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Formel 1, Zweifel an Vettels Motivation: Prost wollte Alonso

Sebastian Vettel sucht weiter nach einem Formel-1-Cockpit für 2021. Aus Renault-Gesprächen wurde nichts - auch weil Berater Alain Prost an Vettel zweifelt.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettels Zukunft in der Formel 1 steht auch vor dem Ungarn GP weiter in den Sternen. Nach seinem Ferrari-Aus gingen bereits unzählige Theorien um. Zunächst waren das mögliche Wechsel in die anderen Top-Teams. Doch sowohl bei Mercedes als auch Red Bull wurden die Verantwortlichen zuletzt mehrfach deutlich: Beide planen weiter mit ihren aktuellen Fahrerpaarungen, für Vettel ist kein Platz.

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Die Option McLaren war letztlich nie eine. Lando Norris ist gesetzt, als Nachfolger des statt Vettel zu Ferrari wechselnden Carlos Sainz präsentierte der Traditionsstall fast im selben Moment Daniel Ricciardo. Die so bei Renault gerissene Vakanz füllt niemand anderes als Fernando Alonso.

Prost: Renault hat auch mit Vettel & Bottas gesprochen

Tatsächlich hätte das auch der Name Vettel sein können. Am vergangenen Wochenende in Österreich berichtete Vettel davon, mit den Franzosen gesprochen zu haben. Genauso wie er nun in Ungarn von Gesprächen mit Racing Point berichtete, damit die jüngsten Gerüchte zumindest etwas nährte. Diese Option scheint weiter gegeben, die Renault-Tür ist hingegen geschlossen.

Doch warum entschied sich Renault für die spektakuläre Rückholaktion des verloren Sohns Alonso und gegen Vettel? Das erklärte nun Teamberater Alain Prost der Nachrichtenagentur Reuters. Tatsächlich hatten die Franzosen sogar noch einen dritten Mann auf dem Zettel. „Fernando war einer von drei Top-Fahrern, mit denen wir gesprochen haben, auch Sebastian und Valtteri [Bottas]“, verriet Prost. „Aber Valtteri fährt einen Mercedes, da ist es für ihn gerade schwer, das Team zu verlassen.“

Prost: Waren uns Vettels Motivation nicht im Klaren

Und Vettel? In diesem Fall zweifelte der eine vierfache Weltmeister an einem entscheidenden Charakterzug des anderen. „Bei Sebastian waren wir uns nicht ganz seiner Motivation im Klaren... Aber Fernando hat immer seine Motivation gezeigt, ins Team zurückzukehren. Selbst vergangenes Jahr hatten wir in Abu Dhabi ein langes Gespräch mit ihm.“

Diese Zweifel schienen derart groß, dass Prost sogar über ein mögliches Risiko mit Alonso hinwegsah. Prost: „Was mit Fernando und verschiedenen Teams vorgefallen ist, war mein größtes Problem und Fragezeichen. Ich habe mit Fernando mehrmals darüber gesprochen. Ich vertraue ihm wirklich, dass er eine andere Philosophie haben wird.“ Damit spielt Prost auf diverse Zerwürfnisse Alonsos mit Teams wie Ferrari, Mercedes, McLaren oder wichtige Partner wie Honda an.

Prost überwindet Angst vor Alonso-Risiko

Bei Renault und Alonso stimmt es jedoch auch nach bereits zwei gemeinsamen Karrierephasen in der Formel 1 noch immer. Ohnehin hält Prost den ‚Politiker’ Alonso für geläutert. „Zwei Jahre aus der Formel 1 rausgewesen zu sein, war für ihn vielleicht nicht schlecht, um ein anderes Gefühl und eine andere Perspektive zu bekommen“, sagte Prost.

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Noch dazu wisse Alonso ganz genau, worauf er sich einlasse. Ein frustrierendes Missverständnis a la McLaren-Honda 2.0 soll deshalb nicht drohen. Prost: „Er weiß, was er in Sachen Performance bekommen wird. Er weiß, dass 2021 auch etwas schwierig wird. Darauf ist er vorbereitet. Ich denke, dass er wirklich ganz anders sein wird als die Leute glauben.“


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