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Formel 1

Formel 1 heute vor 60 Jahren: Tragödie in Zandvoort

Heute vor 60 Jahren in der Formel 1: Drama nach einem Unfall von Jack Gurney und Jim Clark debütiert in der Formel 1. MSM blickt zurück auf den 6. Juni.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die Corona-Pandemie sorgt für den spätesten Saisonstart der Formel-1-Geschichte.Motorsport-Magazin.com macht aus der Not eine Tugend und beleuchtete täglich die Historie der Königsklasse. Heute, der 6. Juni. Ein tragischer Unfall kostet einem Zuschauer das Leben und Jim Clark bestreitet sein erstes Formel-1-Rennen.

Formel 1 heute vor 60 Jahren: Dan Gurney kollidiert mit Zuschauer

Der Große Preis der Niederlande 1960 in Zandvoort. Vor dem Rennstart war es für alle Beteiligten wohl nur ein weiterer Grand Prix der Saison 1960. Doch es sollte ein zugleich tragischer und geschichtsträchtiger Tag der Formel-1-Geschichte werden. Während Stirling Moss vor Jack Brabham auf der Pole stand, startete ein gewisser Graham Hill in einem BRM von der fünften Position. Hill war damals seit zwei Jahren in der Formel 1 unterwegs, doch Punkte waren ihm bisher verwehrte geblieben. Ein paar Reihen weiter hinten stand ein junger britischen Debütant namens Jim Clark auf Startplatz 11.

Von den 21 gemeldeten Piloten, gingen aber nur 17 tatsächlich beim Rennen an den Start. Vier Fahrer weigerten sich nach einem Streit um das Preisgeld den Grand Prix in Angriff zu nehmen. Am Start übernahm Jack Brabham die erste Position und gab diese bis zum Zielstrich nicht mehr ab.

Überschattet wurde das Rennen allerdings von einem Unfall von Dan Gurney. Am Boliden des Amerikaners streikten nach elf Runden die Bremsen und er flog von der Strecke. Der BRM überschlug sich und traf einen Fan, der sich in einem für Publikum abgesperrten Bereich aufhielt. Gurney blieb bei dem Abflug wie durch ein Wunder unverletzt. Der Zuschauer hatte weniger Glück. Er erlag kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen. Für die Formel 1 war es der Auftakt einer Serie von tragischen Unfällen. Zwei Wochen später verunfallten Alan Stacey und Chris Bristow in Spa tödlich und Stirling Moss brach sich bei einem Unfall beide Beine.

Wie zu jener Zeit üblich wurde das Rennen nach dem Unfall fortgesetzt. Für Jim Clark endete sein Premierenrennen aufgrund eines technischen Problems nach 42 Runden. Im Scheinwerferlicht standen an jenem Tag andere Premieren. Denn sowohl Innes Ireland als auch der legendäre Graham Hill sicherten sich ihr erstes Formel-1-Podium und standen neben Sieger Jack Brabham auf dem Treppchen.

Jim Clark bei seinem ersten Formel-1-Rennen - Foto: LAT Images

Jim Clarks Stern ging noch in derselben Saison auf. Er sicherte sich seinen ersten Podestplatz ein paar Monate später beim Großen Preis von Portugal im Boavista Park.

Formel 1 heute vor 38 Jahren: John Watsons Detroit-Show

Trotz zwei Poles ging John Watson nie als Qualifying-Spezialist in die Geschichte der Formel-1 ein. Ganz im Gegenteil. Der Brite hatte seine Stärken im Rennen. So auch beim Großen Preis von Detroit 1982, dem ersten Formel-1-Rennen in der Motor City. Watson startete beim zweiten von drei F1-Rennen in den USA in dieser Saison, von Rang 17, acht Zehntel hinter seinem Teamkollegen Niki Lauda, der sich immerhin auf Position 10 qualifizierte. Doch im Rennen zeigte dann der McLaren seine Stärke und so auch Watson.

In einem Grand Prix, der von vielen Ausfällen geprägt war - darunter eine Kollision zwischen Roberto Guerrero und Elio De Angelis, die eine einstündige Rennunterbrechnung zur Folge hatte – kämpfte sich Watson eine Position nach der anderen nach vorne und holte unerbittlich auf die Führenden auf. Innerhalb von nur einer Runde überholte er Didier Pironi, Eddie Cheever und seinen Teamkollegen Niki Lauda und war damit schon auf Rang 2. Auch die 13 Sekunden Rückstand zu Keke Rosberg waren keine Hürde für Watson und nur wenige Runden später passierte er auch den späteren Weltmeister.

Von Platz 17 zum Sieg: John Watson 1982 in Detroit - Foto: LAT Images

Das Ziel erreichte Watson mit klarem Vorsprung vor Eddie Cheever und Didier Pironi. Keke Rosberg war nach einer Kollision mit Lauda zurückgefallen, während der Österreicher aufgeben musste. Watson stellte mit dieser Aufholjagd von Platz 17 zum Sieg einen neuen Formel-1-Rekord auf, den er selbst brach, als er ein Jahr später in Long Beach von Rang 22 zum Rennsieg raste.

Was sonst noch geschah

Heute vor 97 Jahren: Ivor Bueb wird geboren. Bueb nimmt in den 50er-Jahren an fünf Grands Prix teil, erreicht aber nie die Punkte.

Heute vor 69 Jahren: Noritake Takahara hat Geburstag. Seine Formel-1-Karriere war noch kürzer als die von Cantoni und Bueb. Takahara nahm 1976 und 1977 jeweils am Großen Preis von Japan teil, blieb dabei allerdings punktelos.

Heute vor 23 Jahren: Eitel Cantoni verstirbt. Cantoni ist der erste von vier uruguayianischen Fahrern, die je einen Formel-1-Grand-Prix bestritten. In den drei Rennen, zu denen er 1952 antrat, blieb er aber punktelos.


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