Formel 1

Formel 1, Haas erklärt Test-Crash: Selbstzerstörung im Rad

Nach Romain Grosjean am Donnerstag crashte bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona mit Kevin Magnussen gleich der nächste Haas. Unverschuldet.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Zweiter Haas-Crash binnen 24 Stunden bei den Formel-1-Testfahrten 2020 in Barcelona. Nachdem Romain Grosjean am späten Donnerstagnachmittag den VF-20 in Kurve vier einfach verloren hatte und rückwärts in die Barriere gekracht war, erwischte es am Freitag mit Kevin Magnussen auch den anderen Piloten des US-Teams.

Anders als der Franzose zeichnete der Däne für seinen Abflug in Kurve sieben jedoch nicht selbst verantwortlich. „Wir hatten ein Problem mit der Radfelge. Die Distanzscheibe zwischen Rad und Nabe war gebrochen, kam raus und das hat die Felge gebrochen“, erklärt Teamchef Günther Steiner.

Distanzscheibe gebrochen, ganzes Rad zerstört

„Das Rad hat sich selbst in Teile zerlegt, so ging dann die Luft raus und es kam zu einem Plattfuß, sodass er abgeflogen ist. Ein ganz simpler Defekt, der natürlich nicht passieren sollte.“ Ein generelles Problem bestehe jedoch nicht, entwarnt Steiner.

Grundsätzlich sehe es bei Haas 2020 in Sachen Standfestigkeit aller Komponenten bis dato besser aus als in der Vergangenheit. „Wir hatten keine mechanischen Probleme. Es ist immer gut, wenn du hier nicht an Problemen arbeiten muss, weil es das Auto zerlegt. Bis dahin war das Auto sehr zuverlässig - und das ist jetzt auch leicht zu beheben“, sagt der Südtiroler.

Steiner: Reparatur hätte nicht gelohnt

Eine Kleinigkeit gibt es dennoch zu vermelden. „Heute Morgen hat wir ein kleines Problem mit einem Wasserleck. Deshalb mussten wir eine halbe Stunde pausieren“, berichtet Steiner über die Morgensession mit Romain Grosjean.

Nach Magnussens Unfall hingegen feierte Haas kein Comeback mehr auf der Strecke. Der letzte Testtag der Woche war um 14:30 Uhr beendet. „Das Auto wieder zu reparieren hätte sich für die paar Runden, die am Ende noch drin gewesen wären, nicht gelohnt. Also haben wir uns entschieden, den Tag zu beenden“, sagt Steiner.

Haas im Plan: Besseres Verständnis als 2019

Großartig zurückwerfen sollen die somit nur 52 gedrehten Runden des Freitags Haas nicht. „Der Rest der Woche lief gut“, sagt Steiner. „Die ersten beiden Tage waren sehr gut. Klar willst du immer mehr fahren und wir werden die letzten drei Stunden von heute auch vermissen und ihnen nachtrauern, aber wir hatten dennoch eine gute Woche.“

Über das Kräfteverhältnis trifft Steiner - wie so gut wie jeder - noch keine Aussagen. Zu sehr sind die Teams noch auf grundlegendere Arbeit als Performance fokussiert. Noch dazu gelten - wie immer bei Testfahrten - die Gesetze unterschiedlicher Programme, Spritmengen und Motoreinstellungen.

Bei Haas kommt noch eine gewisse Vorsicht nach den Erlebnissen der Vorsaison hinzu. „Wir sind sehr vorsichtig mit Prognosen für diese Saison. Wir wollen nicht sagen, dass alles gut ist und dann hart abstürzen“, sagt Steiner.

Über ein besseres Verständnis des eigenen Pakets als im Vorjahr verfüge Haas allerdings schon jetzt. Aber: „Die Basis war auch letztes Jahr nicht schlecht“, mahnt Steiner. Bekanntlich verzettelte sich das US-Team 2019 erst in der Weiterentwicklung.


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