeo zumindest in Spa möglich. Das zeigte das Ergebnis von Kimi Räikkönen. Der Finne erzielte in Spa mit Platz zwölf zwar auch im siebten Saisonrennen keine WM-Punkte, behauptete sich allerdings aus eigener Kraft vor gleich beiden Ferrari, überholte etwa Vettel im direkten Duell nach dem fliegenden Start. Kurzzeitig sah es sogar aus, als könne der Finne seine Punkte-Flaute beenden.

Formel 1: Räikkönen verpasst erste WM-Punkte 2020

„Kimi hatte ein starkes Rennen und fuhr nach den Stopps in den Punkterängen“, erinnert Teamchef Frederic Vasseur. Gegen Rennende kassierten Räikkönen allerdings Sergio Perez und Pierre Gasly mit deutlich frischeren Reifen, sodass der Finne wieder aus den Top-10 fiel. Die wären trotzdem möglich gewesen, glaubt Alfa Romeo - wären die Stärken und Schwächen des C39 in Spa anders verteilt gewesen.

„Leider schienen wir im kurvigen Teil der Strecke schneller, wo Überholen nicht so leicht ist. So konnte er [Räikkönen] keinen Weg an Kvyat vorbeifinden“, schildert Vasseur. Insgesamt sei die Pace beider Fahrer allerdings ordentlich gewesen. „Wir waren etwas konkurrenzfähiger als in den vorherigen Rennen“, sagt der Franzose.

„Wir hatten einen guten Speed, aber leider nicht gut genug, um es in die Top-10 zu schaffen. Ich hing hinter Kvyat fest. Ich fühlte mich im Mittelsektor schneller als er, habe aber keine Gelegenheit bekommen, um ein Manöver zu versuchen“, bestätigt Räikkönen selbst. „Aber das Ergebnis ist so gut, wie es heute nur sein konnte“, ergänzte Räikkönen - trotz eines Problems am Start als sein Bolide in den Anti-Stall-Modus geriet und Räikkönen durchgereicht wurde. „Der Start war schlecht“, sagt Räikkönen. „Dass wir keine Punkte holen konnten, ist enttäuschend, denn wir haben wirklich alles gegeben.“


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