Formel 1

Formel 1: Marko rechnet mit Österreich-GP im Juli - 2 Rennen?

Die Anzeichen auf einen Formel-1-Saisonstart in Österreich verdichten sich. Vielleicht sogar mit einem zweiten Rennen am Mittwoch, glaubt Dr. Helmut Marko.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Trotz der Coronavirus-Krise nehmen die Kalender-Planungen für den Saisonstart der Formel 1 im Jahr 2020 nach unzähligen Verschiebungen weiter Fahrt auf. Der Österreich-GP in Spielberg ist das Rennen im Fokus - nachdem die österreichische Regierung die Krisenbestimmungen für Sportveranstaltungen gerade zu lockern beginnt.

Sie wollen einem Grand Prix am 5. Juli nicht im Weg stehen, hatten Regierungsvertreter in der Vorwoche verkündet. Solange die neuen Bestimmungen von der Formel 1 eingehalten werden, ist ein Rennen möglich. Genau das unterstreicht nun auch Red Bulls Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko, der in der Sache als Vermittler zwischen lokalen Behörden und der F1 auftritt. Er sieht gute Chancen auf einen GP.

Marko rechnet mit baldigem Österreich-GP

Die gelockerten Bestimmungen machen es natürlich noch immer unmöglich, dass ein Formel-1-Rennen mit Zuschauern im Juli stattfindet, doch was sie ermöglichen sollten: Ein Geisterrennen, mit nur minimalem Personal an der Strecke. Die Teams würden von der Außenwelt abgeschottet, das ganze Event würde nur für das Fernsehen produziert.

Trotz aller Hürden verortet Dr. Helmut Marko hier inzwischen gute Chancen auf ein baldiges F1-Rennen. "Ich glaub, da muss man Corona mit einbeziehen, aber ich würde sagen, das liegt bei 80 Prozent", sagt er im Gespräch mit dem steirischen ORF. Er vertraut dem Krisenmanagement der österreichischen Regierung, die nicht nur Beschränkungen im Sport lockert, sondern in der letzten Woche auch weitere Geschäfte wieder öffnete, nachdem sich die Coronavirus-Fallzahlen stabilisierten.

Strenge Auflagen für Formel 1 erwartet

"Es wird alles geprüft", erklärt Marko auf Nachfrage zu den Optionen, die es für den Österreich-GP gibt. Man habe sich an die Regierung gewandt, und die erstelle nun einen Maßnahmenkatalog mit Auflagen für ein Geisterrennen. Diese Auflagen müssen erfüllt werden, sagt Marko: "Da gibt es keine Extrawürste."

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Die Regierung hatte als Bedingung für Fußball-Geisterspiele zuletzt vor jedem Spiel Tests auf das Coronavirus gefordert, ähnlich würde das für die Formel 1 aussehen. "Das Wahrscheinlichste ist, dass jeder, der zu diesem Event kommt, einen Test erfüllen muss", erklärt Marko. Der dürfte nicht älter als vier Tage sein. "Wenn nicht, dann Quarantäne, was aber auch nicht so schlimm wäre, ist ja vorher kein Event."

Zwar kommt die Formel 1 aus dem Ausland und wird entsprechend von den geltenden Reisebeschränkungen behindert, doch dafür gibt es vonseiten des Promoters Liberty Media bereits Pläne, so Marko: "Parallel läuft von der FOM [Formula One Management, Liberty] auch das Programm, wie man die Anzahl der Personen einschränken kann, dass nicht der komplette Tross - das wären mehrere tausend - anreisen muss. Beispielsweise auch Charterflüge aus England. Das wäre in Zeltweg ein Vorteil, dort könnte man direkt landen." Direkt neben der Strecke liegt ein Militärflughafen. Journalisten müssten wohl zu Hause bleiben.

Marko könnte sich 2. Rennen am Mittwoch vorstellen

Aktuell laufen die Pläne hin zu einem Rennen. Aber ein zweites Rennen in Spielberg wird debattiert, so Marko. In diesem Fall wäre das Wahrscheinlichste "als erstes am 5. Juli ein normaler Grand Prix und dann anschließend ein zweitägiges Event. Nehmen wir an, Dienstag Training und Qualifikation, und am Mittwoch am späten Nachmittag das Rennen."

"Das wäre dann bei uns mit spätem Tageslicht, würde für viele Länder die Einschaltzeiten attraktiv machen", glaubt Marko. Im F1-Reglement gibt es seit einer krisenbedingten Revision vor einigen Wochen bereits neue Bestimmungen, die es der FIA ermöglichen würden, so ein komplett neues Wochenend-Format schnell durchzubringen.

Das geht einher mit Signalen aus Großbritannien, dass gleich im Anschluss an Österreich in Silverstone in kurzem Abstand drei Rennen abgehalten werden könnten, ebenfalls ohne Zuschauer. Im Extremfall hätte die Formel 1 dann bereits fünf der vom Reglement geforderten acht Rennen für eine WM-Saison geschafft.

Sofort sollte nicht mit einer Entscheidung gerechnet werden, meint Marko. Der Zeitfaktor spielt jetzt, Mitte April, noch keine große Rolle. Man will sich lieber Zeit lassen, und die Situation weiter beobachten. Nach wie vor steht der Frankreich-GP als erstes Rennen mit Ende Juni im Kalender, doch alles deutet - Stand jetzt - darauf hin, dass es in Spielberg Anfang Juli losgeht.


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