Nur wenige Tage nach dem Ende des 1. Großen Preises der Türkei hat der F1-Tross seine Zelte schon wieder in Monza aufgeschlagen. Allerdings nicht um dort schon an diesem Wochenende das nächste Rennen auszutragen, sondern um unter der Woche die letzten Testvorbereitungen auf den Italien GP zu treffen.
Wenn Sie sich jetzt fragen warum die Teams anderthalb Wochen vor dem Rennen im königlichen Park zu Monza dort testen dürfen, dann hat Renault-Chefrenningenieur Pat Symonds die Antwort: "Dahinter steht vor allem eine Frage der Sicherheit", so Pat. "Hier in Monza erreichen unsere Fahrer am Steuer ihrer Renault R25 die höchsten Geschwindigkeiten der gesamten Saison, bis zu 360 km/h liegen am Ende der langen Geraden an. Darum müssen wir speziell für dieses Rennen ein besonderes Aerodynamik-Paket entwickeln, das wir nun vor Ort abstimmen. Nur so können wir garantieren, dass unseren Fahrer nichts passiert."
Zudem verlangt der letzte richtige High-Speed-Kurs im Rennkalender auch den Fahrern eine andere Fahrweise ab. "Von den Fahrern wird hier eine Mixtur aus aggressiver Fahrweise und Feingefühl verlangt." In der ersten Schikane müssen die Piloten beispielsweise "brutal" über die hohen Kerbs abkürzen. "Für ein modernes Formel 1-Auto kommt das der Maximalstrafe gleich", erläutert Symonds. "In den Lesmo-Kurven, der Ascari und Parabolica wiederum ist Präzision gefragt, um die Reifen nicht über Gebühr zu strapazieren. Hier würde zuviel Einsatz eher schaden als nutzen."
Dennoch antworten die Fahrer laut Symonds immer "das Gleiche" wenn sie in Monza in die Box kommen: "Die Motorleistung passt, aber es fehlt an Grip." Das ist aber kein Wunder: "Nirgendwo sonst schicken wir unsere Autos mit so geringem Luftwiderstand und so wenig aerodynamisch generierten Abtrieb auf die Strecke."
Diese Strecke wird sich in der Woche nach dem Testabschluss bis zum GP-Freitag kaum noch verändern, weswegen die Tests für die GP-Zuschauer auch einen großen Nachteil darstellen: Sie erhöhen den Rundengeiz am Freitag und Samstag.
"In Barcelona zum Beispiel ist das völlig anders. Dort wirken sich die aktuellen Temperaturen ebenso wie Windstärke und -richtung unmittelbar aus", sagt Symonds. "Monza erweist sich da als weniger sensibel. Was wir uns also nun bei den Tests erarbeiten, kommt uns für den Grand Prix entgegen."



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