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Formel 1

Formel 1, Danner über Ferrari: Was in Schumi-Ära besser lief

Schumacher und Ferrari war eine Erfolgsstory, die abgesehen von der Mercedes- Ära seines Gleichen sucht. Warum es bei Vettel und Ferrari nicht so lief.
von Florian Niedermair
Danner spricht Klartext: Ist Vettel bei Ferrari gescheitert?: (36:24 Min.)

Vettel verabschiedet sich von Ferrari. Gemessen an den Rennsiegen ist er der dritterfolgreichste Fahrer bei der Scuderia. Dennoch wird seiner Ära bei Ferrari immer das Manko anhaften, dass sie ohne einen Titel zu Ende ging. Ganz im Gegensatz zur Laufbahn eines anderen Deutschen in Maranello: Michael Schumacher.

F1-Experte Christian Danner ist allerdings der Ansicht, dass Schumacher zu seiner Zeit bei den Roten die wesentlich bessere Ausgangslage hatte, wie das bei Vettel der Fall war. Das liege an verschiedenen Gründen: "Zu Zeiten von Michael Schumacher und auch Niki Lauda war die Konkurrenz ganz eine andere. Da gab es kein Mercedes-Team mit unlimitierten Budget und 1200 Mann oder auch kein Red Bull. Damals gab es nicht diese dominanten Riesen-Teams. Das kann man nicht mit dem jetzigen Geschehen vergleichen", sagt Danner. "Der einzige, der während der Schumacher-Ära Ferrari gefährlich werden konnte war McLaren mit Adrian Newey und Mika Häkkinen und das mit einem Team das nur halb so groß war."

Als zweiten Grund dafür, dass es während es mit Michael Schumacher bei Ferrari funktionierte, nicht aber mit Sebastian Vettel, sieht er bei der internen Organisation der Scuderia: "Jean Todt war als Teamchef mit allen Wassern gewaschen. Er sorgte brillant für Ordnung, vertrat eine starke Autorität und wusste was zu tun war. Außerdem war da noch Rory Byrne, der ein erwiesenermaßen fantastischer F1-Ingenieur war und wusste worauf es ankommt und auch noch Ross Brawn, der immer wusste an welchen Fäden er ziehen musste, damit es so rauskommt wie er es gerne hätte."

Weiter sagt Danner: "Außerdem wurden damals die Bridgestone-Reifen so entwickelt, dass sie Michael Schumacher passten und nicht unbedingt dem Rest des Bridgestone-Feldes. Diese ganzen Vorteile aneinandergereiht mit Michael Schumacher machten die Dominanz aus."

Anders sei die Situation bei Sebastian Vettel gewesen: "Sebastian hatte keine stabile Struktur bei Ferrari. Erst kam Marco Mattiacci als Ferrari-Teamchef, der völlig ahnungslos von der Formel 1 war und da mischte noch Luca Di Montezemolo mit, dann kam Zigaretten-Manager Maurizio Arrivabene. Der kannte sich bei Ferrari aus und wusste wie die Kohle verteilt wird. Aber was Motorsport anging war er überfordert und auf verlorenem Posten. Vettel hatte da natürlich einen klaren Nachteil gegenüber Schumacher in seiner Ferrari-Zeit. Denn der konnte einfach seine Benetton-Truppe mitnehmen und das machte es für Sebastian Vettel auch so zäh", sagt Danner.


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