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Formel 1

Formel 1 Ungarn 1. Training: Hamilton demütigt Konkurrenz

Das 1. Freie Training auf dem Hungaroring ist eine Machtdemonstration von Mercedes. Ärger um Max Verstappen, Mini-Aufwärtstrend bei Ferrari.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton und Mercedes dominieren die Formel 1 auch in Budapest nach Belieben. Im 1. Freien Training zum Ungarn GP fuhr der siebenfache Hungaroring-Sieger in 1:16,003 Minuten schneller als in allen Trainings im Vorjahr und hatte dabei sogar noch die harten Reifen aufgezogen. Ferrari wirkt leicht verbessert, Max Verstappen ist angefressen.

Das Ergebnis: Hamilton vor Teamkollege Valtteri Bottas. Dem Finnen fehlen zwar nur 0,086 Sekunden, allerdings hatte Bottas immerhin schon die Medium-Reifen aufgezogen. Erster Verfolger ist Sergio Perez im Racing Point. Dem Mexikaner fehlt aber bereits eine halbe Sekunde - trotz der weichsten Reifenmischung.

Noch einmal eine halbe Sekunde langsamer war Lance Stroll im zweiten Racing Point, ebenfalls auf Soft. Trotzdem reichte es noch zu Platz vier. Daniel Ricciardo sortierte sich im Medium-bereiften Renault auf Rang fünf vor Sebastian Vettel ein. Dem Ferrari-Piloten fehlten mit Soft-Reifen 1,2 Sekunden auf die Bestzeit.

Unmittelbar hinter Vettel landete Teamkollege Charles Leclerc (ebenfalls Medium). Max Verstappen kam mit den Soft-Reifen nach Verkehr auf seiner schnellen Runde nicht über Platz acht hinaus. Lando Norris (McLaren, Soft) und Estaban Ocon (Renault, Medium) komplettierten die Top-10.

Die Technik: Weil Monaco und Singapur nicht im Kalender sind, ist Ungarn das langsamste Rennen der Saison. Deshalb schraubten die meisten Teams im Vergleich zu Österreich spezielle High-Downforce-Teile an ihre Autos. Vor allem Heck- und T-Flügel wurden überarbeitet.

Zu Beginn der Session sah man deshalb zahlreiche Aerodynamik-Messinstrumente und Flow-viz-Farbe. Dank der grellen Farbe konnte man die neuen Heckflügel-Endplatten am Red Bull gut erkennen.

Schlechte Nachrichten gab es aus dem Honda-Lager: Pierre Gasly konnte das gesamte 1. Freie Training nicht auf die Strecke gehen, weil die Japaner unregelmäßigkeiten an seiner Power Unit sehen konnten.

Die Zwischenfälle: Aufgrund der kühlen Temperaturen gab es zahlreiche Verbremser zu sehen. Hotspot war die Bremszone für Kurve eins, in der es fast schon zum guten Ton gehörte, den vorderen rechten Reifen zum Qualmen zu bringen. Sergio Perez bremste seinen Pneu sogar bis zur Karkasse durch. Robert Kubica sorgte mit einem harmlosen Dreher direkt nach Ausfahrt aus der Boxengasse für eine kleine Slapstick-Einlage.

Ärger gab es zwischen Max Verstappen und Nicholas Latifi. Der Red-Bull-Pilot fühlte sich vom Kanadier behindert, woraus sich eine kleine Fehde entwickelte. Als Verstappen wenig später fast auf Latifi auffuhr und gerade noch ausweichen konnte, zuckte er beim Vorbeifahren noch in Richtung des Williams. Am Funk zeigte sich der Niederländer wenig begeistert vom einzigen Rookie der Formel-1-Saison 2020.

Der Freitagsfahrer: Robert Kubica ist zurück! Der Pole durfte am Steiermark-Wochenende die erste offizielle Trainingssitzung für Alfa absolvieren. Auf dem Hungaroring durfte Kubica erneut im C39 Platz nehmen, diesmal allerdings für Kimi Räikkönen. Kubica beendete das Training abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Das Wetter: Die traditionelle Hitzeschlacht bleibt beim Ungarn GP 2020 aus. Nicht einmal 20 Grad hatte es im 1. Freien Training, der Asphalt war mit 25 Grad nur unwesentlich wärmer. Statt Sonne gab es dichte Wolken und sogar den ein oder anderen Tropfen. Nass wurde es aber nie. Für die nächsten Tage ist ein ähnliches Wetter vorhergesagt, das Regenrisiko nimmt zu.


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