Die deutsche Boulevardpresse und allen voran das Blatt mit den vier großen Buchstaben und den vielen Bildern hat dieser Tage ein neues Lieblingsthema gefunden: Michael Schumacher.
Während die Erfolge des ehemaligen Seriensiegers auf der Rennstrecke momentan zu wünschen übrig lassen und die Kollegen seinen Ferrari schon seit Tagen als "rote Schnecke" bezeichnen, stand an den vergangenen Tagen jeweils ein anderes Thema im Vordergrund.
Zuerst wollte man Geheimverhandlungen zwischen Mercedes und Schumacher über einen Wechsel 2007 entdeckt haben. Danach wurde eine Forderung nach einer Gehaltserhöhung des Deutschen publik gemacht. Und nun möchte man einen Vorvertrag von Kimi Räikkönen bei den Roten enthüllt haben.
Zuletzt vermeldete das gleiche Blatt einen solchen Vorvertrag bei Nick Heidfeld und British American Racing. Die prompte Antwort von B·A·R-Teamboss Nick Fry lautete: "Wir haben mit Nick und vielen anderen Fahrern gesprochen. Einen Vorvertrag oder etwas Ähnliches gibt es aber nicht."
In der heutigen Zeit hat solch ein Dementi aber bekanntlich nicht viel zu bedeuten. Was also ist an den Räikkönen-zu-Ferrari-Gerüchten dran?
Schon seit Monaten wird der Finne, der auch schon einmal aus anderen Gründen durch die Boulevard-Gazzetten geistert, mit einem Wechsel nach Maranello in Verbindung gebracht.

Angeheizt werden diese Spekulationen immer wieder durch Kommentare von Ross Brawn oder Jean Todt, die den Finnen als einen guten Fahrer loben.
"Auch wenn diese Aussage nicht sehr respektvoll gegenüber Alonso ist: Ich halte einen jungen Mann, der für ein deutsch-englisches Team fährt, für die bessere Wahl", verlautbarte Todt Mitte April.
Im Juni betonte der kleine Franzose allerdings, dass er "selbst wenn ich schon alle Verträge abgeschlossen hätte" nicht verraten würde, welche Piloten nach der Schumacher-Ära für die Roten fahren werden.
Bild möchte nun aus "absolut sicherer Quelle" erfahren haben, dass die Scuderia bereits im Mai, also vor dieser Aussage von Jean Todt, einen Vorvertrag mit dem Ice Man abgeschlossen habe.
Dann würde Räikkönen nach dem Ende seines McLaren-Kontraktes Anfang 2007 als Nachfolger von Michael Schumacher oder Felipe Massa nach Maranello wechseln.
Da es allerdings als höchstunwahrscheinlich anzusehen ist, dass Schumacher und Räikkönen gemeinsam für die Roten fahren, würde dies ein Karriereende oder einen Wechsel des Deutschen voraussetzen. Das passt natürlich prima in das Bild der an den Vortagen propagierten Mercedes-Wechselstories. Aber ob es deswegen glaubwürdiger ist?



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