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Formel 1

Formel 1 heute vor 39 Jahren: Drama in Zolder

Heute vor 39 Jahren in der Formel 1. Mechaniker-Drama auf der ersten Runde und ein Versagen der Rennleitung. Das geschah am 17. Mai.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die neue Motorsport-Saison lässt weiterhin auf sich warten. Doch auch die Geschichte der Königsklasse bietet viele interessante und zuweilen erschreckende Geschichten. Heute wirft Motorsport-Magazin.com einen Blick auf den 17. Mai.

Formel 1 heute vor 39 Jahren: Chaos in Belgien

Der Große Preis von Belgien 1982 hat traurige Berühmtheit erlangt und überschattet aufgrund des Ablebens von Gilles Villeneuve die gesamte Formel-1-Geschichte der belgischen Traditionsstrecke. Was allerdings ein Jahr vorher in Zolder geschehen ist, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Ein tragisches Wochenende, an dessen Ausgang die Rennleitung mit schuldig ist.

Das Drama in Zolder nahm bereits beim Training am Freitag seinen Lauf. Ein Mechaniker des Osella-Teams stolperte über die Boxenmauer und direkt vor den Wagen von Williams-Pilot Carlos Reutemann. Der Argentinier konnte nicht mehr ausweichen und erwischte ihn.

Der Mechaniker erlitt bei dem Vorfall eine Schädelfraktur und noch während er im Krankenhaus um sein Leben kämpfte gingen die Wogen im Formel-1-Paddock hoch. Vor dem Rennstart protestierten zahlreiche Mechaniker gegen die schlechten Sicherheitsvorkehrungen, unter denen sie arbeiten mussten. Alain Prost, Gilles Villeneuve, Jody Scheckter, Didier Pironi und Jaques Laffite schlossen sich dem Protest an und verließen ihre Fahrzeuge.

Die Rennleitung sah darin keinen Grund, den Rennstart zu verschieben und winkte die Aufwärmrunde an und das obwohl mehrere Fahrzeuge fahrerlos auf ihren Startpositionen standen und erst später wegkamen. In der Aufwärmrunde unterlief dann auch Nelson Piquet ein Fehler und er nahm die falsche Startposition ein. Obwohl viele Fahrer eine weitere Aufwärmrunde erwarteten entschloss sich die Rennleitung dazu nur Piquet noch einmal um den Kurs fahren zu lassen, damit dieser seinen Platz einnehmen konnte.

Um ihren Motor nicht zu überhitzen drehten einige Fahrer ihren Motor ab. So auch Riccardo Patrese, der allerdings seinen Wagen nicht wieder zum Laufen bekam. Ein Mechaniker des Arrows-Teams stürmte anschließend auf die Startaufstellung, um den Wagen wieder in Gang zu setzen. Trotzdem startete die Rennleitung den Grand Prix und während sich der Mechaniker am Heck des Arrows zu schaffen machte, schoss das Feld an ihm vorbei. Alle außer Patreses Teamkollege Siegfried Stohr. Stohr krachte in das Heck seines Teamkollegen und traf den Boxenangestellten.

Der Arrows-Mechaniker hatte Glück im Unglück und überstand den Unfall mit einem gebrochenen Bein. Nicht so gut erging es allerdings dem Osella-Mechaniker, der am Freitag unter den Boliden von Reutemann gekommen war. Er verstarb am Montag an seinen Verletzungen.

Das Rennen wurde trotzdem fortgesetzt, obwohl ein verletzter Mechaniker auf der Start-Ziel-Geraden lag und von den Streckenposten geborgen werden musste. Den Sieg bei dem Grand Prix, der nach 54 Runden aufgrund starker Regenfälle abgebrochen wurde, sicherte sich Carlos Reutemann vor Jaques Laffite und einem jungen Nigel Mansell, der erstmals ein Podium besteigen durfte.

Formel 1 heute vor 33 Jahren: Senna gegen Mansell eskaliert

Der Start für den GP von Belgien 1987 benötigte zwei Anläufe. Denn beim ersten Versuch kollidierten die beiden Tyrrells von Philippe Streiff und Jonathan Palmer am Ende des Feldes. Beim zweiten Start kam Senna an Polesitter Mansell vorbei. Doch noch auf der ersten Runde startete der Brite einen Überholversuch. Die beiden Boliden berührten sich und drehten sich von der Strecke.

Während Sennas Rennen sofort vorbei war musste Mansell seinen Wagen kurze Zeit später abstellen. Der Williams-Pilot war außer sich vor Wut und marschierte zur Lotus-Box um Senna mit seinen Vorwürfen zu konfrontieren. Das hitzige Gespräch zwischen den beiden eskalierte schnell und wurde handfest. Mansell klammerte sich an Sennas Overall und drückte ihn gegen eine Mauer.

Alain Prost profitierte vom Zusammenstoß der beiden Titanen und sicherte sich den Rennsieg vor seinem Teamkollegen Stefan Johannson und Andrea De Cesaris.

Heute vor 28 Jahren: Nur zwei Fahrer auf dem Podium

Auch bei der Podiumszeremonie zum Großen Preis von San Marino 1992 standen Nigel Mansell und Ayrton Senna im Fokus. Der Williams-Pilot hatte das Rennen gewonnen und feierte damit den bereits fünften Sieg im fünften Rennen der Saison.

Mansell und Patrese feiern auf dem Podest - Foto: LAT Images

Senna hingegen sorgte für Schlagzeilen, weil er gar nicht erst auf dem Podium auftauchte obwohl er auf der dritten Position über die Ziellinie gefahren war. Der McLaren-Pilot stellte seinen Wagen direkt nach der Ziellinie ab und war nach dem Rennen so erschöpft, dass er nicht aus dem Fahrzeug kam. Erst nachdem die Podiumszeremonie schon vorbei war, schaffte er es, seinen Boliden zu verlassen.


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