Trotz einer enttäuschenden ersten Saisonhälfte des amtierenden Serienweltmeisters Ferrari, baute man bei McLaren Mercedes zur Saisonmitte voll auf die Roten. Denn im Titelkampf gegen Renault sollten die Italiener eine Art Zünglein an der Waage spielen und Fernando Alonso Siege, Podestplätze und Punkte streitig machen.
Fünf Rennen vor dem Saisonende sieht es allerdings so aus, als ob sich Alonso und Renault um die Scuderia keine großen Sorgen machen müssen. Stattdessen droht ihnen ein alter Bekannter aus dem letzten Jahr: British American Racing.
Die Angst vor B·A·R

Denn schon in der letzten Saison vermasselte B·A·R den Franzosen mit einer starken zweiten Saisonhälfte das Endergebnis und erkämpfte sich vor Renault den Vizetitel in der Konstrukteurs-WM. Nachdem die Weißen auch in den letzten Wochen wieder einen Aufwärtstrend an den Tag legen konnten, befürchtet Bob Bell nun einen ähnlich ungünstigen Schlussspurt des Teams.
"Sie könnten das Ergebnis der WM sicherlich beeinflussen", erklärte der Technische Direktor der Franzosen gegenüber dem Autosport Magazine. "Sie sind nah genug dran um sich einzumischen."
So habe man zwar die "volle Kontrolle" über die eigene Leistung, könne man aber natürlich "nicht beeinflussen was die anderen machen". "Aber wir werden weiter angreifen, um unseren Vorsprung zu behalten."
Im Kampf gegen die momentan überlegenen Silberpfeile würden dem Spanier sogar fünf dritte Plätze bei fünf Doppelsiegen von Räikkönen und Montoya zum Titelgewinn reichen. Aber Pat Symonds ahnt Böses: "Es wäre ein Desaster, wenn andere Fahrer sich zwischen Räikkönen und Fernando quetschen könnten."
Erster Anwärter auf diese Position ist B·A·R. "Michael [Schumacher, d. Red.] schaffte es in Ungarn und Jenson war in der Türkei sehr schnell. B·A·R war im Rennen sehr konkurrenzfähig und das dürfen wir nicht ignorieren", fürchtet Symonds um den Titel.
Alonso taktiert zum Titel
Der WM-Spitzenreiter nimmt die derzeitige Situation hingegen gelassen hin. "Es ist im Moment einfach sehr schwierig, die McLaren zu schlagen", erklärte er im Interview mit Rennsport News Formel 1 / F1Racing. "Ich denke, für den Rest des Jahres werden die McLaren und wir die Hauptkonkurrenten sein."

Allerdings hat auch Fernando den Rest noch nicht abgeschrieben. "Wahrscheinlich werden auch B·A·R und Toyota immer wieder mal da mitmischen", ist er sich sicher. "Wir müssen sicherstellen, dass wir McLaren in beiden Meisterschaften schlagen. Das heißt natürlich vor allem, dass wir verhindern müssen, dass jemand von denen zwischen die McLaren und uns fährt. Denn zweite Plätze sind unter WM-Gesichtspunkten ja schon okay."
B·A·R-Renningenieur Jock Clear wäre es jedoch sehr Recht, wenn Jenson Button und/oder Takuma Sato zwischen die Silberpfeile und die Gelb-Blauen fahren könnten. "Wir waren in Ungarn und der Türkei genauso schnell wie Renault. Also hoffe ich, dass wir in den Titelkampf eingreifen können", hofft Clear. "Allerdings nicht weil ich Kimi gegenüber Alonso favorisiere, sondern weil der Kampf dann bis zum Schluss gehen würde. Das wäre gut für die F1."



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