Vorhang auf für den gelben Hoffnungsträger - oder auch nicht: Renault präsentierten am Mittwoch als drittes Formel-1-Team ihr Auto für die Saison 2020. Im L'Atelier Renault auf der Champs-Elysees in Paris zeigte das Team allerdings nur eine digitale Vorschau des R.S.20 von Daniel Ricciardo und Neuzugang Esteban Ocon. Teamchef Cyril Abiteboul gibt klare Ziele für das fünfte Jahr des Werkseinsatzes vor.

"Dieses Jahr müssen wir uns bestmöglich für die große Regeländerung 2021 ausrichten", so der Franzose, der seit 2017 das Kommando in Enstone und Viry hat. Nach einem weiteren Jahr der Stagnation hatte sich Renault 2019 zu entscheidenden Änderungen im Management des Formel-1-Teams durchgerungen, um sich aus den Untiefen des Mittelfeldes zu befreien und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

"Bei den organisatorischen Änderungen, die wir in der zweiten Jahreshälfte 2019 gemacht haben, hatten wir das im Hinterkopf", so Abiteboul. Technikdirektor Nick Chester musste seinen Hut nehmen. Dafür kamen Ex-Ferrari- und McLaren-Ingenieur Pat Fry sowie der ehemalige Williams- und Ferrari-Aerodynamiker Dirk de Beer an Bord.

Bei dem in Paris präsentierten Auto handelte es sich aber lediglich um Renderings des Boliden. Das digitale Abbild des R.S.20 war zudem in einer speziellen Lackierung für die Wintertestfahrten gehalten. Abiteboul erklärte, dass das Auto real noch nicht existiert und die Einzelteile sich auf dem Weg zu den Testfahrten in Barcelona befinden.

Der Fokus lag bei der Entwicklung vor allem auf den Schwachpunkten des Vorjahres. "Für die kommende Saison müssen wir drei Prioritäten berücksichtigen, die wir in der Winterpause identifiziert haben", so der Teamchef. "Zuverlässigkeit von Anfang an, ein hohes Performance-Level und eine gute Umsetzungsrate auf der Rennstrecke."

So lief Renaults Saison 2019

Rückblick2019
FahrzeugR.S.19
Konstrukteurs-WM (Punkte)91
Bester Fahrer (WM-Platz)Ricciardo (9)
Siege0
Podien0
Top-1018
Poles0

Für Renault war das Jahr 2019 ein Schritt zurück. Die angepeilte Attacke auf die Top-Teams blieb aus, stattdessen verlor das Werksteam den Titel des Best of the Rest ausgerechnet an den einzig verbliebenen Kunden McLaren. Vom Podium waren die Gelben trotz Neuzugang Daniel Ricciardo immer noch genauso weit entfernt wie bei ihrer Rückkehr 2016. Selbst der fünfte Platz bei den Konstrukteuren war mit nur sechs Punkten Vorsprung auf Toro Rosso eine knappe Kiste. Nach drei Jahren Zusammenarbeit trennte man sich nach der Saison außerdem von Nico Hülkenberg.

Nach dem Doppelschlag von Red Bull und Renault stehen noch sieben Präsentationen für den Jahrgang 2020 aus. Am Donnerstag folgt McLaren. In Woking wird der MCL35 vorgestellt, mit dem Carlos Sainz und Lando Norris an die erfolgreiche Saison 2019 anknüpfen sollen. Tags darauf stellen sowohl die Weltmeister von Mercedes als auch Red Bulls neu gebrandetes Schwesterteam AlphaTauri ihre Autos vor.