Formel 1

Formel 1, McLaren vor Insolvenz gerettet: Kredit über 150 Mio

McLaren hat den Kopf rechtzeitig aus der Schlinge gezogen. Die Nationalbank von Bahrain bewahrt Konzern &Formel-1-Team mit einem Kredit vor der Insolvenz.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die McLaren Group und das dazugehörige Formel-1-Team können erst einmal aufatmen. Das in Folge der Coronavirus-Krise finanziell angeschlagene Unternehmen hat rechtzeitig vor einem drohenden Insolvenzverfahren das notwendige Geld aufgetrieben. Die Nationalbank von Bahrain bewahrt McLaren mit einer Finanzspritze in Höhe von ca. 160 Millionen Euro vor der drohenden Pleite.

Der britische Traditionsrennstall hatte nur zwei Monate nach Beginn der Coronakrise erstmals Anstrengungen unternommen, Geld aufzutreiben. Mitte Mai sollte die Sammlung historischer Formel-1-Boliden in Woking herhalten, welche sich auf einen Wert von rund 300 Millionen Euro beläuft. Ein Teil der Gläubiger verhinderte die Belastung des Eigentums jedoch.

McLaren versuchte den Plan daraufhin auf dem Rechtsweg durchzusetzen. Der Konzern gab an, Insolvenz anmelden zu müssen, sofern nicht bis zum 17. Juli eine Summe in Höhe von 280 Millionen Pfund aufgebracht wird. Im Juni mussten 1.200 der 4.000 Mitarbeiter aus betriebswirtschaftlichen Gründen entlassen werden, darunter 70 des F1-Teams.

Zwar war McLaren erfolgreich, den Fall zu beschleunigen und in kürzester Zeit durch die verschiedenen Instanzen zu bringen, einen Kredit über 150 Millionen Pfund lehnte die britische Regierung jedoch ab. Parallel begannen Gespräche mit der Nationalbank Bahrains NBB.

Am Montag vor dem ersten Saisonrennen 2020 in Österreich kam man nun zu einer Lösung, um den Super-GAU zunächst abzuwenden. Die NBB bestätigte den Kredit über 150 Millionen britische Pfund für McLaren, der das Bestehen des Unternehmens bis ins Jahr 2021 sichern soll.

Der Deal kommt keineswegs von ungefähr, denn Bahrain ist seit 2007 als Shareholder bei McLaren involviert. Der Staatsfond Bahrain Mumtalakat Holding Company stieg zunächst mit 30 Prozent ein und erhöhte über die Jahre auf 56 Prozent. An der NBB ist der Staatsfond mit 44 Prozent beteiligt.


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